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Erster seiner Art: Spanischer Fusionsreaktor schafft neue Plasma-Form

Der Tokamak SMART an der Universität Sevilla hat erstmals ein Plasma mit einer speziellen Form erzeugt. Diese Errungenschaft markiert einen wichtigen Schritt zur Entwicklung kompakter Fusionsreaktoren. Die neuartige Plasmaform bringt gleich mehrere Vorteile.
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Universität von Sevilla

Fusion: Spanischer Reaktor erreicht Meilenstein

Weltweit arbeiten Wissenschaftler an verschiedenen Projekten, um die Kernfusion als Energiequelle nutzbar zu machen. Der Fortschritt in diesem Bereich wird auch durch viele kleine Durchbrüche erreicht, die schrittweise die Technologie verbessern und uns der Realisierung von Fusionskraftwerken näherbringen. Jetzt hat man mit SMART, dem "SMall Aspect Ratio Tokamak" wieder einen wichtigen Schritt gemacht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tokamaks, die ein D-förmiges Plasma erzeugen, formt SMART sein Plasma wie ein umgekehrtes D. Diese sogenannte negative Triangularität - Wissenschaftler arbeiten in der Darstellung des Plasmaquerschnitts mit Dreiecken (▶ positiv/◀ negativ) - soll Instabilitäten im Plasma unterdrücken und die Wärmeverteilung verbessern, was zu einer höheren Effizienz führt.


Schlüsselpunkte des SMART-Tokamaks:
  • Einzigartiges Design: SMART ist ein sphärischer Tokamak, der flexibel Plasmen verschiedener Formen erzeugen kann.
  • Negative Triangularität: Im Gegensatz zu herkömmlichen D-förmigen Plasmen nutzt SMART eine umgekehrte D-Form, was mehrere Vorteile bietet.
  • Kompakte Bauweise: Ziel ist es, den Weg für äußerst kompakte Fusionskraftwerke zu ebnen.

Professor Manuel García Muñoz, Hauptforscher des Projekts, erklärt: "Dies ist ein großer Erfolg für das gesamte Team; wir treten nun in die Betriebsphase von SMART ein." Die Universität Sevilla berichtet (Quelle Spanisch), dass SMART der erste kompakte sphärische Tokamak sein wird, der mit dieser speziellen Plasmaform Fusionstemperaturen erreicht. SMART: Fusions-Experiment der Universität SevillaAufbau von SMART (Universität Sevilla) Das SMART-Projekt ist Teil einer größeren Strategie namens Fusion2Grid, die darauf abzielt, möglichst kompakte und effiziente Fusionskraftwerke zu entwickeln. Wenn erfolgreich, könnte diese Technologie den Weg für praktikable Fusionsreaktoren ebnen. Doch wie immer bleibt auch bei diesem Experiment: Selbst nach großen Schritten bleibt der Weg zum Ziel noch weit.

Was ist Kernfusion überhaupt?
Die Kernfusion ist ein Prozess, bei dem Atomkerne unter extremen Bedingungen verschmelzen und dabei große Mengen Energie freisetzen. Dies ist der gleiche Prozess, der auch in der Sonne stattfindet.

In einem Fusionsreaktor wird versucht, diese Reaktion unter kontrollierten Bedingungen auf der Erde nachzubilden. Dabei werden die Atomkerne auf etwa 100 Millionen Grad Celsius erhitzt, bis sie zu einem Plasma werden und verschmelzen.
Ist Kernfusion gefährlich?
Anders als bei der Kernspaltung kann es bei der Kernfusion keine unkontrollierte Kettenreaktion geben. Bei einer Störung kommt die Fusion sofort zum Erliegen, was das Risiko eines Unfalls minimiert.

Zudem entstehen bei der Fusion deutlich weniger radioaktive Abfälle als bei herkömmlichen Kernkraftwerken. Diese haben zudem eine viel kürzere Halbwertszeit von nur etwa 100 Jahren.
Wann gibt es Fusionskraftwerke?
Experten gehen davon aus, dass die ersten kommerziellen Fusionskraftwerke nicht vor 2050 ans Netz gehen werden. Der Weg zur kontrollierten Kernfusion ist technisch sehr anspruchsvoll.

Derzeit werden weltweit verschiedene Versuchsreaktoren gebaut und getestet. Das größte Projekt ist ITER in Frankreich, das ab 2025 erste Plasmaexperimente durchführen soll.
Wie teuer ist Fusionsenergie?
Die Entwicklung der Fusionstechnologie verschlingt enorme Summen. Allein das ITER-Projekt kostet schätzungsweise über 20 Milliarden Euro.

Die Betriebskosten eines fertigen Fusionskraftwerks könnten jedoch relativ niedrig sein, da der Brennstoff (Wasserstoffisotope) praktisch unbegrenzt verfügbar und sehr ergiebig ist.
Welche Vorteile hat Kernfusion?
Fusionsenergie gilt als besonders umweltfreundlich, da bei der Reaktion selbst keine Treibhausgase entstehen. Der Brennstoff ist zudem nahezu unerschöpflich verfügbar.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Energieausbeute: Aus wenigen Gramm Brennstoff kann theoretisch so viel Energie gewonnen werden wie aus mehreren Tonnen fossiler Brennstoffe.
Wie funktioniert ein Fusionsreaktor?
In den meisten Fusionsreaktoren wird ein Plasma aus Wasserstoffisotopen durch starke Magnetfelder in ein ringförmiges Gefäß (Tokamak) eingeschlossen.

Das Plasma wird auf extreme Temperaturen erhitzt, bis die Atomkerne verschmelzen. Die dabei entstehende Energie wird in Form von Wärme genutzt, um wie in konventionellen Kraftwerken Strom zu erzeugen.
Was sind aktuelle Durchbrüche?
In den letzten Jahren wurden bedeutende Fortschritte bei der Plasmakontrolle und Energiegewinnung erzielt. Verschiedene Forschungsreaktoren konnten bereits kurzzeitig mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchten.

Dennoch bleiben große technische Herausforderungen zu bewältigen, insbesondere bei der Langzeitstabilität des Plasmas und der Materialbelastung der Reaktoren.
Zusammenfassung
  • Spanischer Tokamak SMART erzeugt erstmals Plasma mit neuer Form
  • Neuartige Plasmaform verspricht mehrere Vorteile für Fusionsreaktoren
  • SMART-Tokamak nutzt umgekehrte D-Form statt herkömmlicher D-Form
  • Negative Triangularität soll Instabilitäten unterdrücken und Effizienz erhöhen
  • Ziel ist die Entwicklung äußerst kompakter und effizienter Fusionskraftwerke
  • SMART ist Teil der Fusion2Grid-Strategie für praktikable Fusionsreaktoren
  • Trotz Fortschritts bleibt der Weg zum Fusionskraftwerk weiter weit

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