Lego will wachsender Konkurrenz mit Umweltfreundlichkeit begegnen

Der dänische Hersteller von Klemmbausteinen Lego ist in der letzten Zeit massiv durch Konkurrenten unter Druck geraten. Um sich von diesen zumindest ein wenig abzusetzen, will man jetzt vor allem auch umweltfreundlichere Produkte anbieten.

Mehr Recycling-Rohstoffe

Das Unternehmen will bis 2026 die Hälfte des für seine berühmten Bausteine verwendeten Plastiks aus erneuerbaren oder recycelten Materialien herzustellen. Dies ist ein abgeschwächter Ansatz zu früheren Plänen: Im vergangenen Jahr hatte Lego die Bemühungen eingestellt, seine Steine vollständig aus recycelten Flaschen herzustellen, da dies mit hohen Kosten und Produktionsproblemen verbunden war.

Derzeit bestehen nur 22 Prozent des Materials in den bunten Bausteinen nicht aus fossilen Rohstoffen - also vor allem Erdöl-Bestandteilen. Langfristig plant Lego, bis 2032 vollständig auf erneuerbares und recyceltes Plastik umzusteigen und hat dafür nach eigenen Angaben bereits über 600 alternative Materialien getestet, berichtet die britische Zeitung The Guardian.


Um den Anteil an Öl-basiertem Plastik zu verringern, ist das Unternehmen unter anderem bereit, bis zu 70 Prozent mehr für zertifiziertes, erneuerbares Harz zu zahlen, das hier ebenfalls zum Einsatz kommen kann. Damit will Lego die Hersteller dazu ermutigen, die Produktion von nachhaltigen Materialien zu erhöhen.

Die aktuellen Ersatzstoffe, die von Lego verwendet werden, stammen aus Abfällen wie Speiseöl oder Fett aus der Lebensmittelindustrie sowie aus recycelten Materialien. Diese sind jedoch zwei- bis dreimal teurer, da der Markt für diese Materialien noch in der Entwicklung steckt.

Lieferkette ankurbeln

Laut Niels Christiansen, dem Geschäftsführer von Lego, bedeutet der Umstieg auf nachhaltigere Materialien eine erhebliche Kostensteigerung in der Produktion der Bausteine. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, die Ausgaben für Nachhaltigkeit auf rund 400 Millionen Euro pro Jahr bis 2025 zu verdreifachen, ohne die höheren Kosten auf die Verbraucher umzulegen. "Bisher haben wir entschieden, dass wir die Last selbst tragen und die zusätzlichen Kosten aus unserem Gewinn abdecken", sagte Christiansen.

Er betonte, dass Lego diese Investitionen auch tätige, um die Industrie anzuregen, sich weiterzuentwickeln und die Lieferkette zu verändern. Man hoffe, dass dadurch langfristig neue und kostengünstigere Materialien entstehen, die dem Unternehmen helfen, sein Ziel für 2032 zu erreichen.

Das große Lego-Sortiment Jetzt neu bei Media Markt Zum Angebot
Zusammenfassung
  • Lego setzt auf umweltfreundlichere Bausteine bis 2026
  • Bis 2032 sollen alle Lego-Steine aus nachhaltigem Material sein
  • Aktuell sind 22 Prozent der Lego-Materialien erneuerbar
  • Lego testete über 600 alternative Materialien
  • Bis zu 70 Prozent mehr Kosten für nachhaltiges Harz
  • Ersatzstoffe aus Speiseöl und recycelten Materialien
  • Lego trägt höhere Produktionskosten selbst

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!