Meta verbannt russische Propaganda-Medien wie RT von Facebook & Co.

Meta verbannt russische Staatsmedien wie RT von seinen Plattformen. Der Konzern wirft diesen vor, verdeckte Propaganda-Kampagnen in sozialen Medien durchzuführen. Die Maßnahme erfolgt kurz nach neuen US-Sanktionen gegen russische Medien und vor der US-Wahl 2024.
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Meta geht gegen russische Staatsmedien vor

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat angekündigt, russische Staatsmedien wie RT (ehemals Russia Today) und Rossiya Segodnya von seinen Plattformen zu werfen. Wie der Guardian berichtet, wirft Meta ihnen vor, irreführende Taktiken für Einflusskampagnen in sozialen Medien zu nutzen.

Nach sorgfältiger Prüfung haben wir unsere laufenden Maßnahmen gegen russische Staatsmedien ausgeweitet. Rossiya Segodnya, RT und andere verbundene Einrichtungen sind jetzt aufgrund ausländischer Einflussnahme weltweit von unseren Apps verbannt.
Meta-Sprecher
Das Verbot soll in den kommenden Tagen auf allen Meta-Plattformen wie Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads umgesetzt werden.

Der Schritt stellt eine deutliche Verschärfung der bisherigen Maßnahmen dar. Meta hatte in der Vergangenheit bereits Werbeverbote für russische Staatsmedien verhängt und deren Reichweite eingeschränkt. Mit dem kompletten Verbot geht das Unternehmen nun wesentlich härter vor.

Hintergrund sind offenbar neue Erkenntnisse über Desinformationskampagnen russischer Medien. Erst kürzlich hatte das US-Justizministerium Anklage gegen zwei RT-Mitarbeiter erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, fast zehn Millionen Dollar in eine US-Firma investiert zu haben, um Online-Inhalte zu produzieren, die die US-Präsidentschaftswahl 2024 beeinflussen sollen.


Russische Einflussnahme

US-Außenminister Antony Blinken kündigte am Freitag neue Sanktionen gegen RT an. Laut Blinken funktioniere der Sender "wie ein de-facto-Arm des russischen Geheimdienstapparats". RT soll demnach gezielt Länder in Europa, Afrika sowie Nord- und Südamerika mit Desinformation ins Visier nehmen.

Die Geschichte von RT reicht bis ins Jahr 2005 zurück, als der Sender unter dem Namen Russia Today von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti gegründet wurde. Seitdem hat sich RT zu einem globalen Mediennetzwerk mit Kanälen in mehreren Sprachen entwickelt.

Meta steht unter zunehmendem Druck, ausländische Einflussnahme auf seinen Plattformen einzudämmen. Besonders im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl am 5. November 2024 wächst die Sorge vor gezielter Desinformation. Bereits bei der Wahl 2016 war Meta in die Kritik geraten, russische Einflussnahme nicht ausreichend verhindert zu haben.

Der Konzern hat seitdem seine Bemühungen zur Erkennung und Bekämpfung von Falschinformationen verstärkt. Regelmäßig veröffentlicht Meta Berichte über ausländische Propaganda-Aktivitäten und entfernt entsprechende Inhalte von seinen Plattformen.

Reaktionen und Auswirkungen

Vor dem Verbot hatte RT auf Facebook über 7,2 Millionen Follower und auf Instagram eine Million Anhänger. Der Sender selbst hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen und dem Verbot geäußert. In der Vergangenheit wies RT Anschuldigungen stets zurück und bezeichnete sich als unabhängiges Medienunternehmen.

Zusammenfassung
  • Meta verbannt RT und Rossiya Segodnya von seinen Plattformen
  • Vorwurf der Nutzung irreführender Taktiken für Einflusskampagnen
  • Verbot wird auf Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads umgesetzt
  • Hintergrund sind neue Erkenntnisse über Desinformationskampagnen
  • US-Sanktionen gegen RT wegen Rolle als Arm des russischen Geheimdienstes
  • Meta verstärkt Maßnahmen gegen ausländische Einflussnahme vor US-Wahl 2024

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