Microsoft und Co. wollen nicht für Ausbau der Stromnetze zahlen

Für die großen Tech-Konzerne dürfte es wie ein Déjà-vu wirken: Nach den Telekommunikations- wollen nun auch die Strom-Netzbetreiber Geld von ihnen, um die Kosten für die Infrastruktur im Griff zu behalten.
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Pionier-Verhandlungen in Ohio

Stellvertretend für sicherlich noch viele kommende Regionen wird die Auseinandersetzung aktuell im US-Bundesstaat Ohio geführt, wie die Washington Post berichtet. Dieser ist für Tech-Konzerne wie Google, Amazon, Microsoft und Meta ein wichtiger Standort für Datenzentren. Der lokale Stromversorger American Electric Power Ohio (AEP) will nun aber, dass die Unternehmen sich stärker an den Kosten für den Um- und Ausbau der Stromnetze beteiligen.

In einer im letzten Monat bei der Ohio Public Utility Commission eingereichten Stellungnahme bezeichneten die Tech-Unternehmen den Vorschlag als "unfair" und "diskriminierend". AEP hingegen argumentiert, dass die Tarifsteigerung bei den Datenzentren-Betreibern notwendig sei, um zu verhindern, dass die Kosten für neue Infrastruktur auf andere Kunden, wie private Haushalte und mittelständische Unternehmen, abgewälzt werden.


Dieser Fall könnte landesweit und auch darüber hinaus richtungsweisend sein, indem er Weichen stelle, wie mit dem wachsenden Energiebedarf der Datenzentren-Betreiber umgegangen wird. Denn die Tech-Konzerne sind letztlich keine normalen Stromkunden mehr. Ihr rasant steigender Hunger nach Energie macht es vielerorts erst notwendig, dass die Übertragungsnetze massiv umgebaut werden.

So hat sich Zentral-Ohio in den letzten Jahren zu einem Hotspot für Rechenzentren entwickelt. Doch der steigende Energiebedarf hat AEP im vergangenen Jahr dazu gezwungen, vorübergehend keine neuen Verträge für Rechenzentren abzuschließen. Der Versorger benötigt eine Lösung, wie die notwendigen Investitionen in neue Stromleitungen und Infrastruktur finanziert werden sollen.

Doppelbelastung

Ähnliche Probleme gibt es in anderen Regionen wie Nord-Virginia, Atlanta und Maricopa County in Arizona. Experten befürchten, dass die US-Stromnetz-Betreiber nicht in der Lage sein könnten, gleichzeitig sowohl die Umbauten für eine dezentrale Versorgung aus erneuerbaren Quellen als auch den steigenden Bedarf der KI-gestützten Datenverarbeitung parallel zu bewältigen.

Laut dem Vorschlag von AEP sollen Rechenzentren in Ohio künftig 90 Prozent der prognostizierten Energiekosten im Voraus bezahlen - und das über eine Laufzeit von zehn Jahren, selbst wenn die tatsächliche Nutzung niedriger ausfällt. Bisher lag dieser Wert bei 60 Prozent. Die Entscheidung in Ohio wird von anderen Versorgungsunternehmen in den USA genau beobachtet. Sollte AEP Erfolg haben, könnten ähnliche Verhandlungen landesweit zunehmen.

Zusammenfassung
  • Tech-Konzerne sollen in Ohio mehr für Stromnetze zahlen
  • AEP fordert höhere Beteiligung an Infrastrukturkosten
  • Tech-Unternehmen kritisieren Vorschlag als unfair
  • Steigender Energiebedarf durch Datenzentren
  • AEP stoppte Verträge für Rechenzentren wegen Kapazitätsmangel
  • Vorschlag: Rechenzentren zahlen 90% der Energiekosten vorab
  • Entscheidung könnte Signalwirkung für USA haben

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