Tesla hat die höchste Rate an tödlichen Unfällen - aber es ist kompliziert

Eine neue Studie zeigt überraschende Ergebnisse zu tödlichen Unfällen bei verschiedenen Automarken. Trotz fortschrittlicher Sicherheits­tech­no­logie führt mit Tesla ein eher unerwarteter Hersteller die Liste an. Die Gründe dafür sind allerdings einigermaßen komplex.
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Corvallis PD

Unerwartete Erkenntnisse zur Verkehrssicherheit

Es ist keine bahnbrechende Erkenntnis, wenn man feststellt, dass sich die Automobilindustrie rasant weiterentwickelt. Moderne Fahrzeuge werden technologisch immer ausgefeilter und komfortabler, aber auch schwerer. Besonders der Trend zur Elektrifizierung treibt diese Entwicklung voran. Doch eine aktuelle Studie zeigt nun, dass fortschrittliche Sicherheitstechnologie allein nicht ausreicht, um tödliche Unfälle zu verhindern.

Die Untersuchung basiert auf Daten des Fatality Analysis Reporting System (FARS) der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Dabei wurden Unfälle mit Todesfolge bei Fahrzeugen der Modelljahre 2018 bis 2022 analysiert. Das Ergebnis: 23 Fahrzeugmodelle weisen eine deutlich höhere Todesrate auf als der Gesamtdurchschnitt.

Die Studie des Automobilportals iSeeCars (via Rolling Stone) offenbart einige unerwartete Erkenntnisse. Besonders auffällig: Tesla führt die Liste der Hersteller mit den meisten tödlichen Unfällen an. Mit 5,6 tödlichen Unfällen pro Milliarde gefahrener Meilen liegt der Elektroautopionier deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 2,8.


Unter den zehn gefährlichsten Fahrzeugen (bezogen auf einzelne Modelle) finden sich Autos verschiedener Hersteller und Fahrzeugklassen. Der Hyundai Venue führt die Liste mit 13,9 tödlichen Unfällen pro einer Milliarde Meilen an, gefolgt von der Chevrolet Corvette und dem Mitsubishi Mirage mit je 13,6.

Komplexe Ursachen für hohe Unfallraten

Die hohen Unfallzahlen lassen sich nicht allein auf die Fahrzeugkonstruktion zurückführen. Viele der betroffenen Modelle, darunter auch Teslas, erhielten in Crashtests hervorragende Sicherheitsbewertungen. Karl Brauer, Analyst bei iSeeCars, sieht die Ursachen eher im Fahrerverhalten:

Neue Autos sind sicherer denn je. Fortschrittliches Fahrwerksdesign, Fahrerassistenzsysteme und zahlreiche Airbags bieten exzellenten Insassenschutz. Diese Sicherheitsmerkmale werden jedoch durch Ablenkung am Steuer und höhere Geschwindigkeiten konterkariert, was in den letzten Jahren zu steigenden Unfall- und Todesraten geführt hat.
Karl Brauer, Analyst bei iSeeCars

Technologie als zweischneidiges Schwert

Besonders bei Tesla zeigen sich die Widersprüche moderner Fahrzeugtechnologie. Einerseits verfügen die Elektroautos über hoch entwickelte Assistenzsysteme wie Autopilot und Full Self-Driving (FSD). Andererseits könnten genau diese Systeme zu einer trügerischen Sicherheit und Unachtsamkeit der Fahrer führen. Hinzu kommt, dass Tesla-Modelle häufig mit großen Touchscreens ausgestattet sind, die während der Fahrt ablenken können.

Branchenweiter Trend zu mehr Unfällen

Die Studie verdeutlicht aber auch einen besorgniserregenden Trend in der gesamten Automobilbranche: Laut dem Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) sind die Unfall- und Todesraten in den letzten fünf Jahren höher als in den zwölf Jahren davor.

Zusammenfassung
  • Neue Studie zeigt überraschend hohe Rate tödlicher Unfälle bei Tesla
  • Die Untersuchung basiert auf FARS-Daten der US-Verkehrssicherheitsbehörde
  • 23 Fahrzeugmodelle haben höhere Todesrate als der Gesamtdurchschnitt
  • Tesla führt mit 5,6 tödlichen Unfällen pro Milliarde Meilen die Liste an
  • Ursachen liegen eher im Fahrerverhalten als in der Fahrzeugkonstruktion
  • Ablenkung und höhere Geschwindigkeiten konterkarieren Sicherheitsmerkmale
  • Assistenzsysteme können zu trügerischer Sicherheit und Unachtsamkeit führen

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