Schwere psychische Probleme:
140 Moderatoren verklagen Facebook

In Kenia klagen 140 ehemalige Content-Moderatoren gegen Meta. Nach jahre­lan­ger Sichtung verstörender Facebook-Inhalte leiden sie unter schweren psy­chi­schen Erkrankungen. Mehr als das: Für die gleiche Arbeit erhielten sie nur einen Bruchteil des Gehalts ihrer US-Kollegen.
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Traumatische Folgen der Content-Moderation

Der Job als Facebook-Moderator ist ein knochenharter, doch laut einer Klage ist er sogar mehr als das: Denn bei 144 kenianischen Content-Moderatoren wurde eine schwere posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; englisch PTSD) diagnostiziert. Die Betroffenen waren zwischen 2019 und 2023 für die Überprüfung und Entfernung verstörender Inhalte auf Facebook zuständig. Nun haben etwa 190 ehemalige Mitarbeiter auf Basis dieser und anderer psychischer Schäden eine Klage gegen den Meta-Konzern und das Outsourcing-Unternehmen Samasource eingereicht.

Die Arbeitsbedingungen der Moderatoren waren außergewöhnlich belastend, heißt es in der Klage. In acht- bis zehnstündigen Schichten mussten sie Beiträge auf Verstöße gegen Facebooks Nutzungsbedingungen prüfen. Dabei wurden sie täglich mit Darstellungen von extremer Gewalt, Kindesmissbrauch, Selbstverletzungen und Terrorismus konfrontiert. Infografik Social Media: Diese Netzwerke werden für Nachrichten genutztSocial Media: Diese Netzwerke werden für Nachrichten genutzt Und dafür gab es nicht einmal genügend "Schmerzensgeld": Denn die kenianischen Moderatoren erhielten für diese belastende Tätigkeit nur etwa ein Achtel des Gehalts ihrer US-amerikanischen Kollegen, berichtet der Guardian.

Schwere gesundheitliche Schäden

Die diagnostizierten Erkrankungen umfassen:

  • Psychische Störungen: PTBS und generalisierte Angststörungen
  • Körperliche Symptome: Erbrechen und Ohnmachtsanfälle während der Arbeit
  • Suchtprobleme: Mindestens 40 Betroffene entwickelten Abhängigkeiten von Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen

Rechtliche Konsequenzen

Die Kläger erheben deshalb schwere Vorwürfe gegen Meta und Samasource. Sie werfen den Unternehmen vorsätzliche Zufügung psychischer Schäden, unfaire Beschäftigungspraktiken sowie Menschenhandel vor. Meta hat aufgrund des laufenden Verfahrens bisher keine Stellung bezogen, betont aber grundsätzlich die Bedeutung von Unterstützungsangeboten für Content-Moderatoren.

Zusammenfassung
  • 140 kenianische Facebook-Moderatoren klagen wegen schwerer PTBS gegen Meta
  • Betroffene mussten zwischen 2019 und 2023 verstörende Inhalte kontrollieren
  • Moderatoren sahen täglich extreme Gewalt und Kindesmissbrauch in Beiträgen
  • Gehalt der kenianischen Moderatoren betrug nur ein Achtel der US-Kollegen
  • Mitarbeiter entwickelten schwere psychische Störungen und Suchtprobleme
  • Vorwürfe gegen Meta: Vorsätzliche Zufügung psychischer Schäden und Menschenhandel

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