Hitzebeständige Super-Brennstoffzelle:
Neuer Rekord bei 5000 Stunden
Moderne Stromnetze brauchen Technik, die Strom nicht nur liefert, sondern auch puffert. Eine neu entwickelte Brennstoffzelle schafft beides - selbst unter Hitze und Dampf, wo bisherige Systeme längst ausfallen. Das klappt auch im 5000-Stunden-Betrieb - ein Rekord.
Diese besondere Brennstoffzelle nutzt Wasserstoff und Wasserdampf als Basis. Sie funktioniert bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit - Bedingungen, unter denen herkömmliche Materialien oft schnell versagen, die in industriellen Anwendungen aber oft nicht zu vermeiden sind. Diese sogenannte "protonische keramische elektrochemische Zelle", kurz PCEC, galt lange als zukunftsweisend, doch bisher hielten ihre empfindlichen Schichten dem Dauerbetrieb nicht stand.
Denn wo die Temperatur steigt, dehnen sich Elektroden und Elektrolyte unterschiedlich aus, Wasserdampf dringt ein, Verbindungen lösen sich. Die Folge: Die winzigen Wasserstoffionen kommen nicht mehr durch. Das System bricht zusammen, noch bevor es in den Dauerbetrieb übergehen kann. Wegen dieser Hindernisse steckte die Technologie in der Entwicklungsphase fest.
Hier setzt ein Team der West Virginia University (WVU) an. Unter der Leitung von Xingbo Liu entwickelte es eine neuartige Zellarchitektur: eine "konformal beschichtete Gerüststruktur" (conformally coated scaffold, CCS). Elektrolyt und Elektrode werden dabei nicht mehr nur aneinandergepresst, sondern durchgängig miteinander verbunden und durch eine spezielle, dampfresistente Beschichtung stabilisiert. Protonen, Wärme und Strom durchdringen die Zellstruktur jetzt gleichmäßig.
Verantwortlich für den Fortschritt ist die gezielte Materialwahl: Bariumionen sorgen dafür, dass die Beschichtung Wasser speichert - wichtig für die Protonenleitung. Nickelionen stabilisieren die Zellform bei hohen Temperaturen. Weil die Zelle mit Wasserdampf arbeitet, kann sie auch mit salzigem oder minderwertigem Wasser betrieben werden - ein Pluspunkt für die industrielle Nutzung in Regionen ohne sauberes Wasser. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Siehe auch:
Energienetz 2.0: Neue Brennstoffzelle trotzt Hitze
Energie aus Wind und Sonne kommt auch, wenn sie gerade keiner braucht - und kann genau dann fehlen, wenn die Nachfrage steigt. Um solche Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, braucht es Technik, die nicht nur Strom erzeugen, sondern auch speichern kann. Eine neu entwickelte, hitzefeste Brennstoffzelle schafft beides - und funktioniert dabei ganz anders als herkömmliche Wasserstoffzellen, die auf Elektrolyse bei niedrigen Temperaturen setzen.Diese besondere Brennstoffzelle nutzt Wasserstoff und Wasserdampf als Basis. Sie funktioniert bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit - Bedingungen, unter denen herkömmliche Materialien oft schnell versagen, die in industriellen Anwendungen aber oft nicht zu vermeiden sind. Diese sogenannte "protonische keramische elektrochemische Zelle", kurz PCEC, galt lange als zukunftsweisend, doch bisher hielten ihre empfindlichen Schichten dem Dauerbetrieb nicht stand.
Denn wo die Temperatur steigt, dehnen sich Elektroden und Elektrolyte unterschiedlich aus, Wasserdampf dringt ein, Verbindungen lösen sich. Die Folge: Die winzigen Wasserstoffionen kommen nicht mehr durch. Das System bricht zusammen, noch bevor es in den Dauerbetrieb übergehen kann. Wegen dieser Hindernisse steckte die Technologie in der Entwicklungsphase fest.
