Trade Republic: Verbraucherzentrale klagt gegen Zinswerbung

Der Streit um Zinsen und unlautere Werbung im Finanzsektor geht in die nächste Runde. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verklagt den Neobroker Trade Republic wegen irreführender Wer­bung. Es geht um Zinswerbung.
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Trade Republic

Zinsen im Visier

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat am 7. Februar 2025 Klage gegen Trade Republic beim Landgericht Berlin eingereicht. Der Vorwurf: irreführende Werbung. Nach Ansicht der Verbraucherschützer verschweigt das Unternehmen wichtige Details zu den beworbenen Zinsen und der Einla­gen­sicherung.

Trade Republic täuscht mit der Werbung und den Aussagen zur Einlagensicherung eine Sicherheit vor, die so nicht gegeben ist.
Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale

Kritikpunkte der Verbraucherzentrale

  1. Variabler Zinssatz: Die versprochenen drei Prozent sind nicht garantiert, sondern an den EZB-Leitzins gekoppelt. Nach der jüngsten Zinssenkung wurden sie bereits auf 2,75 Prozent reduziert.
  2. Eingeschränkte Einlagensicherung: Nicht das gesamte Guthaben ist durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Ein Teil wird in Geldmarktfonds angelegt, die diesem Schutz nicht unterliegen.
  3. Intransparente Risikoverteilung: Kunden erfahren nicht, welcher Teil ihres Guthabens als Liquiditätsfonds verwahrt wird. Trade Republic behält sich vor, diese Aufteilung jederzeit zu ändern.
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Trade Republic weist Vorwürfe zurück

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat Trade Republic zunächst wegen irreführender Werbung abgemahnt. Nachdem das Unternehmen die Abmahnung zurückgewiesen hat, wurde Klage eingereicht.


Trade Republic weist die Vor­würfe der Ver­brau­cher­schützer zurück. Das Unter­nehmen betont, dass die Verteilung der Kunden­ein­lagen auf Partner­banken und Geld­markt­fonds bereits seit Mai 2024 prak­tiziert wird. Kunden könnten laut dem Unter­nehmen in der App jeder­zeit trans­parent ein­sehen, wie ihr Bar­gut­haben verteilt ist.

Nicht die erste Kontroverse

Zuletzt stand der Kundenservice von Trade Republic in der Kritik. Laut Berichten der Verbraucherzentrale kam es häufiger zu Problemen bei der Übertragung von Depots, die eigentlich innerhalb von drei Wochen abgeschlossen sein sollten. Zudem gab es Beschwerden über ein "Lockvogel"-Angebot rund um die Trade Republic Visa-Debitkarte.

Was haltet ihr von diesem Streit? Sind die Vorwürfe der Verbraucherzentrale gerechtfertigt oder überzogen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren mit uns!

Wie sicher ist mein Geld bei Trade Republic?
Das Geld bei Trade Republic ist nicht vollständig durch die Einlagensicherung geschützt. Ein Teil des Guthabens wird zwar bei Partnerbanken mit Einlagensicherung bis 100.000 Euro verwahrt, ein anderer Teil wird jedoch in Geldmarktfonds investiert.

Bei diesen Geldmarktfonds besteht kein Einlagenschutz. Bei Turbulenzen an den Finanzmärkten könnten Anleger hier theoretisch einen Teil ihres Vermögens verlieren. Besonders problematisch: Trade Republic behält sich vor, die Aufteilung zwischen Banken und Fonds jederzeit zu ändern.
Sind die 3 Prozent Zinsen garantiert?
Nein, die beworbenen Zinsen sind nicht garantiert. Die Verzinsung ist variabel und an den EZB-Leitzins gekoppelt. Nach der jüngsten Zinssenkung wurde der Zinssatz bereits von 3,0 Prozent auf 2,75 Prozent reduziert.

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass Trade Republic die Veränderlichkeit der Zinsen in der Werbung nicht ausreichend transparent macht. Die Bezeichnung "unbegrenzt" in der Werbung ist daher irreführend.
Was unternimmt die Verbraucherzentrale?
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat Trade Republic zunächst wegen irreführender Werbung abgemahnt. Nachdem das Unternehmen die Abmahnung zurückgewiesen hatte, wurde am 7. Februar 2025 Klage vor dem Landgericht Berlin II eingereicht.

Die Klage zielt darauf ab, die Werbepraxis von Trade Republic bezüglich der Zinswerbung und der Darstellung der Einlagensicherung gerichtlich überprüfen zu lassen. Ein Verhandlungstermin steht noch aus.
Was raten Verbraucherschützer?
Verbraucherschützer empfehlen, die Anlageform genau zu prüfen und sich nicht von hohen Zinsversprechungen blenden zu lassen. Besonders wichtig ist das Verständnis, dass ein Teil des Geldes in Fonds investiert wird.

Wer absolute Sicherheit sucht, sollte klassische Tagesgeldkonten mit vollständiger Einlagensicherung in Betracht ziehen, auch wenn diese möglicherweise niedrigere Zinsen bieten.
Wie reagiert Trade Republic?
Trade Republic weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Aufteilung der Kundeneinlagen zwischen Banken und Geldmarktfonds bereits seit Mai 2024 praktiziert wird. Das Unternehmen verweist auf Transparenz in der App und im Help Center.

Die Verbraucherzentrale hält diese Informationspolitik jedoch für unzureichend, da wichtige Details nur schwer auffindbar seien und die Werbung ein falsches Bild der Anlageform vermittle.
Zusammenfassung
  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt gegen Trade Republic
  • Vorwurf: Irreführende Werbung bezüglich Zinsen und Einlagensicherung
  • Variabler Zinssatz an EZB-Leitzins gekoppelt, nicht garantiert
  • Einlagensicherung gilt nicht für den in Geldmarktfonds angelegten Teil
  • Intransparente Aufteilung zwischen Bankguthaben und Geldmarktfonds
  • Trade Republic weist Vorwürfe zurück, betont Transparenz in der App
  • Kritik am Kundenservice wegen Problemen bei Depotübertragungen

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