Frühwarnsystem für Sonnenstürme:
NASA-Forscher feiern Durchbruch

Forscher haben eine neue Methode zur Vorhersage gefährlicher Sonnen­eruptionen entdeckt. Flackernde Bögen in der Atmosphäre könnten als Frühwarnsystem dienen und Astronauten sowie wichtige Technologien auf der Erde schützen. Die Genauigkeit liegt bei 60 bis 80 Prozent.
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NASA

Flackernde Bögen als Indikatoren

Sonneneruptionen sind gewaltige Ausbrüche von Energie und Strahlung, die nicht nur faszinierend, sondern auch potenziell gefährlich für unsere technologisierte Welt sind. Bisher war es für Wissenschaftler schwierig, diese Ereignisse zu­ver­läs­sig vorherzusagen. Nun haben Forscher möglicherweise einen Durchbruch erzielt: Sie haben ein ungewöhnliches Verhalten in der Sonnen­atmosphäre entdeckt, das als Frühwarnsystem dienen könnte.

Ein Team unter der Leitung der Heliophysikerin Emily Mason von Predictive Sciences Inc. analysierte Daten des Solar Dynamics Observatory der NASA. Dabei konzentrierten sie sich auf sogenannte koronale Schleifen - bogenförmige Strukturen in der äußeren Sonnenatmosphäre, der Korona. Diese Schleifen treten in den gleichen magnetisch aktiven Regionen auf, in denen auch Sonneneruptionen entstehen.

Sonneneruption: Helligkeitsänderungen in koronalen Schleifen

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Helligkeit dieser Schleifen im extremen Ultraviolettlicht in den Stunden vor einer großen Eruption deutlich stärker schwankte als in ruhigen Regionen. "Wir stellten fest, dass einige der extremen UV-Strahlung über aktiven Regionen für einige Stunden vor einer Sonneneruption unregelmäßig flackert", erklärte Mason.

Verbesserte Vorhersagegenauigkeit

Dieser "Flickereffekt" könnte eine Sonneneruption etwa zwei bis sechs Stunden im Voraus mit einer Genauigkeit von 60 bis 80 Prozent ankündigen. Das wäre deutlich präziser als bisherige Vorhersagemethoden. Kara Kniezewski vom Air Force Institute of Technology, Mitautorin der Studie, betonte: "Die Sonnenkorona ist eine dynamische Umgebung, und jede Sonneneruption ist wie eine Schnee­flo­cke - einzigartig. Wir finden, dass die Suche nach Perioden 'cha­o­ti­schen' Ver­hal­tens in der Emission der koronalen Schleifen einen konsistenten Indikator liefert."

Die Forscher vermuten zudem, dass stärkere Eruptionen zu einem früheren Höhepunkt des Flackerns führen könnten. Allerdings sind weitere Un­ter­su­chun­gen nötig, um diesen Zusammenhang zu bestätigen.

Die praktischen Anwendungen dieser Entdeckung könnten weitreichend sein. Vadim Uritsky vom Goddard Space Flight Center der NASA sieht die Möglichkeit, einen "gut getesteten und idealerweise einfacheren Indikator zu entwickeln, der bereit für den Sprung von der Forschung in den operativen Einsatz ist". Ein automatisiertes System könnte Echtzeitbilder des Solar Dynamics Observatory auf Helligkeitsveränderungen in koronalen Schleifen überwachen und Warnungen ausgeben.

Dies wäre von großem Wert für den Schutz von Astronauten, Raumfahrzeugen, Stromnetzen und anderen gefährdeten Systemen vor der schädlichen Strahlung, die mit Sonneneruptionen einhergeht. Angesichts ambitionierter Pläne für bemannte Missionen zum Mond, Mars und darüber hinaus könnte die präzise Vorhersage von Sonneneruptionen ein wichtiges Instrument für die Sicherheit werden.

Was denkt ihr über diese neue Methode zur Vorhersage von Son­nen­erup­tio­nen? Glaubt ihr, dass sie unser Verständnis des Welt­raum­wet­ters verbessern wird? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Neue Methode zur Vorhersage von Sonneneruptionen durch Forscher entdeckt
  • Flackernde Bögen in der Sonnenatmosphäre dienen als Frühwarnsystem
  • Analyse von Daten des Solar Dynamics Observatory der NASA
  • Helligkeitsschwankungen in koronalen Schleifen kündigen Eruptionen an
  • Vorhersagegenauigkeit von 60 bis 80 Prozent zwei bis sechs Stunden vorher
  • Schutz von Astronauten und Technologien vor schädlicher Strahlung möglich
  • Weiterer Forschungsbedarf zur Bestätigung und Verfeinerung der Methode

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