Koffein putscht auch Brennstoffzellen auf und macht sie billiger

Was für den Menschen gut ist, kann für die Technik nicht schlecht sein: Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Koffein die Effizienz von Brennstoffzellen steigern kann und die Nutzung wertvoller Metalle in geringerem Umfang nötig macht.

Deutlich weniger Platin

Ein Team der Universität Chiba in Japan ließ sich offenbar von Kollegen inspirieren, denen es bereits gelungen war, Solarzellen durch den Einsatz von Koffein zu verbessern. Sie fanden im Zuge ihrer Arbeit heraus, dass der Stoff auch einen vergleichbaren Effekt hervorruft, wenn man ihn in Brennstoffzellen zum Einsatz bringt.

Brennstoffzellen werden zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen, wenn sie in Speichersystemen der neuen Energienetze zum Einsatz kommen. Denn überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen wird zukünftig in immer größerem Umfang in Wasserstoff umgewandelt. Wenn Wind und Sonne zeitweise nicht genug liefern, kann dieser dann in Brennstoffzellen wieder verstromt werden. Infografik Heißgetränk: Pro-Kopf-Umsätze mit Kaffee in EuropaHeißgetränk: Pro-Kopf-Umsätze mit Kaffee in Europa Ein Problem ist dabei bisher, dass die Systeme ziemlich teuer sind. Denn in ihnen kommen etwa Katalysatoren zum Einsatz, die durch den Einsatz des seltenen Metalls Platin erst so richtig in Fahrt kommen. Durch die Beimengung von Koffein kann der Platin-Bedarf aber deutlich gesenkt werden, was letztlich den Preis der Geräte merklich senkt.

Koffein schützt

Brennstoffzellen funktionieren so, dass Wasserstoff an der Anode oxidiert, wobei Wasserstoffionen und Elektronen entstehen. Die Ionen wandern durch den Wasserstoff-Elektrolyten zur Kathode, während die Elektronen durch einen externen Stromkreis fließen und Energie bereitstellen. Dabei reagiert das entstehende Wasser zum Teil aber mit dem Platin an der Anode, es bildet sich eine Schicht aus Platinhydroxid, was den Wirkungsgrad mindert.

Bisher wirkte man diesem durch einen hohen Platin-Gehalt entgegen. Die Forscher fanden nun heraus, dass man den gleichen Effekt erzielen kann, indem man Koffein mit in das Baumaterial einfügt, wodurch der Anteil von Platin wesentlich niedriger ausfallen kann.

Zusammenfassung
  • Koffein steigert Effizienz von Brennstoffzellen
  • Einsatz teurer Metalle wie Platin reduziert
  • Forschung der Universität Chiba, Japan
  • Inspiration durch verbesserte Solarzellen
  • Wichtig für Speichersysteme neuer Energienetze
  • Senkung der Kosten für Brennstoffzellensysteme
  • Koffein verhindert Bildung von Platinhydroxid

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