Highlight
Weltweit schnellstes Mikroskop zeigt bewegte Atome und Elektronen
Ein Team von Physikern hat das wahrscheinlich schnellste Mikroskop der Welt entwickelt. Mit ihm lassen sich sogar die extrem flinken Bewegungen von Atomen beobachten, wofür Aufnahmen im Attosekunden-Bereich angefertigt werden müssen.
"Die Verbesserung der zeitlichen Auflösung in Elektronenmikroskopen wurde lange erwartet und war der Fokus vieler Forschungsgruppen, weil wir alle die Elektronenbewegungen sehen wollen", erklärte Mohammed Hassan von der University of Arizona Tucson. "Zum ersten Mal können wir mit unserem Elektronentransmissionsmikroskop eine zeitliche Auflösung im Attosekunden-Bereich erreichen. Wir haben es 'Attomikroskopie' genannt. Zum ersten Mal können wir Teile des Elektrons in Bewegung sehen."
Die Verteilung der Elektronendichte in einer Graphenprobe.
Elektronentransmissionsmikroskopie (TEM) ist eine Technik, die zur Erzeugung von Bildern der kleinsten Strukturen in der physikalischen Welt verwendet wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtmikroskopen nutzt TEM Elektronenstrahlen, die durch eine Materialprobe geleitet werden. Die Wechselwirkung zwischen den Elektronen und der Probe erzeugt das Bild. Die Qualität der TEM-Bilder hängt von der Geschwindigkeit der Laserimpulse ab, die die Elektronen übertragen - je kürzer die Impulse, desto besser das Bild.
Bisher erreichten TEM-Laser eine Dauer von einigen Attosekunden, wobei die Impulse in kurzen Stößen freigesetzt wurden. Dies ermöglichte zwar die Erzeugung einer Bildserie, doch da sich Elektronen zwischen den Impulsen schneller bewegten, gingen wesentliche Informationen verloren - ähnlich, wie es bei Bewegungen und zu hohen Belichtungszeiten bei der normalen Fotografie der Fall ist.
Das Ergebnis ist eine präzise Karte der Elektronendynamik, die neue Studien zur Verhaltensweise dieser wichtigen Teilchen ermöglicht. "Dieses Elektronentransmissionsmikroskop ist wie eine sehr leistungsfähige Kamera in den neuesten Smartphones; es ermöglicht uns, Dinge zu sehen, die wir vorher nicht sehen konnten - wie Elektronen", so Hassan. "Mit diesem Mikroskop hoffen wir, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft die Quantenphysik hinter dem Verhalten und der Bewegung von Elektronen besser verstehen kann." Die Forschung wurde im Journal Science Advances veröffentlicht.
Siehe auch:
Unfassbar kurze Zeiträume
Für unser alltägliches Verständnis sind im Grunde schon deutlich größere Bruchteile einer Sekunde nur noch schwer zu erfassen. Eine Attosekunde ist allerdings das Milliardstel eines Milliardstels einer Sekunde. Die an der University of Arizona in Tucson entwickelte Mikroskopietechnik ermöglicht es so, Elektronenbewegungen in Echtzeit zu beobachten."Die Verbesserung der zeitlichen Auflösung in Elektronenmikroskopen wurde lange erwartet und war der Fokus vieler Forschungsgruppen, weil wir alle die Elektronenbewegungen sehen wollen", erklärte Mohammed Hassan von der University of Arizona Tucson. "Zum ersten Mal können wir mit unserem Elektronentransmissionsmikroskop eine zeitliche Auflösung im Attosekunden-Bereich erreichen. Wir haben es 'Attomikroskopie' genannt. Zum ersten Mal können wir Teile des Elektrons in Bewegung sehen."
Die Verteilung der Elektronendichte in einer Graphenprobe.
Elektronentransmissionsmikroskopie (TEM) ist eine Technik, die zur Erzeugung von Bildern der kleinsten Strukturen in der physikalischen Welt verwendet wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtmikroskopen nutzt TEM Elektronenstrahlen, die durch eine Materialprobe geleitet werden. Die Wechselwirkung zwischen den Elektronen und der Probe erzeugt das Bild. Die Qualität der TEM-Bilder hängt von der Geschwindigkeit der Laserimpulse ab, die die Elektronen übertragen - je kürzer die Impulse, desto besser das Bild.
Bisher erreichten TEM-Laser eine Dauer von einigen Attosekunden, wobei die Impulse in kurzen Stößen freigesetzt wurden. Dies ermöglichte zwar die Erzeugung einer Bildserie, doch da sich Elektronen zwischen den Impulsen schneller bewegten, gingen wesentliche Informationen verloren - ähnlich, wie es bei Bewegungen und zu hohen Belichtungszeiten bei der normalen Fotografie der Fall ist.
Hilfe bei Quantenforschung
Das Forschungsteam wollte herausfinden, ob es möglich wäre, die Dauer der gepulsten Strahlen auf nur eine Attosekunde zu verkürzen - die Geschwindigkeit, mit der sich die Elektronen bewegen - und so den TEM zu ermöglichen, Elektronen in einer Art "Freeze-Frame" festzuhalten. Der Durchbruch wurde erreicht, indem der Impuls in drei Teile aufgeteilt wurde: zwei Lichtimpulse und ein Elektronenimpuls. Der erste Lichtimpuls, der sogenannte Pumpimpuls, injiziert Energie in eine Graphenprobe und bringt die Elektronen in Bewegung. Der zweite Lichtimpuls, der Gateimpuls, öffnet ein "Fenster", währenddessen ein einzelner Elektronenimpuls im Attosekunden-Bereich auf die Probe abgefeuert wird, um die subatomaren Prozesse festzuhalten.Das Ergebnis ist eine präzise Karte der Elektronendynamik, die neue Studien zur Verhaltensweise dieser wichtigen Teilchen ermöglicht. "Dieses Elektronentransmissionsmikroskop ist wie eine sehr leistungsfähige Kamera in den neuesten Smartphones; es ermöglicht uns, Dinge zu sehen, die wir vorher nicht sehen konnten - wie Elektronen", so Hassan. "Mit diesem Mikroskop hoffen wir, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft die Quantenphysik hinter dem Verhalten und der Bewegung von Elektronen besser verstehen kann." Die Forschung wurde im Journal Science Advances veröffentlicht.
Zusammenfassung
- Physiker entwickeln schnellstes Mikroskop weltweit
- Neues Mikroskop kann Atom-Bewegungen in Echtzeit zeigen
- Technik ermöglicht Aufnahmen im Attosekunden-Bereich
- 'Attomikroskopie' erlaubt Sicht auf Elektronenbewegungen
- TEM nutzt Elektronenstrahlen zur Bildgebung
- Neue TEM-Technik verkürzt Laserimpulse auf Attosekunden
- Durchbruch ermöglicht präzise Karte der Elektronendynamik
Siehe auch:
Thema:
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen