Formatieren-Dialog in Windows ist eine Notlösung - seit über 30 Jahren
Dave Plummer, ein langjähriger Microsoft-Mitarbeiter, hat verraten, dass das Formatieren-Menü in Windows seinerzeit eigentlich nur eine schnelle Notlösung war. Genauso, wie die maximale Größe von FAT-Partitionen von 32 Gigabyte.
Der Formatieren-Dialog sei unter Zeitdruck entstanden, als man eine gigantische Menge Code der Nutzeroberfläche von Windows 95 für Windows NT portierte. Weil damals gerade genug Unterschied zwischen den beiden Windows-Versionen bestand, die einen neuen Dialog nötig machten, habe er rasch eine angepasste Oberfläche für das Formatieren von Datenträgern schaffen müssen.
Formatieren wie 1994
"An einem regnerischen Dienstagmorgen bei Microsoft gegen Ende des Jahres 1994" habe er deshalb Papier und Stift hervorgeholt, alle Optionen und Auswahlmöglichkeiten aufgeschrieben, die für das Formatieren eines Datenträgers benötigt werden, wie das Dateisystem, die Beschreibung, Cluster-Größe, Kompression, Verschlüsselung und Ähnliches.
Dies sei vor gut 30 Jahren gewesen. In der Zwischenzeit tat sich aber ganz offensichtlich nichts, denn der aktuelle Dialog sei immer noch die gleiche "vorläufige" Lösung, die er einst an diesem Dienstagmorgen "auf die Schnelle" fabriziert habe. Man solle sich deshalb stets vorsichtig bei der Einreichung von vorläufigen Lösungen verhalten, wenn es um die Arbeit an großen Projekte geht, so Plummer.
Plummer nannte noch ein weiteres Beispiel: er habe damals entscheiden müssen, wie viel "Cluster Slack" man zulassen würde, also wie groß die mögliche Cluster-Größe beim Formatieren sein kann, um die Verschwendung von Speicherplatz zu begrenzen. Letztlich sei so die Begrenzung der Größe von FAT-formatierten Datenträgern auf 32 Gigabyte entstanden.
Die Begrenzung sei damals an jenem Dienstagmorgen nur eine "willkürliche Entscheidung" gewesen, doch über die Jahrzehnte nie geändert worden. So sei das 32-GB-Limit bei FAT-Datenträgern noch heute geblieben - als "permanente Nebenwirkung", so Plummer weiter. Bei der Arbeit an Software sei daher wichtig: es gibt keine "vorläufigen Checkins".
"An einem regnerischen Dienstagmorgen bei Microsoft..."
Dave W. Plummer ist in der Windows-Welt kein Unbekannter: der Softwareentwickler schuf unter anderem den Windows Task-Manager, arbeitete an der Produktaktivierung mit und sorgte dafür, dass Windows mit Zip-Archiven umzugehen lernte. In einer Anekdote auf X/Twitter verriet Plummer jetzt auch, dass er den zum Formatieren von Datenträgern verwendeten Dialog ebenfalls geschaffen hat.Der Formatieren-Dialog sei unter Zeitdruck entstanden, als man eine gigantische Menge Code der Nutzeroberfläche von Windows 95 für Windows NT portierte. Weil damals gerade genug Unterschied zwischen den beiden Windows-Versionen bestand, die einen neuen Dialog nötig machten, habe er rasch eine angepasste Oberfläche für das Formatieren von Datenträgern schaffen müssen.
Formatieren wie 1994
"An einem regnerischen Dienstagmorgen bei Microsoft gegen Ende des Jahres 1994" habe er deshalb Papier und Stift hervorgeholt, alle Optionen und Auswahlmöglichkeiten aufgeschrieben, die für das Formatieren eines Datenträgers benötigt werden, wie das Dateisystem, die Beschreibung, Cluster-Größe, Kompression, Verschlüsselung und Ähnliches.
Schneller Entwurf wurde zur Dauerlösung
Im Anschluss habe er dann mit Visual C++ 2.0 und dem Ressourcen-Editor begonnen, eine einfache vertikale Anordnung zu schaffen, die alle nötigen Eingaben in einer halbwegs sinnvollen Reihenfolge enthielt. Das Ganze habe zwar nicht elegant ausgesehen, doch dies sollte sich noch ändern, sobald jemand eine entsprechende elegante Oberfläche schaffen würde.Dies sei vor gut 30 Jahren gewesen. In der Zwischenzeit tat sich aber ganz offensichtlich nichts, denn der aktuelle Dialog sei immer noch die gleiche "vorläufige" Lösung, die er einst an diesem Dienstagmorgen "auf die Schnelle" fabriziert habe. Man solle sich deshalb stets vorsichtig bei der Einreichung von vorläufigen Lösungen verhalten, wenn es um die Arbeit an großen Projekte geht, so Plummer.
Plummer nannte noch ein weiteres Beispiel: er habe damals entscheiden müssen, wie viel "Cluster Slack" man zulassen würde, also wie groß die mögliche Cluster-Größe beim Formatieren sein kann, um die Verschwendung von Speicherplatz zu begrenzen. Letztlich sei so die Begrenzung der Größe von FAT-formatierten Datenträgern auf 32 Gigabyte entstanden.
Die Begrenzung sei damals an jenem Dienstagmorgen nur eine "willkürliche Entscheidung" gewesen, doch über die Jahrzehnte nie geändert worden. So sei das 32-GB-Limit bei FAT-Datenträgern noch heute geblieben - als "permanente Nebenwirkung", so Plummer weiter. Bei der Arbeit an Software sei daher wichtig: es gibt keine "vorläufigen Checkins".
Zusammenfassung
- Dave Plummer enthüllt Formatieren-Menü als Notlösung
- Menü entstand beim Portieren von Windows 95 Code für NT
- Plummer skizzierte Formatieroptionen "an einem regnerischen Dienstag"
- Mit Visual C++ 2.0 erstellte er eine einfache vertikale Anordnung
- Die "vorläufige" Lösung ist noch heute in Windows enthalten
- Plummer setzte die FAT-Partitionsgrenze auf 32 Gigabyte fest
- Die willkürliche Entscheidung von 1994 wirkt bis heute fort
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