Firma versteckt Geschenk in Datenschutzerklärung - aber keiner liest sie
Mit einer kreativen Idee wollte ein englischer Steuerexperte beweisen, dass keiner der Besucher seiner Webseite die Datenschutzrichtlinien liest. Dazu versteckte er, sozusagen als Finderlohn, an einer Stelle im Text ein kleines Geschenk. Erst nach Monaten wurde es entdeckt.
Der britische Steuerexperte Dan Neidle war sich sicher, die Antwort zu kennen. Das Erstellen solcher Texte sei seiner Meinung nach eine reine "Geldverschwendung". Niemand würde sie sich jemals durchlesen.
Um seine Vermutung zu testen, und auch als ein "kindischer Protest" gegen die gesetzlichen Vorschriften, hatte er zu Anfang des Jahres die Datenschutzerklärung auf der Webseite seines Non-Profit-Unternehmens Tax Policy Associates angepasst, wie die BBC berichtet.
Doch selbst der Finder der entsprechenden Stelle in der Datenschutzerklärung war kein normaler Besucher der Webseite, sondern hatte laut Neidle "sozusagen geschummelt". Denn er oder sie wollte gar nicht wissen, wie das Unternehmen mit gesammelten Daten umgeht, sondern war lediglich auf der Suche nach einem Muster, um eine eigene Datenschutzerklärung zu schreiben. Es gab in diesem Fall also ein ungewöhnliches Interesse an dem Text, denn die Person war ohnehin auf der Suche nach entsprechenden Informationen.
Neidle sagte, die Idee habe er von der Band Van Halen. Die habe von Konzertveranstaltern immer eine Schale M&Ms verlangt, aus der alle braunen Exemplare herausgesammelt waren. Damit wollte die Band testen, ob die Veranstalter ihre Wünsche beachteten, die oft komplizierte technische Anweisungen enthielten.
Siehe auch:
Kaum jemand liest Datenschutzbestimmungen
Jede noch so kleine Webseite jedes noch so winzigen Betriebs benötigt heute eine Datenschutzerklärung. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch liest überhaupt jemals irgendjemand diese Bestimmungen?Der britische Steuerexperte Dan Neidle war sich sicher, die Antwort zu kennen. Das Erstellen solcher Texte sei seiner Meinung nach eine reine "Geldverschwendung". Niemand würde sie sich jemals durchlesen.
Um seine Vermutung zu testen, und auch als ein "kindischer Protest" gegen die gesetzlichen Vorschriften, hatte er zu Anfang des Jahres die Datenschutzerklärung auf der Webseite seines Non-Profit-Unternehmens Tax Policy Associates angepasst, wie die BBC berichtet.
Finderlohn für den ersten Leser
Im Abschnitt zu der Verwendung von Cookies versteckte Neidle im Text folgende Stelle: "Wir schicken dem ersten, der das hier liest, eine Flasche guten Wein." Die Ergänzung geschah schon im Februar. Doch erst jetzt, also nach geschlagenen drei Monaten, meldete sich jemand und forderte das versprochene Geschenk ein.Doch selbst der Finder der entsprechenden Stelle in der Datenschutzerklärung war kein normaler Besucher der Webseite, sondern hatte laut Neidle "sozusagen geschummelt". Denn er oder sie wollte gar nicht wissen, wie das Unternehmen mit gesammelten Daten umgeht, sondern war lediglich auf der Suche nach einem Muster, um eine eigene Datenschutzerklärung zu schreiben. Es gab in diesem Fall also ein ungewöhnliches Interesse an dem Text, denn die Person war ohnehin auf der Suche nach entsprechenden Informationen.
Von einer Rock-Band inspiriert
Mittlerweile wurde der Abschnitt auf der Webseite von Tax Policy Associates nochmals angepasst. Dort steht jetzt: "Wir wissen, dass niemand das hier liest, denn wir haben im Februar hinzugefügt, dass wir der ersten Person, die sich bei uns meldet, eine Flasche guten Wein schicken werden, und erst im Mai haben wir eine Antwort erhalten." Die Flasche Wein war im Übrigen ein Château de Sales Pomerol 2013/14.Neidle sagte, die Idee habe er von der Band Van Halen. Die habe von Konzertveranstaltern immer eine Schale M&Ms verlangt, aus der alle braunen Exemplare herausgesammelt waren. Damit wollte die Band testen, ob die Veranstalter ihre Wünsche beachteten, die oft komplizierte technische Anweisungen enthielten.
Zusammenfassung
- Datenschutzerklärungen sind für alle Webseiten gesetzlich erforderlich
- Steuerexperte Dan Neidle hält das Erstellen solcher Texte für Geldverschwendung
- Neidle versteckte in seiner Datenschutzerklärung ein Weinangebot als Test
- Erst nach drei Monaten meldete sich jemand wegen des Weinangebots
- Der Finder nutzte die Datenschutzerklärung lediglich als Vorlage
- Die Webseite von Tax Policy Associates bestätigt das Desinteresse der Leser
- Neidle ließ sich für den Test von der Rock-Band Van Halen inspirieren
Siehe auch:
- Datenschutz-Dilemma gelöst: Notruf 110 weiß jetzt, wo du steckst
- Immer absurder: EU-Kommission bricht eigene Datenschutzrichtlinien
- Microsofts Copilot-Taste - ein Albtraum für Sicherheit und Datenschutz?
- Kein Backup wegen Datenschutz: Abitur-iPads in Koblenz plötzlich leer
- YouTube: Adblocker-Maßnahmen könnten EU-Datenschutz missachten
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