Raketentest von deutschem Startup endet mit spektakulärer Explosion
Rückschlag für das deutsche Raketen-Startup Rocket Factory Augsburg (RFA) und die private europäische Raumfahrt: Bei einem Test am schottischen Weltraumbahnhof SaxaVord explodierte die erste Stufe der RFA One genannten Rakete und sorgte für einen spektakulären Feuerball.
Laut RFA sollten bei diesem Test erstmals alle neun Triebwerke der ersten Stufe gleichzeitig gezündet werden. Videoaufnahmen der BBC zeigen (via Ars Technica), wie sich unmittelbar nach der Zündung eine Explosion am Fuß der Rakete ereignete. Zunächst schossen große Flammen und Rauchschwaden horizontal aus dem unteren Teil der Rakete. Wenige Augenblicke später brach die gesamte Struktur zusammen und explodierte beim Aufprall auf den Boden.
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"Es gab eine Anomalie, die zum Verlust der Stufe führte", kommentierte RFA den Vorfall in einer knappen Stellungnahme. Das Unternehmen betonte, dass niemand verletzt wurde und die Startrampe "gerettet und gesichert" sei. Das Augsburger Unternehmen kündigte an, eng mit dem SaxaVord Spaceport und den Behörden zusammenzuarbeiten, um die Ursache des Vorfalls zu ermitteln. Man teilte außerdem mit: "Wir entwickeln iterativ mit einem Schwerpunkt auf reale Tests. Das ist Teil unserer Philosophie, und wir waren uns der höheren Risiken bewusst, die mit diesem Ansatz verbunden sind."
Doch der Vorfall wirft Fragen zur Zukunft des Projekts auf. Noch Anfang August hatte der CEO des Hauptaktionärs OHB von einem bevorstehenden Erstflug "in wenigen Wochen" gesprochen. Diese optimistische Zeitplanung ist nun hinfällig. Experten rechnen mit einer Verzögerung von mindestens mehreren Monaten, möglicherweise sogar Jahren - abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung.
Der Vorfall ist auch eine mehr als schlechte Nachricht für SaxaVord Spaceport: Der schottische Weltraumbahnhof beabsichtigt, sich als erster voll lizenzierter vertikaler Startplatz in Westeuropa zu etablieren.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA setzt große Hoffnungen in diese neuen kommerziellen Anbieter. Angesichts von Verzögerungen bei der Ariane 6 und Problemen mit der Vega-C-Rakete sucht die ESA dringend nach Alternativen, um nicht vollständig von US-Anbietern wie SpaceX abhängig zu werden.
Die RFA One-Rakete besteht aus einer Struktur aus rostfreiem Stahl und verwendet neun Helix-Triebwerke, die mit Kerosin und flüssigem Sauerstoff betrieben werden. Bei voller Leistung sollen diese Triebwerke mehr als 900 Kilonewton Schub erzeugen. Die vollständig aufgebaute Rakete soll 30 Meter hoch sein.
Siehe auch:
Spektakuläre Explosion bei Triebwerkstest
Das deutsche Raumfahrt-Startup Rocket Factory Augsburg (RFA) hat einen herben Rückschlag erlitten. Bei einem entscheidenden Test der ersten Stufe seiner Rakete RFA One kam es am Montagabend zu einer schweren Explosion auf dem Testgelände des Weltraumbahnhofs SaxaVord auf der schottischen Insel Unst. Der Test sollte ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum ersten Orbitalflug der RFA One sein, der ursprünglich noch für dieses Jahr geplant war. Stattdessen endete er in einem Feuerball, der die Stufe komplett zerstörte und den Startplatz selbst beschädigte.Laut RFA sollten bei diesem Test erstmals alle neun Triebwerke der ersten Stufe gleichzeitig gezündet werden. Videoaufnahmen der BBC zeigen (via Ars Technica), wie sich unmittelbar nach der Zündung eine Explosion am Fuß der Rakete ereignete. Zunächst schossen große Flammen und Rauchschwaden horizontal aus dem unteren Teil der Rakete. Wenige Augenblicke später brach die gesamte Struktur zusammen und explodierte beim Aufprall auf den Boden.
