Deutscher Paypal-Konkurrent ist nach fast zehn Jahren völlig am Ende
Nutzer wollen online einfach bezahlen können. Diese Tatsache brachte Paypal einen großen Erfolg ein. Die deutschen Banken und Sparkassen wollten das Geschäft aber nicht dem US-Konzern überlassen und stellten ihm Paydirekt entgegen - dieses soll nun eingestampft werden.
Beschlossen ist derzeit allerdings noch nichts. Seitens des Unternehmens wurde mitgeteilt, dass die Gesellschafter sich aktuell darüber abstimmen, wie es mit dem gemeinsamen Unternehmen weitergehen soll. Morgen findet allerdings die offizielle Gesellschafterversammlung statt und auf dieser könnte bereits beschlossen werden, dass das Angebot zum Jahresende eingestellt wird.
Woran es genau lag, dass das Angebot nicht so recht in Fahrt kam, lässt sich kaum sagen. Immerhin hatte man viele Vorarbeiten und hunderte Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Anfangs gab es allerdings mehrere Marken - Paydirekt, Giropay und Kwitt. Diese wurden 2021 dann als Giropay unter dem Dach von Paydirekt zusammengeführt.
Aktuell wird mit der European Payments Initiative (EPI) außerdem ein europäisches Angebot aufgebaut. Auch diese wird allerdings vor dem gleichen Problem stehen: Um PayPal nennenswert Kunden abgraben zu können, muss man an irgendeiner Stelle mehr bieten als der US-Konzern. Das dürfte aber durchaus schwierig sein.
Siehe auch:
Hoher Aufwand, kein Nutzen
Paydirekt wurde bereits im Jahr 2015 ins Rennen geschickt und sollte dem großen Wettbewerber zumindest einen Teil des Marktes abnehmen. Allerdings blieb das Interesse der Nutzer bis heute ziemlich verhalten. Die Betreiber Paydirekts haben nun offenbar genug und beabsichtigen, den erfolglosen Dienst nicht weiter durchzuschleppen, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet.Beschlossen ist derzeit allerdings noch nichts. Seitens des Unternehmens wurde mitgeteilt, dass die Gesellschafter sich aktuell darüber abstimmen, wie es mit dem gemeinsamen Unternehmen weitergehen soll. Morgen findet allerdings die offizielle Gesellschafterversammlung statt und auf dieser könnte bereits beschlossen werden, dass das Angebot zum Jahresende eingestellt wird.
Woran es genau lag, dass das Angebot nicht so recht in Fahrt kam, lässt sich kaum sagen. Immerhin hatte man viele Vorarbeiten und hunderte Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Anfangs gab es allerdings mehrere Marken - Paydirekt, Giropay und Kwitt. Diese wurden 2021 dann als Giropay unter dem Dach von Paydirekt zusammengeführt.
EPI soll es richten
Das typische Henne-Ei-Problem konnte über die Zeit aber nicht so recht geknackt werden. Obwohl man den Nutzern den Dienst damit schmackhaft machen wollte, dass Geld und Transaktionen komplett im deutschen Bankenwesen verbleiben, griff kaum jemand auf den Service zu, weil es nur wenige Händler gab, die ihn unterstützten. Und die Händler scheuten vor einer Implementierung der Technik zurück, da kaum Kunden zu erwarten waren, die den Dienst nutzen würden. Bei Anbietern im Ausland war schon gar nichts mit Paydirekt anzufangen.Aktuell wird mit der European Payments Initiative (EPI) außerdem ein europäisches Angebot aufgebaut. Auch diese wird allerdings vor dem gleichen Problem stehen: Um PayPal nennenswert Kunden abgraben zu können, muss man an irgendeiner Stelle mehr bieten als der US-Konzern. Das dürfte aber durchaus schwierig sein.
Zusammenfassung
- Nutzer wünschen sich einfache Online-Bezahlmethoden
- Paypal profitierte stark von dieser Nutzererwartung
- Deutsche Banken entwickelten Paydirekt als Konkurrenz zu Paypal
- Paydirekt wurde 2015 eingeführt, blieb aber erfolglos
- Gesellschafter diskutieren derzeit das mögliche Ende von Paydirekt
- Paydirekt könnte zum Jahresende eingestellt werden
- Trotz Investitionen und Fusionen blieb das Interesse gering
- Henne-Ei-Problem: wenige Händler und Nutzer bremsten den Erfolg
- European Payments Initiative (EPI) könnte ähnliche Probleme haben
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