Nvidia: Goldrausch geht weiter - Anleger werden aber bereits nervös

Der Chiphersteller Nvidia eilt derzeit von einem Rekord zum Nächsten - denn die teuren KI-Chips finden weiterhin reißenden Absatz. Allerdings werden die Anleger inzwischen auch schon etwas nervös und selbst feinste Details sorgen für einige Unruhe.
Logo, Nvidia, Schriftzug

Mehr als verdoppelt

Nvidia hat jetzt die Finanzergebnisse für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2024 vorgelegt. Die zentrale Größe darin ist der Umsatz von 30 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einer Steigerung um 122 Prozent im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres entspricht.

Nvidias Nettogewinn belief sich im vergangenen Quartal auf 16,6 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und eine Zunahme von 168 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Einen Teil des hohen Überschusses will das Unternehmen nutzen, um ein Aktienrückkaufprogramm durchzuführen, was den ohnehin bereits kräftig gestiegenen Kurs noch einmal ein Stück nach oben treiben dürfte.


Die genannten Ergebnisse übertrafen sowohl die eigenen Prognosen des Unternehmens als auch die Erwartungen der Analysten. Doch laut eines Berichts von Reuters zeigten sich einige Investoren weniger beeindruckt. Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group, wird mit der Aussage zitiert: "Das Problem ist, dass die Größe des Übertrumpfens diesmal viel kleiner war als in den vorherigen Quartalen. Selbst die zukünftige Prognose wurde angehoben, aber nicht in dem Umfang, den wir bisher gesehen haben."


Es reichen also schon solch kleine Wackler, um die Anleger nervös zu machen. Infolgedessen fiel der Nvidia-Aktienkurs bei der Herausgabe des Berichts um über 6 Prozent. Dies zeigt auch, dass den Aktionären durchaus klar ist, dass der aktuelle Boom ausschließlich an einem bestimmten Produkt liegt, bei dem die Konkurrenz schnell nachzuziehen versucht. Mit der Dominanz Nvidias im KI-Sektor kann es so letztlich auch schnell wieder vorbei sein.

Blackwell auf Kurs

Für das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2024 erwartet Nvidia aber erst einmal einen weiteren Umsatzanstieg auf 32,5 Milliarden Dollar, plus oder minus 2 Prozent. Zudem kündigte das Unternehmen die zukünftige Veröffentlichung seiner nächsten Generation von KI-Grafikprozessoren namens Blackwell an. Konzernchef Jensen Huang erklärte: "Blackwell-Muster werden aktuell an unsere Partner und Kunden versandt."

Es gab zuvor Gerüchte, dass die Massenproduktion der Blackwell-GPUs aufgrund eines Designfehlers im Chip auf das erste Quartal 2025 verschoben werden könnte. In den aktuellen Finanzberichten des Unternehmens gab es jedoch keine Hinweise auf einen solchen Fehler oder eine Verzögerung bei der Auslieferung.

Zusammenfassung
  • Nvidia erreicht im Q2 2024 einen Umsatz von 30 Milliarden Dollar
  • Nettogewinn steigt auf 16,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 168 Prozent zum Vorjahr
  • Aktienkurs fällt nach Berichtsveröffentlichung um über 6 Prozent
  • Anleger sind trotz Übertrumpfung der Erwartungen nervös
  • Nvidia plant Aktienrückkauf, was den Kurs weiter steigern könnte
  • Für Q3 2024 wird ein Umsatz von 32,5 Milliarden Dollar erwartet
  • Neue KI-Grafikprozessoren Blackwell werden an Partner versandt

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