Hier setzt ein Team der West Virginia University (WVU) an. Unter der Leitung von Xingbo Liu entwickelte es eine neuartige Zellarchitektur: eine "konformal beschichtete Gerüststruktur" (conformally coated scaffold, CCS). Elektrolyt und Elektrode werden dabei nicht mehr nur aneinandergepresst, sondern durchgängig miteinander verbunden und durch eine spezielle, dampfresistente Beschichtung stabilisiert. Protonen, Wärme und Strom durchdringen die Zellstruktur jetzt gleichmäßig.
Gut getestet
Die Ergebnisse sind ein technischer Meilenstein: Über 5.000 Stunden lief ein Prototyp bei 600 Grad Celsius und 40 % Luftfeuchtigkeit - ein Rekord für PCEC-Systeme. Zum Vergleich: Frühere Designs versagten spätestens nach 1.833 Stunden - mit spürbarem Leistungsverlust. Das neue System schaltete zudem regelmäßig zwischen Stromproduktion und Speicherung um - in Zyklen von je zwölf Stunden. Auch ein größerer Versuchsaufbau mit integrierter Wasserstoffspeicherung blieb stabil.Verantwortlich für den Fortschritt ist die gezielte Materialwahl: Bariumionen sorgen dafür, dass die Beschichtung Wasser speichert - wichtig für die Protonenleitung. Nickelionen stabilisieren die Zellform bei hohen Temperaturen. Weil die Zelle mit Wasserdampf arbeitet, kann sie auch mit salzigem oder minderwertigem Wasser betrieben werden - ein Pluspunkt für die industrielle Nutzung in Regionen ohne sauberes Wasser. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Wie funktioniert eine Brennstoffzelle?
Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie eines Brennstoffs direkt in elektrische Energie um. In der am häufigsten verwendeten Wasserstoff-Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser, wobei Strom und Wärme entstehen.
Das Herzstück bilden zwei Elektroden (Anode und Kathode), die durch einen Elektrolyten getrennt sind. An der Anode wird Wasserstoff in Protonen und Elektronen aufgespalten. Die Protonen wandern durch den Elektrolyten zur Kathode, während die Elektronen über einen externen Stromkreis fließen und dabei elektrischen Strom erzeugen.
Das Herzstück bilden zwei Elektroden (Anode und Kathode), die durch einen Elektrolyten getrennt sind. An der Anode wird Wasserstoff in Protonen und Elektronen aufgespalten. Die Protonen wandern durch den Elektrolyten zur Kathode, während die Elektronen über einen externen Stromkreis fließen und dabei elektrischen Strom erzeugen.
Welche Vorteile bietet die Technologie?
Brennstoffzellen überzeugen durch ihren hohen Wirkungsgrad von bis zu 60% bei der Stromerzeugung - deutlich mehr als bei konventionellen Verbrennungsmotoren. Bei der Nutzung der entstehenden Wärme kann der Gesamtwirkungsgrad sogar auf bis zu 85% steigen.
Weitere Vorteile sind der emissionsfreie Betrieb (bei Verwendung von grünem Wasserstoff), der leise Betrieb ohne bewegliche Teile, die gute Skalierbarkeit und die hohe Zuverlässigkeit. Besonders in Fahrzeugen punkten Brennstoffzellen mit schnellen Tankzeiten und hohen Reichweiten von bis zu 700 Kilometern.
Weitere Vorteile sind der emissionsfreie Betrieb (bei Verwendung von grünem Wasserstoff), der leise Betrieb ohne bewegliche Teile, die gute Skalierbarkeit und die hohe Zuverlässigkeit. Besonders in Fahrzeugen punkten Brennstoffzellen mit schnellen Tankzeiten und hohen Reichweiten von bis zu 700 Kilometern.
Welche Nachteile hat die Brennstoffzelle?
