OpenStreetMap gekapert:
Pokémon-Go-Spieler sorgen für Chaos
Alle Nutzer des Open-Source-Kartendienstes sollten momentan auf der Hut sein. Denn das Tool wird gerade von Pokémon-Go-Spielern manipuliert. Die verändern nämlich kurzerhand Kartendaten, um leichter bestimmte Monster zu fangen.
Auf diesem Weg werden Sandkästen auf Spielplätzen, Sprunggruben auf Sportanlagen, Flussufer und Parkplätze kurzerhand zu tropischen Sandstränden erklärt. Da Pokémon Go die Kartendaten von OpenStreetMap nutzt, lassen sich auf diese Weise ganz unkompliziert Schligdas fangen.
Ob jemals alle Fake-Strände, -Schulen und -Parkanlagen identifiziert und wieder entfernt werden können, ist bislang nicht klar. Auch wenn es vonseiten der Pokémon-Go-Spieler sicherlich eine kreative Lösung ihres Problems darstellt, wäre es bedauerlich, wenn das Open-Source-Projekt jetzt darunter leidet.
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Siehe auch:
Kartendienst wird zweckentfremdet
OpenStreetMap ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein Open-Source-Kartendienst. Hier können registrierte Mitglieder aus der Community das Kartenmaterial anpassen und aktualisieren. Zwar gibt es Moderatoren, die für Ordnung sorgen, aber wie jede Open-Source-Plattform setzt auch OpenStreetMap eine gewisse Eigenverantwortung seiner beitragenden Nutzer voraus. Jetzt haben Pokémon-Go-Spieler den Dienst aber mehr oder mindert gekapert, um leichter ein bestimmtes Monster fangen zu können.Unmengen neuer Strände angelegt
Das seit Kurzem im Spiel verfügbare Pokémon namens Schligda lässt sich, wie viele andere der Monster, nur in einer bestimmten Umgebung fangen. Nämlich an Stränden. Da der Weg zu einem Strand für manche Spieler allerdings enorm weit ist, haben die sich eine recht kreative Lösung für ihr Problem ausgedacht: Statt selbst zum Strand zu fahren, holen sie den Strand einfach zu sich. Und zwar, indem sie entsprechende Gebiete auf OpenStreetMap bei sich vor der Haustür eintragen.Auf diesem Weg werden Sandkästen auf Spielplätzen, Sprunggruben auf Sportanlagen, Flussufer und Parkplätze kurzerhand zu tropischen Sandstränden erklärt. Da Pokémon Go die Kartendaten von OpenStreetMap nutzt, lassen sich auf diese Weise ganz unkompliziert Schligdas fangen.
Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass Spieler des AR-Spiels Kartendaten manipulieren. "Ich weiß auch von einem Fall, in dem jemand gefälschte Schulen hinzugefügt oder bestehende Schulen vergrößert hat, weil dadurch offenbar Pokémon blockiert wurden", berichtet Nutzer Mateusz_Konieczny im Forum von OpenStreetMap. Auch seien aus einem ähnlichen Grund vor einiger Zeit jede Menge neue Parkanlagen an Stellen eingetragen worden, an denen keine existieren.Ob jemals alle Fake-Strände, -Schulen und -Parkanlagen identifiziert und wieder entfernt werden können, ist bislang nicht klar. Auch wenn es vonseiten der Pokémon-Go-Spieler sicherlich eine kreative Lösung ihres Problems darstellt, wäre es bedauerlich, wenn das Open-Source-Projekt jetzt darunter leidet.
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Zusammenfassung
- OpenStreetMap wird von Pokémon-Go-Spielern gekapert
- Nutzer verändern Kartendaten für leichteres Fangen von Monstern
- Pokémon Schligda lässt sich nur an Stränden fangen
- Spieler tragen fälschlich Strände in ihrer Umgebung ein
- Manipulationen umfassen auch gefälschte Schulen und Parks
- OpenStreetMap leidet unter den Eingriffen der Spieler
- Unklar, ob alle gefälschten Einträge korrigiert werden können
Siehe auch:
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