Projekt "Rodeo": Tesla verlangt von Autopilot-Testern riskante Manöver

Der Automobilhersteller entwickelt schon länger seinen autonomen Fahrassistenten. Das geschieht mit teilweise fragwürdigen Methoden, die das Leben der Testfahrer und anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen. Tesla sieht dabei aber kein Problem. Im Gegenteil.
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Teslas Autopilot weiter in der Entwicklung

Eigentlich wollte Elon Musk schon lange selbstfahrende Teslas auf den Straßen sehen. Die Elektroautos des Herstellers sind schon seit einiger Zeit mit dem Autopiloten des Unternehmens ausgestattet, der etwa Funktionen wie einen Spurhalteassistenten und einen verkehrsabhängigen Tempomat umfasst.

Kunden können gegen eine Gebühr allerdings auch das sogenannte Full Self Driving (FSD) freischalten. Dabei handelt es sich um eine halbautonome Navigation des Autos, die etwa auf Ampeln und Stoppschilder reagiert, selbstständig einparkt oder das Auto aus einer Garage oder von einem Parkplatz fährt.


In der Vergangenheit gab es jedoch immer wieder Unfälle bei Fahrern, die mit aktiviertem Autopiloten unterwegs waren. Über 1000 Vorfälle wurden zuletzt verzeichnet. Tesla arbeitet entsprechend weiter an der Funktion. Wie offizielle Testfahrer berichten, geschieht das allerdings unter zum Teil fragwürdigen Bedingungen.

Absichtliche Gefährdung von Verkehrsteilnehmern

Wie Business Insider berichtet, werden Testfahrer dazu angehalten, in einer Gefahrensituation so spät wie möglich einzugreifen. Denn je länger man den Autopiloten fahren lässt, desto mehr Daten können gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden, auf deren Grundlage das Programm verbessert werden kann. Die Sicherheit der Testfahrer und anderer Verkehrsteilnehmer scheint für das Unternehmen von Elon Musk dabei nur zweitrangig zu sein.

Wie mehrere interviewte Fahrer berichten, kommt es immer wieder zu Situationen, die gefährlich sind. "Ich erinnere mich noch genau an diesen Mann, der von seinem Fahrrad sprang. Er hatte schreckliche Angst. Das Auto raste auf ihn zu, und ich konnte nur noch auf die Bremse treten", erzählt einer der Tester. "Während der gesamten achtstündigen Schicht läuft man so ziemlich auf Adrenalin. Da ist dieses Gefühl, dass es immer kurz davor ist, schrecklich schief zu gehen".

Wie es heißt, sei das Tesla-Team über Vorfälle wie den mit dem Fahrradfahrer aber erfreut. "Er sagte mir: 'Das war perfekt'. Das war genau das, was sie von mir wollten", erzählt der Fahrer.

Sicherheit nur zweitrangig

Keiner der neun Fahrer, die im Rahmen des Interviews befragt wurden, sei bisher jedoch in einen Unfall verwickelt gewesen. Sie berichten aber von etlichen gefährlichen Vorfällen, wie dem oben beschriebenen, bei denen Unbeteiligte wissentlich in Gefahr gebracht wurden.

Musk betonte in der Vergangenheit, dass für Tesla Sicherheit an erster Stelle steht. Bei der Entwicklung des Autopiloten scheint das allerdings nicht immer zu gelten. Hier hat die schnelle Weiterentwicklung des FSD offensichtlich Priorität. Passenderweise trägt das Testprogramm den Namen "Projekt Rodeo".

Zusammenfassung
  • Tesla entwickelt autonomen Fahrassistenten mit fragwürdigen Methoden
  • FSD-Funktion ermöglicht halbautonome Navigation des Fahrzeugs
  • Über 1000 Unfälle mit aktiviertem Autopiloten wurden verzeichnet
  • Testfahrer sollen in Gefahrensituationen möglichst spät eingreifen
  • Sicherheit von Testfahrern und Verkehrsteilnehmern scheint zweitrangig
  • Gefährliche Vorfälle werden für Datensammlung in Kauf genommen
  • Schnelle Weiterentwicklung des FSD hat bei Tesla offenbar Priorität

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