Intel hätte Apple Silicon produzieren sollen - darum klappte das nicht

Der Chiphersteller Intel hätte fast Apple als Kunden für sein damals neues Foundry-Geschäft gewinnen können. Allerdings stellte sich heraus, dass Intel schlicht nicht für eine solche Zusammenarbeit geeignet war - daher landete Apple dann bei TSMC.
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Cook: Intel kann das nicht

Als Apple in den Jahren 2009/2010 mit der Entwicklung eigener Prozessoren für iPhones und iPads begann, arbeitete man zunächst mit Samsung als Auftragshersteller zusammen. Da die Bedeutung der selbst entwickelten Chips aber immer weiter stieg und Samsung sich zu einem der größten Konkurrenten entwickelte, suchte man nach einem anderen Partner.

"Der Chef von Intel wandte sich an Tim Cook und bat ihn, Intel in Betracht zu ziehen. Zu dieser Zeit war Intel der Hauptlieferant von Prozessoren für Apples Mac-Linie", erinnerte sich Morris Chang, der Gründer von TSMC, im Gespräch mit dem Podcast Acquired. "Ich kannte viele von Intels Kunden in Taiwan. Keiner von ihnen mochte Intel, weil sie sich immer so benahmen, als wären sie die Einzigen mit Mikroprozessoren."


Als Intels damaliger Chef Paul Otellini sich Anfang 2011 an Tim Cook wandte und anbot, Apples Chips herzustellen, unterbrach Apple die da bereits begonnenen Gespräche mit TSMC für zwei Monate, um den Vorschlag zu prüfen. Chang erklärte, er sei besorgt über diese Pause gewesen und reiste daher zu Apple nach Kalifornien, um sich nach der Lage zu erkundigen. In einem privaten Treffen versicherte Tim Cook ihm da, dass Apple sich nicht für Intel entscheiden würde.

"Intel weiß einfach nicht, wie man eine Foundry ist", soll der Apple-Chef dabei zu Chang gesagt haben. Intel habe beispielsweise die kundenorientierte Denkweise vermissen lassen, die für ein Foundry-Geschäft erforderlich ist. Anders als TSMC, das seine Prozesstechnologien auf die Bedürfnisse der Kunden zuschneidet, war Intel daran gewöhnt, seine eigenen Chips zu entwerfen und herzustellen, und tat sich schwer, sich an die Betreuung externer Kunden anzupassen.

Es hat sich geändert

Apple hingegen schätzte TSMCs Fähigkeit, zuzuhören und auf spezifische Anforderungen einzugehen, etwas, das Intel historisch nicht tat. "Wenn der Kunde viele Dinge verlangt, haben wir gelernt, auf jede Anfrage zu reagieren", sagte Chang. "Einige davon waren verrückt, einige davon waren irrational, aber wir antworten auf jede Anfrage höflich. Intel hat das nie getan, ich kannte viele Kunden von Intel hier in Taiwan, und alle wünschten sich, dass es einen anderen Lieferanten gäbe."

Inzwischen hat sich hier aber einiges getan. So hat Intel inzwischen den neu gestalteten Geschäftsbereich Intel Foundry gestartet, der unter anderem auch Unterstützung für branchenübliche Designwerkzeuge bietet und hier eng mit Kunden zusammenarbeitet. Dies habe es damals, als Apple auf der Suche war, nicht gegeben und so ging dem US-Konzern einer der wohl lukrativsten Kunden der ganzen Branche durch die Lappen.

Zusammenfassung
  • Intel verpasste Chance, Apple-Chips herzustellen, da es als Foundry ungeeignet war
  • Apple suchte nach Samsung-Alternative für Chip-Produktion eigener Prozessoren
  • TSMC-Gründer Chang berichtet von Intels Versuch, Apple als Kunden zu gewinnen
  • Apple prüfte Intels Angebot, entschied sich aber aufgrund mangelnder Flexibilität dagegen
  • TSMC überzeugte durch Kundenorientierung und Anpassungsfähigkeit
  • Intel hat inzwischen Foundry-Geschäft neu ausgerichtet, um kundenorientierter zu sein
  • Durch verpasste Gelegenheit entging Intel einer der lukrativsten Kunden der Branche

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