Do legst di nieder: Flachliegender Mondlander muss Mission verkürzen

Kürzlich ist es einem verhältnismäßig kleinen Raumfahrtunter­nehmen gelungen, einen Lander unbeschadet auf den Mond zu bringen, zu­min­dest dachte man das. Das Problem: Odysseus befindet sich in der falschen Position. Das hat nun Folgen für die Missionsdauer.
Lander, Intuitive Machines, Odysseus, Nova-C
NASA/Intuitive Machines

Keine Bilderbuchlandung

Es war sicherlich eine mehr als kleine Sensation, denn Intuitive Machines gelang etwas, woran in den vergangenen Monaten und Jahren viele staatliche und private Konkurrenten gescheitert sind, nämlich eine erfolgreiche Mondlandung. Doch wie erwähnt hat das einen Haken, denn Odysseus hat seine Reise zwar beendet, von einer Bilderbuchlandung kann man hier aber auch nicht sprechen.

Denn Odysseus ist kurz nach der Landung umgekippt und liegt seither auf der Seite. Für seine eigentliche Forschungsarbeit ist das denkbar schlecht, denn natürlich sind die Instrumente für die Liegend-Position nicht ausgelegt. Teilerfolge können Intuitive Machines und NASA aber dennoch feiern, denn Odysseus konnte immerhin schon Bilder zur Erde schicken.

Doch die Tage des Mondlanders sind dennoch gezählt: Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, gehen die Experten bei Intuitive Machines davon aus, dass man bereits heute den Kontakt verlieren wird und die Mission fünf Tage nach der (seitlichen) Landung abbrechen muss.

Nicht gut genug getestet

Ursprünglich war geplant, dass Odysseus sieben bis zehn Tage lang wissenschaftliche Experimente durchführt und Daten zur Erde schickt. Mittlerweile sind auch neue Informationen aufgetaucht, warum Flug und Landung nicht so gelaufen sind wie geplant: Demnach haben "Abkürzungen" bei Tests sowie menschliche Fehler dazu geführt, dass die laserbasierten Entfernungsmessgeräte vor der Ankunft am Mond ausgefallen sind.

"Es gab sicherlich Dinge, die wir hätten durchführen können, um sie zu testen und tatsächlich einzusetzen. Das wäre aber sehr zeitaufwendig und kostspielig gewesen", gab Mike Hansen, der bei Intuitive Machines für das Navigationssystem zuständig ist, offen zu. "Das war also ein Risiko, das wir als Unternehmen erkannt haben und das wir eingegangen sind."

Zusammenfassung
  • Kleines Raumfahrtunternehmen landet auf dem Mond
  • Lander "Odysseus" in falscher Position gelandet
  • Mondlander ist nach Landung umgekippt
  • Odysseus sendet trotzdem Bilder zur Erde
  • Kontaktverlust zum Lander wird bald erwartet
  • Geplante Missionsdauer wird nicht erreicht
  • Test-Abkürzungen und Fehler führten zu Problemen

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