Pokémon-Szene in Aufruhr: CT erlaubt Blick in ungeöffnete Kartenpakete

Pokémon-Sammelkarten sind nicht nur ein harmloser Zeitvertreib für Kinder und Jugendliche, sie sind auch ein Geschäft. Denn Karten und ungeöffnete Booster-Päckchen erzielen teils hohe Preise. Doch dieser Markt wird nun in seinen Grundfesten erschüttert.
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Industrial Inspection & Consulting

Pokémon-Karten: Reiz des Unbekannten

Sogenannte Booster-Packs stellen eine der Grundlagen des Reizes des Geschäfts mit Sammelkarten (Trading Card Game; TCG) dar. Denn die ungeöffneten Päckchen erzielen teilweise vierstellige Beträge in Auktionen und auf Plattformen, die darauf spezialisiert sind. Basis dafür ist der Reiz des Unbekannten, da einige Menschen viel Geld zu zahlen bereit sind für etwas, von dem sie nicht wissen, was sie wirklich erwartet.

Denn obwohl in solchen Packs die grundsätzliche Verteilung stets dieselbe ist, so gibt es stets zumindest eine Karte der Stufe "Selten", dazu kommen noch diverse weitere Varianten, die teils sogar noch seltener sind - die einzelnen Stufen, Sondereditionen und was es hier noch gibt an dieser Stelle zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Es wäre extrem vorteilhaft, wenn man einen "Röntgenblick" besäße, um zu erfahren, welche Karten in einem Booster-Pack zu finden sind.


Seit Kurzem ist dieser aber offenbar möglich, denn vor etwa zwei Wochen hat der Pokémon TCG-YouTuber okJLUV ein Video veröffentlicht, in dem er erklärt, dass es zumindest zwei Unternehmen gelungen ist, mithilfe von Computertomografie (CT) in geschlossene Booster-Packs zu blicken. Dabei wird vereinfacht erklärt per 2D-Röntgenaufnahmen ein 3D-Modell eines Objekts erstellt (via PC Gamer).

Industrial Inspection & Consulting (II&C) zeigt auf seiner Seite in einer Fallstudie, dass diese extrem dünnen Schichten bzw. Scheiben erfolgreich eingesetzt werden können, um einzelne Karten zu identifizieren. II&C war in der Lage, "die Form der Pokémon aufgrund von leichten Dichteunterschieden in den Karten und Folien zu extrahieren".

Das Video des YouTubers hat laut Angaben des CT-Spezialunternehmens zu einer Traffic-Explosion geführt, die Rede ist von einem Anstieg von über 17.000 Prozent, da man "endlose Anfragen von Sammlern, Investoren und Kartengeschäften zum Scannen von Packs und Kits" erhalten habe.

Ob sich das unmittelbar auswirkt, ist allerdings eine andere Sache. Denn solche Scans sind verhältnismäßig teuer, aktuell bietet II&C diese für 75 Dollar und höher an (das Identifizieren der Karten ist wohlgemerkt nicht inkludiert, das muss der Sammler selbst machen). Das Prinzip ist laut des Anbieters auch nicht neu, man habe es aber geschafft, dieses erschwinglich zu machen.

Der Preis liegt auch weit über den Möglichkeiten eines Gelegenheits-Sammlers - in der Profi-Szene werden die möglichen und befürchteten Folgen aber bereits heftig diskutiert. Denn die einen sehen CT-Scans als Verrat an diesem Hobby, andere meinen hingegen, dass das ein wertvolles Hilfsmittel gegen Abzocker und Betrüger sein kann.

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Zusammenfassung
  • Pokémon-Sammelkarten sind ein lukratives Geschäft
  • Booster-Packs können vierstellige Beträge erzielen
  • Es gibt verschiedene Seltenheitsstufen bei Karten
  • CT-Scans ermöglichen Einblick in ungeöffnete Packs
  • II&C kann mittels CT Karten in Packs identifizieren
  • YouTuber-Video führt zu enormem Anstieg der Nachfrage
  • CT-Scan-Dienste kosten ab 75 Dollar aufwärts
  • CT-Scans sorgen für Kontroversen unter Sammlern

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