Ballungen von Datenzentren graben ganzer Region das Wasser ab
Wenn über Industrien gesprochen wird, die ganzen Landstrichen das Wasser abgraben, denkt kaum jemand an die Technologiebranche. Genau dies ist in Regionen, in denen sich immer mehr große Datenzentren konzentrieren, allerdings der Fall.
Laut eines Berichts der Financial Times stieg der Wasserverbrauch in einigen Teilen der Region in den letzten fünf Jahren von etwa 4,28 Millionen Kubikmetern im Jahr 2019 auf mehr als 7 Millionen Kubikmeter im Jahr 2023. Diese Zahlen stammen aus Daten, die durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz von Wasserbehörden in den Bezirken Fairfax, Loudoun, Prince William und Fauquier erhoben wurden.
Wasser wird in Rechenzentren hauptsächlich zur Kühlung eingesetzt, und die zunehmende Nachfrage nach Rechenleistung - insbesondere durch rechenintensive KI-Anwendungen - könnte den Wasserverbrauch weiter in die Höhe treiben. Dies ist besonders besorgniserregend, da einige dieser Rechenzentren in wasserarmen Regionen liegen, die bereits von Dürren betroffen sind.
Ende 2023 bildete sich die Virginia Data Center Reform Coalition, ein Zusammenschluss von Klima- und Denkmalschutzorganisationen, um gegen den unkontrollierten Bau von Rechenzentren ohne Berücksichtigung der Umweltauswirkungen vorzugehen. Jedoch gibt es auch Stimmen, die den alarmierenden Berichten widersprechen. So behauptete Michael Lesniak von der Firma Aquatech, dass die meisten Rechenzentren in Loudoun County recyceltes Abwasser verwenden, das andernfalls in die Chesapeake Bay geleitet würde. Zudem würden viele neue Anlagen gänzlich auf Wasser zur Kühlung verzichten.
Auch international ist der steigende Wasserverbrauch von Rechenzentren ein Problem. In Großbritannien erwog der Versorger Thames Water im vergangenen Jahr Maßnahmen, um den Wasserverbrauch der Rechenzentren zu begrenzen, darunter die Installation von Durchflussbegrenzern oder höhere Gebühren zu Spitzenzeiten.
Siehe auch:
Verbrauch steigt sprunghaft
Im US-Bundesstaat Virginia liegt die sogenannte "Datacenter-Hauptstadt der Welt". Im Norden haben sich bisher rund 300 Rechenzentren verschiedener Unternehmen konzentriert. Deren steigender Wasserverbrauch sorgt für Besorgnis, da er seit 2019 um fast zwei Drittel zugenommen haben soll. Experten warnen, dass der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) die Situation weiter verschärfen könnte.Laut eines Berichts der Financial Times stieg der Wasserverbrauch in einigen Teilen der Region in den letzten fünf Jahren von etwa 4,28 Millionen Kubikmetern im Jahr 2019 auf mehr als 7 Millionen Kubikmeter im Jahr 2023. Diese Zahlen stammen aus Daten, die durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz von Wasserbehörden in den Bezirken Fairfax, Loudoun, Prince William und Fauquier erhoben wurden.
Wasser wird in Rechenzentren hauptsächlich zur Kühlung eingesetzt, und die zunehmende Nachfrage nach Rechenleistung - insbesondere durch rechenintensive KI-Anwendungen - könnte den Wasserverbrauch weiter in die Höhe treiben. Dies ist besonders besorgniserregend, da einige dieser Rechenzentren in wasserarmen Regionen liegen, die bereits von Dürren betroffen sind.
Enorme Bautätigkeit
Zwischen 2015 und 2023 erlebte die Region eine massive Expansion ihrer Rechenzentrumskapazitäten. Der Northern Virginia Technology Council berichtete von einer Verfünffachung in diesem Zeitraum. Diese rasche Expansion führte bereits zu Sorgen über den Landverbrauch und den Bedarf an elektrischer Energie, und nun rückt auch der Wasserverbrauch stärker in den Fokus.Ende 2023 bildete sich die Virginia Data Center Reform Coalition, ein Zusammenschluss von Klima- und Denkmalschutzorganisationen, um gegen den unkontrollierten Bau von Rechenzentren ohne Berücksichtigung der Umweltauswirkungen vorzugehen. Jedoch gibt es auch Stimmen, die den alarmierenden Berichten widersprechen. So behauptete Michael Lesniak von der Firma Aquatech, dass die meisten Rechenzentren in Loudoun County recyceltes Abwasser verwenden, das andernfalls in die Chesapeake Bay geleitet würde. Zudem würden viele neue Anlagen gänzlich auf Wasser zur Kühlung verzichten.
Betreiber arbeiten dran
Dennoch bleibt der Wasserverbrauch ein drängendes Thema. Große Betreiber wie Amazon Web Services (AWS) haben bereits Maßnahmen angekündigt, um ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. AWS hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 "wasserpositiv" zu werden. Doch Microsoft räumte erst letztes Jahr ein, dass der Wasserverbrauch in seinen Anlagen um ein Drittel gestiegen sei - eine Folge des Booms bei generativer KI.Auch international ist der steigende Wasserverbrauch von Rechenzentren ein Problem. In Großbritannien erwog der Versorger Thames Water im vergangenen Jahr Maßnahmen, um den Wasserverbrauch der Rechenzentren zu begrenzen, darunter die Installation von Durchflussbegrenzern oder höhere Gebühren zu Spitzenzeiten.
Zusammenfassung
- Wasserverbrauch von Datenzentren in Virginia steigt stark an
- Rechenzentren nutzen Wasser vorrangig zur Kühlung
- Künstliche Intelligenz erhöht den Bedarf an Rechenleistung
- Expansion der Rechenzentren führt zu Umweltbedenken
- Virginia Data Center Reform Coalition gegründet
- Einige Betreiber setzen auf recyceltes Abwasser
- AWS strebt an, bis 2030 wasserpositiv zu sein
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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