Der größte Nachteil der Brennstoffzellentechnologie sind die hohen Kosten - sowohl für die Anschaffung als auch für den Betrieb. Die Herstellung erfordert teure Materialien wie Platin als Katalysator, und die Brennstoffzellenstacks haben eine begrenzte Lebensdauer.
Weitere Herausforderungen sind die aufwendige Wasserstoffproduktion und -speicherung, die noch lückenhafte Infrastruktur sowie der insgesamt geringere Gesamtwirkungsgrad im Vergleich zu rein batterieelektrischen Systemen. Zudem sind einige Brennstoffzellentypen temperaturempfindlich und erfordern komplexe Steuerungssysteme.
Weitere Herausforderungen sind die aufwendige Wasserstoffproduktion und -speicherung, die noch lückenhafte Infrastruktur sowie der insgesamt geringere Gesamtwirkungsgrad im Vergleich zu rein batterieelektrischen Systemen. Zudem sind einige Brennstoffzellentypen temperaturempfindlich und erfordern komplexe Steuerungssysteme.
Wo wird die Brennstoffzelle eingesetzt?
Brennstoffzellen finden in verschiedenen Bereichen Anwendung: Im Verkehrssektor treiben sie bereits Autos, Busse, LKW und sogar Züge an. In Japan sind Brennstoffzellenheizungen für Wohngebäude weitverbreitet - bis Ende 2023 wurden dort über 500.000 Anlagen installiert.
Besonders vielversprechend ist der Einsatz in der Schifffahrt, Luftfahrt und Schwerindustrie, wo rein batterieelektrische Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Auch als Notstromversorgung in Rechenzentren und für netzferne Anwendungen wie Messstationen werden Brennstoffzellen zunehmend genutzt.
Besonders vielversprechend ist der Einsatz in der Schifffahrt, Luftfahrt und Schwerindustrie, wo rein batterieelektrische Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Auch als Notstromversorgung in Rechenzentren und für netzferne Anwendungen wie Messstationen werden Brennstoffzellen zunehmend genutzt.
Ist Wasserstoff als Energieträger sicher?
Wasserstoff ist grundsätzlich sicher, erfordert jedoch spezielle Sicherheitsmaßnahmen. Er ist leichter als Luft und verflüchtigt sich beim Austritt schnell nach oben, was in offenen Bereichen von Vorteil ist. In geschlossenen Räumen muss jedoch für ausreichende Belüftung gesorgt werden.
Moderne Wasserstofftanks in Fahrzeugen sind äußerst robust und werden strengen Sicherheitstests unterzogen. Sie halten Drücken von bis zu 700 bar stand und sind mit mehreren Sicherheitssystemen ausgestattet. Studien zeigen, dass die Explosionsgefahr bei Wasserstofffahrzeugen nicht höher ist als bei anderen Fahrzeugen mit Drucktank.
Moderne Wasserstofftanks in Fahrzeugen sind äußerst robust und werden strengen Sicherheitstests unterzogen. Sie halten Drücken von bis zu 700 bar stand und sind mit mehreren Sicherheitssystemen ausgestattet. Studien zeigen, dass die Explosionsgefahr bei Wasserstofffahrzeugen nicht höher ist als bei anderen Fahrzeugen mit Drucktank.
Welche Brennstoffzellentypen gibt es?
Es existieren verschiedene Brennstoffzellentypen, die sich hauptsächlich in ihrem Elektrolyten und der Betriebstemperatur unterscheiden. Die PEM-Brennstoffzelle (Polymer-Elektrolyt-Membran) arbeitet bei niedrigen Temperaturen und kommt in Fahrzeugen zum Einsatz.
Daneben gibt es Hochtemperatur-Brennstoffzellen wie die SOFC (Festoxid-Brennstoffzelle) und die MCFC (Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle), die vor allem für stationäre Anwendungen genutzt werden. Weitere Typen sind die DMFC (Direktmethanol-Brennstoffzelle) für kleine tragbare Anwendungen und die AFC (Alkalische Brennstoffzelle), die bereits in der Raumfahrt eingesetzt wurde.
