Microsofts KI entzieht einer Dürre-Region immer mehr Wasser
Microsoft steckt aktuell zweistellige Milliarden-Beträge in den Ausbau seiner Datenzentren, um den gigantischen Hunger an Rechenleistung seiner KI-Systeme zu befriedigen. Das geht einher mit einem explodierenden Verbrauch kostbaren Wassers.
Phoenix hat demnach gerade seinen heißesten Sommer aller Zeiten hinter sich - an 55 Tagen lagen die Temperaturen über 43 Grad Celsius. Die Folge ist eine der stärksten Dürren seit Beginn regelmäßiger Messungen. Der einst mächtige Colorado River, der die gesamte Region mit Trinkwasser und Wasserkraft versorgt, ist dann oft nur noch ein Schatten seiner selbst und es gab bereits Regionen, die ließen sich gar nicht mehr mit Leitungswasser versorgen.
Da passt es kaum ins Bild, dass Microsoft hier Datenzentren errichten will, in denen die Rechner über die Verdunstung von Wasser gekühlt werden. Die benötigte Menge wird auf rund 190 Millionen Liter pro Jahr prognostiziert. Wie die Region eine solche Mehrbelastung stemmen soll, ist fraglich - zumal Microsoft nicht das einzige Tech-Unternehmen ist, das hier Datenzentren bauen will.
Microsoft verweist in seinem Marketing immer wieder darauf, dass man bis zum Ende des Jahrzehnts nicht nur kohlenstoffnegativ arbeiten will, sondern auch wasserpositiv - man will dann also mehr sauberes Wasser zur Verfügung stellen, als verbraucht wird. Selbst wenn der Konzern dies schafft, bedeutet es nicht, dass dies die Schwierigkeiten löst.
Denn oft genug schmücken sich Unternehmen mit leicht zu erntenden Früchten. Dies könnte hier so aussehen, dass in wasserreichen Regionen durchaus positive Maßnahmen eingeleitet werden, während man einer Wüstenregion das wertvolle Gut entzieht - und in der Gesamtbilanz dann positiv dasteht.
Siehe auch:
Datenzentren in Arizona
Je nach Region kann dies erhebliche Probleme mit sich bringen, wie aus einem Bericht des US-Magazins The Atlantic hervorgeht. Dieser verweist darauf, dass Microsoft einen guten Teil seiner neuen Datenzentren in der Nähe von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona ansiedelt - einer Wüstenregion mit ohnehin stark begrenzten Wasserreserven.Phoenix hat demnach gerade seinen heißesten Sommer aller Zeiten hinter sich - an 55 Tagen lagen die Temperaturen über 43 Grad Celsius. Die Folge ist eine der stärksten Dürren seit Beginn regelmäßiger Messungen. Der einst mächtige Colorado River, der die gesamte Region mit Trinkwasser und Wasserkraft versorgt, ist dann oft nur noch ein Schatten seiner selbst und es gab bereits Regionen, die ließen sich gar nicht mehr mit Leitungswasser versorgen.
Da passt es kaum ins Bild, dass Microsoft hier Datenzentren errichten will, in denen die Rechner über die Verdunstung von Wasser gekühlt werden. Die benötigte Menge wird auf rund 190 Millionen Liter pro Jahr prognostiziert. Wie die Region eine solche Mehrbelastung stemmen soll, ist fraglich - zumal Microsoft nicht das einzige Tech-Unternehmen ist, das hier Datenzentren bauen will.
Verbrauch explodiert
Microsoft ist in dieser Hinsicht ohnehin nicht das einzige Problem - wenn auch angesichts seiner Marktposition durchaus eines der größten. Forscher der UC Riverside schätzten letztes Jahr, dass der weltweite KI-Bedarf dazu führen könnte, dass Rechenzentren bis 2027 4,2 Billionen bis 6,4 Billionen Liter Süßwasser verbrauchen.Microsoft verweist in seinem Marketing immer wieder darauf, dass man bis zum Ende des Jahrzehnts nicht nur kohlenstoffnegativ arbeiten will, sondern auch wasserpositiv - man will dann also mehr sauberes Wasser zur Verfügung stellen, als verbraucht wird. Selbst wenn der Konzern dies schafft, bedeutet es nicht, dass dies die Schwierigkeiten löst.
Denn oft genug schmücken sich Unternehmen mit leicht zu erntenden Früchten. Dies könnte hier so aussehen, dass in wasserreichen Regionen durchaus positive Maßnahmen eingeleitet werden, während man einer Wüstenregion das wertvolle Gut entzieht - und in der Gesamtbilanz dann positiv dasteht.
Zusammenfassung
- Microsoft investiert Milliarden in KI-Datenzentren
- Verbrauch von Wasserressourcen steigt massiv an
- Neue Datenzentren geplant in wasserarmer Wüstenregion
- Phoenix erlebte extremen Sommer und Dürreperioden
- 190 Millionen Liter Wasser für Kühlung in Arizona nötig
- Bis 2027 könnten Rechenzentren Billionen Liter verbrauchen
- Microsoft zielt auf wasserpositive Bilanz bis Jahrzehntsende
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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