Sony-Debakel: Concord-Studios geschlossen, 210 Mitarbeiter entlassen

Sony zieht die Reißleine: Der Multiplayer-Shooter Concord wird end­gül­tig eingestellt und die Entwicklerstudios Firewalk und Neon Koi sogar geschlossen. Ein teures Debakel in Höhe von 400 Millionen für den Konzern, das 210 Mitarbeitern den Job kostet.
Game, Videospiel, Concord, Hero-Shooter
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Millionengrab Concord: Sony zieht Konsequenzen

Sony hat den Multiplayer-Shooter Concord nach nur zwei Wochen Laufzeit bereits Anfang September eingestellt. Der Konzern zieht damit einen Schlussstrich unter ein Projekt, in das Berichten zufolge über 400 Millionen Dollar (etwa 370 Millionen Euro) geflossen sein sollen.

Die Entscheidung hat weitreichende Folgen: Das für Concord verantwortliche Firewalk Studio wird komplett geschlossen. Auch der Mobilspiele-Entwickler Neon Koi, der Standorte in Berlin und Finnland unterhielt, fällt der Umstrukturierung zum Opfer. Insgesamt verlieren 210 Mitarbeiter ihre Jobs - 172 bei Firewalk und 38 bei Neon Koi.

Das PvP-Ego-Shooter-Genre ist ein Wettbewerbsbereich, der sich ständig weiterentwickelt, und leider haben wir mit diesem Titel unsere Ziele nicht erreicht. Wir werden die Lehren aus Concord ziehen und unsere Live-Service-Fähigkeiten weiter ausbauen, um zukünftiges Wachstum in diesem Bereich zu ermöglichen.
Hermen Hulst, Chef von Sony Interactive Entertainment

Toxische Positivität als Fallstrick

Ein Insider berichtet von "toxisch positivem Denken" während der Entwicklung. Demnach hätten sich alle Beteiligten stets nur gelobt, ohne ernsthaft über Schwächen zu sprechen. Diese Einstellung könnte ein Grund für das Scheitern des Projekts gewesen sein.

Sony hatte große Hoffnungen in Concord gesetzt. Der Konzern soll laut Branchenkennern ein Potenzial wie bei "Star Wars" erwartet haben, mit vielen möglichen Ablegern und Spin-offs. Die Realität sah anders aus: Auf dem PC erreichte das Spiel eine Höchstzahl von lediglich 697 gleichzeitig aktiven Spielern.

Übersättigter Markt für Hero-Shooter

Der Markt für Hero-Shooter ist hart umkämpft. Etablierte Titel wie Fortnite, Valorant und Overwatch 2 dominieren das Genre. Neue Spiele haben es schwer, sich zu behaupten - eine Erfahrung, die auch Amazon mit seinem gescheiterten Crucible machen musste.

Das schnelle Aus von Concord reiht sich in eine Liste prominenter Spieleflops ein. Erinnert sei an Anthem von Bioware, das trotz hoher Erwartungen und jahrelanger Entwicklung nach nur zwei Jahren eingestellt wurde. Auch Battleborn von Gearbox Software konnte sich trotz innovativer Ideen nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen und wurde nach knapp drei Jahren abgeschaltet.


Letzter Auftritt in TV-Serie

Concord wird noch einen letzten Auftritt haben: In der TV-Serie Secret Level, die ab dem 10. Dezember 2024 auf Amazon Prime Video zu sehen sein wird, soll der Shooter neben anderen bekannten Spieletiteln einen Gastauftritt haben. Dies unterstreicht die ursprünglich hohen Erwartungen an das Projekt.

Für Sony bedeutet das Scheitern von Concord einen herben Rückschlag in seinen Bemühungen, im Live-Service-Markt Fuß zu fassen. Der Konzern hatte angekündigt, bis 2026 zwölf Live-Service-Spiele veröffentlichen zu wollen. Ob und wie diese Pläne nun angepasst werden, bleibt abzuwarten.

Was haltet ihr von Sonys Entscheidung, Concord so schnell einzustellen? Hättet ihr dem Shooter mehr Zeit gegeben? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Sony stellt Multiplayer-Shooter Concord ein und schließt Studios
  • 400 Millionen Dollar Verlust und 210 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs
  • Firewalk Studio und Mobilspiele-Entwickler Neon Koi werden geschlossen
  • 'Toxisch positives Denken' während der Entwicklung wird als Grund genannt
  • Concord erreichte nur 697 gleichzeitig aktive Spieler auf dem PC
  • Sony plant bis 2026 zwölf Live-Service-Spiele zu veröffentlichen
  • Concord hat einen Gastauftritt in der TV-Serie 'Secret Level' ab 10. Dezember 2024

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