Daneben gibt es Hochtemperatur-Brennstoffzellen wie die SOFC (Festoxid-Brennstoffzelle) und die MCFC (Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle), die vor allem für stationäre Anwendungen genutzt werden. Weitere Typen sind die DMFC (Direktmethanol-Brennstoffzelle) für kleine tragbare Anwendungen und die AFC (Alkalische Brennstoffzelle), die bereits in der Raumfahrt eingesetzt wurde.
Wie umweltfreundlich ist die Technologie?
Die Umweltfreundlichkeit einer Brennstoffzelle hängt entscheidend von der Wasserstoffherkunft ab. Bei Nutzung von "grünem Wasserstoff" aus erneuerbaren Energien ist der Betrieb nahezu klimaneutral, da nur Wasser als Nebenprodukt entsteht.
Aktuell wird Wasserstoff jedoch überwiegend aus Erdgas gewonnen ("grauer Wasserstoff"), was mit erheblichen CO₂-Emissionen verbunden ist. Für eine wirklich nachhaltige Lösung müssen sowohl die Produktion des Wasserstoffs als auch die Herstellung der Brennstoffzelle selbst mit erneuerbaren Energien erfolgen.
Aktuell wird Wasserstoff jedoch überwiegend aus Erdgas gewonnen ("grauer Wasserstoff"), was mit erheblichen CO₂-Emissionen verbunden ist. Für eine wirklich nachhaltige Lösung müssen sowohl die Produktion des Wasserstoffs als auch die Herstellung der Brennstoffzelle selbst mit erneuerbaren Energien erfolgen.
Wie sieht die Zukunft der Brennstoffzelle aus?
Die Brennstoffzellentechnologie steht vor einem dynamischen Wachstum, besonders in Bereichen, wo batterieelektrische Systeme an Grenzen stoßen. Laut Forschungsdaten könnte bis 2030 eine globale Produktionskapazität von etwa 300 Millionen PEM-Brennstoffzellen jährlich erreicht werden.
Deutschland positioniert sich mit starker Patentaktivität international als wichtiger Innovationsstandort hinter Japan und den USA. Für den Durchbruch der Technologie sind jedoch weitere Kostensenkungen, der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und die Skalierung der Produktion von grünem Wasserstoff entscheidend.
Deutschland positioniert sich mit starker Patentaktivität international als wichtiger Innovationsstandort hinter Japan und den USA. Für den Durchbruch der Technologie sind jedoch weitere Kostensenkungen, der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und die Skalierung der Produktion von grünem Wasserstoff entscheidend.
Zusammenfassung
- Neuartige Brennstoffzelle puffert und liefert Strom auch bei Hitze
- PCEC-Technologie nutzt Wasserstoff und Wasserdampf bei hohen Temperaturen
- Bisherige Systeme versagten durch Materialprobleme nach maximal 1833 Stunden
- Forscherteam entwickelte spezielle dampfresistente Beschichtungsstruktur
- Neuer Rekord: 5000 Betriebsstunden bei 600 °C und 40 % Luftfeuchtigkeit
- Das System wechselt zuverlässig zwischen Stromproduktion und Speicherung
- Funktioniert auch mit salzigem Wasser - vorteilhaft für industrielle Nutzung
Siehe auch:
- Durchbruch bei Fusionsbrennstoff: Produktion von Tritium funktioniert
- Forscher fangen mit wenig Strom CO2 ein und machen daraus Brennstoff
- Koffein putscht auch Brennstoffzellen auf und macht sie billiger
- Kernfusion: JET stellt mit 0,2 Milligramm Brennstoff neuen Rekord auf
- Helium-3: Fusionsbrennstoff auf der Erde häufiger als angenommen
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