Nvidia soll massiv Videos bei YouTube und Netflix abgegriffen haben

Nvidia steht im Mittelpunkt von fast allen Berichten, die mit künstlicher Intelligenz zu tun haben. Das betrifft vor allem Hardware, denn der GPU-Hersteller liefert im Wesentlichen alle für KIs relevanten Pro­zes­so­ren. Doch auch bei Software möchte man mitmischen - mit Folgen.
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Nvidia hier, Nvidia dort, Nvidia überall

Nvidia ist aktuell nicht nur ein in der Hard- und Software-Welt häufig fallender Name, auch in der Wirtschaft kommt kaum ein Bericht (zuletzt allerdings negativ, nämlich zum jüngsten Abrutschen der Märkte) ohne den Hersteller aus. Denn bis vor ein paar Tagen war Nvidia der Überflieger an der Börse, zuletzt war man aber einer der Gründe, warum es scharf nach unten geht - denn so mancher Experte befürchtete, dass die KI-Blase vor dem Platzen steht.

Nun ist Nvidia erneut in den Schlagzeilen und wieder sind diese nicht gerade positiv: Denn laut einem Bericht von 404 Media entwickelt der GPU-Hersteller derzeit seine eigene KI. Das ist nicht überraschend, da Nvidia wie erwähnt dank künstlicher Intelligenz zuletzt eine beispiellose Erfolgsgeschichte schreiben konnte.

Doch auch Nvidia ist an einen Punkt gestoßen, der die Branche schon lange beschäftigt: Wie trainiert man die KI-Modelle effektiv? Die Antwort lautet, wie so oft: Augen zu und durch und hoffen, dass man nicht erwischt wird. Denn laut 404 Media hat das Unternehmen seine Beschäftigten angewiesen, Videos von YouTube, Netflix sowie andere Datensätze herunterzuladen, um seine eigenen kommerziellen KI-Projekte zu entwickeln.


Hemmungsloses "Scrapen"

Der Bericht stützt sich auf durchgesickerte Dokumente, darunter Tabellen, E-Mails und Chat-Nachrichten, die zeigen, dass Nvidia ziemlich hemmungslos die Videos abgegriffen hat. Ziel der Trainings waren etwa der eigene "Omniverse 3D" genannte Weltengenerator, autonome Fahrzeugsysteme und mehr.

Das Ganze wurde mithilfe dutzender virtueller PCs durchgeführt, die auf Amazon Web Service (AWS) gehostet wurden. In nur einem Monat soll Nvidia hier mehr als 30 Millionen URLs angehäuft haben. Die VMs sowie wechselnde IP-Adressen kamen zum Einsatz, um der Erkennung durch YouTube zu entgehen.

Der GPU-Hersteller verteidigte die Praxis und verwies darauf, dass man "in voller Übereinstimmung mit dem Buchstaben und dem Geist des Urheberrechtsgesetzes" sei. Nvidia behauptet, dass Urheberrechte bestimmte Ausdrücke schützen würden, "aber nicht Fakten, Ideen, Daten oder Informationen".

Laut Nvidia sei diese Praxis mit dem Recht einer Person vergleichbar, "Fakten, Ideen, Daten oder Informationen aus einer anderen Quelle zu übernehmen und sie für ihre eigenen Äußerungen zu verwenden". Bei YouTube und auch Netflix wird man diesen Argumenten aber sicherlich scharf widersprechen.

Auch intern gab es für die Praxis Kritik bzw. Rückfragen von Mitarbeitern, doch diese wischte das Management vom sich: Zweiflern wurde mitgeteilt, dass das bereits von ganz oben abgesegnet wurde und Kritik nicht erwünscht sei.

Zusammenfassung
  • Nvidia ist zentraler Akteur bei Hardware für KIs
  • Softwareentwicklung bei Nvidia nimmt zu
  • Börsenperformance von Nvidia zuletzt negativ
  • Eigene KI-Entwicklung bei Nvidia verursacht Kontroversen
  • Nvidia beschuldigt, Inhalte für KI-Training zu nutzen
  • Massive Datensammlung über AWS und virtuelle PCs
  • Nvidia verteidigt sich gegen Urheberrechtsvorwürfe
  • Interne Kritik an Nvidias Praktiken wird ignoriert

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