Auf YouTube ansehen"Es gab eine Anomalie, die zum Verlust der Stufe führte", kommentierte RFA den Vorfall in einer knappen Stellungnahme. Das Unternehmen betonte, dass niemand verletzt wurde und die Startrampe "gerettet und gesichert" sei. Das Augsburger Unternehmen kündigte an, eng mit dem SaxaVord Spaceport und den Behörden zusammenzuarbeiten, um die Ursache des Vorfalls zu ermitteln. Man teilte außerdem mit: "Wir entwickeln iterativ mit einem Schwerpunkt auf reale Tests. Das ist Teil unserer Philosophie, und wir waren uns der höheren Risiken bewusst, die mit diesem Ansatz verbunden sind."
Kritischer Rückschlag für RFA
Der Rückschlag trifft RFA in einer kritischen Phase. Das 2018 gegründete Unternehmen galt als einer der Vorreiter in Europas aufstrebender privater Raumfahrtindustrie. Mit der RFA One entwickelt das Startup eine Rakete, die bis zu 1,3 Tonnen Nutzlast in einen Orbit bringen soll.Doch der Vorfall wirft Fragen zur Zukunft des Projekts auf. Noch Anfang August hatte der CEO des Hauptaktionärs OHB von einem bevorstehenden Erstflug "in wenigen Wochen" gesprochen. Diese optimistische Zeitplanung ist nun hinfällig. Experten rechnen mit einer Verzögerung von mindestens mehreren Monaten, möglicherweise sogar Jahren - abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung.
Der Vorfall ist auch eine mehr als schlechte Nachricht für SaxaVord Spaceport: Der schottische Weltraumbahnhof beabsichtigt, sich als erster voll lizenzierter vertikaler Startplatz in Westeuropa zu etablieren.
Herausforderungen für Europas Raumfahrtindustrie
Der Unfall unterstreicht die Herausforderungen, mit denen die europäische Raumfahrtindustrie konfrontiert ist. Mehrere Startups konkurrieren darum, als erste eine neue Generation von Kleinraketen in den Orbit zu bringen. Neben RFA arbeiten unter anderem Isar Aerospace, PLD Space und Orbex an vergleichbaren Projekten. Doch bislang konnte keines dieser Unternehmen einen erfolgreichen Orbitalflug durchführen.Die Europäische Weltraumorganisation ESA setzt große Hoffnungen in diese neuen kommerziellen Anbieter. Angesichts von Verzögerungen bei der Ariane 6 und Problemen mit der Vega-C-Rakete sucht die ESA dringend nach Alternativen, um nicht vollständig von US-Anbietern wie SpaceX abhängig zu werden.
Die RFA One-Rakete besteht aus einer Struktur aus rostfreiem Stahl und verwendet neun Helix-Triebwerke, die mit Kerosin und flüssigem Sauerstoff betrieben werden. Bei voller Leistung sollen diese Triebwerke mehr als 900 Kilonewton Schub erzeugen. Die vollständig aufgebaute Rakete soll 30 Meter hoch sein.
Zusammenfassung
- Explosion der RFA One Rakete in Schottland
- Test der RFA One endet in Feuerball
- Niemand bei Raketenexplosion verletzt
- RFA arbeitet an Ursachenklärung
- Projektverzögerung für RFA One erwartet
- Schottischer Spaceport SaxaVord betroffen
- ESA sucht Alternativen zu US-Raketen
Siehe auch:
- Gefährliche Inkompetenz im Werk: Boeing patzt auch bei Mondrakete
- Europa hat wieder eine Schwerlastrakete: Ariane 6 soll morgen starten
- Inder bauen mit deutschem 3D-Drucker billige Raketentriebwerke
- Ariane 6: Termin für Jungfernflug der neuen Rakete steht endlich fest
- Plasma-Raketenantrieb soll Personen in zwei Monaten zum Mars bringen
Thema:
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