Spotify und Epic: Apples neuer EU-Plan ist "verwirrend" und "illegal"

Apple war zuletzt in der EU gezwungen, seine Geschäftsfelder anzupassen, um dem Digital Markets Act zu entsprechen, doch auch danach musste der Konzern nachbessern. Doch den Kritikern, allen voran Spotify und Epic Games, geht das weiterhin nicht weit genug.
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Apple soll DMA-Richtlinien immer noch missachten

Nicht nur in der EU kann man Spotify und Epic Games als die vielleicht erbittertsten Gegner des Konzerns aus dem kalifornischen Cupertino bezeichnen, davon zeugen viele kritische Aussagen und auch gerichtliche Auseinandersetzungen. Deshalb überrascht es nicht, dass die beiden auch an den aktualisierten Compliance-Plan des iPhone-Herstellers für den Digital Markets Act (DMA) kein gutes Haar lassen.

Denn am Dienstag hat Apple eine überarbeitete Version vorgestellt und es dauerte nicht lange, da hagelte es Kritik. Denn Apple hat zwar einige Einschränkungen gelockert, gleichzeitig aber auch neue Gebühren eingeführt. Gegenüber TechCrunch äußerte sich Spotify auch und bezeichnete die Apple-Pläne als "inakzeptabel". Der schwedische Streamingdienst meinte, dass Apple erneut "die grundlegenden Anforderungen" des DMA missachte.

Auch Epic Games-Chef Tim Sweeney meldete sich auf Twitter bzw. X zu Wort und bezeichnete die Änderungen als "böswillige Compliance", die mit "Junk-Gebühren" arbeite:

In der Europäischen Union, wo das neue DMA-Gesetz den Wettbewerb zwischen App-Stores öffnet, setzt Apple seine böswillige Compliance fort, indem es eine illegale neue 15-prozentige Junk-Gebühr für Nutzer erhebt, die zu konkurrierenden Stores wechseln, und den Handel auf diesen konkurrierenden Stores überwacht.
Tim Sweeney
Ein Streitpunkt in der ursprünglichen DMA-Compliance war eine sogenannte Core Technology Fee, diese gewährte den Entwicklern das Privileg, Apple-Technologien zu nutzen. Nun hat Apple zwar Anpassungen umgesetzt, die zur Folge haben, dass Entwickler, die von ihren iOS-Apps aus auf ihre eigenen Websites verlinken möchten, dafür nicht mehr die DMA-Regeln von Apple akzeptieren müssen - zahlen müssen sie aber weiterhin. Denn neu sind eine "Initial Acquisition Fee" sowie die "Store Services Fee".

"Bewusst verwirrender Vorschlag"

Spotify kritisiert, dass die Änderungen von Apple absichtlich kompliziert seien: "Wir prüfen derzeit den bewusst verwirrenden Vorschlag von Apple. Auf den ersten Blick missachtet Apple mit der Forderung nach einer Gebühr von bis zu 25 Prozent für die grundlegende Kommunikation mit den Nutzern erneut in eklatanter Weise die grundlegenden Anforderungen des Digital Markets Act (DMA). Die Europäische Kommission hat deutlich gemacht, dass die Erhebung wiederkehrender Gebühren für grundlegende Elemente wie Preisgestaltung und Verlinkung inakzeptabel ist. Wir fordern die Kommission auf, ihre Untersuchung zu beschleunigen, tägliche Bußgelder zu verhängen und den DMA durchzusetzen."

Zusammenfassung
  • Apple passt Geschäftsfelder in der EU an den DMA an
  • Spotify und Epic Games kritisieren Apples Compliance-Plan
  • Apple führt neue Gebühren trotz Lockerung bestehender Einschränkungen ein
  • Spotify nennt Apple-Pläne "inakzeptabel" und sieht DMA-Vorgaben verletzt
  • Epic Games-Chef kritisiert "böswillige Compliance" und "Junk-Gebühren"
  • Apple ändert Gebührenstruktur; Einführung von "Initial Acquisition Fee"
  • Spotify fordert EU-Kommission auf, gegen Apple vorzugehen und Bußgelder zu verhängen

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