Millionenstrafe für eBay, weil kritisches Blogger-Paar terrorisiert wurde

eBay gilt nach außen als Online-Urgestein und auch als einer der Haupt­konkurrenten von Amazon. Doch hinter den Kulissen arbeitete eBay alles andere als sauber und griff zu dubiosen und ekligen Mitteln, um Kritiker einzuschüchtern. Nun folgte die Rechnung.
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Einschüchterung wie aus einem Horrorfilm

Das einst als Auktionsplattform gestartete Handelsunternehmen eBay gilt als eine der Größen des Geschäfts und man könnte annehmen, dass sich ein solcher Riese auch an geschäftliche und moralische Spielregeln hält. Doch vor einigen Jahren wurde ein Fall bekannt, der nach einem billigen Horrorfilm klingt. Denn eBay bekam es mit einem Ehepaar zu tun, das sich in einem Newsletter zum Thema E-Commerce immer wieder kritisch über das Unternehmen geäußert hat.

Die normale Reaktion wäre gewesen, sich der Kritik anzunehmen oder ggf. auch Anwälte einzuschalten. Doch ein Team von teils hochrangigen eBay-Managern und -Angestellten wählte einen Weg, der eher an Mafiamethoden oder -klischees erinnert. Die Sache reichte bis ganz nach oben, denn die Führungsebene hatte Kenntnis davon und befürwortete die Aktionen.

Sieben in dieser Angelegenheit angeklagte eBay-Mitarbeiter schickten dem Ehepaar allerhand Geschmacklosigkeiten, darunter Kakerlaken, Spinnen, eine Halloween-Maske eines blutigen Schweinekopfes, dazu kamen Pornografie und Andeutungen zu Drohungen, dass eine Person sterben könnte. Das Ehepaar Ina und David Steiner bezeichnet das als "psychologische Kriegsführung" und "Unternehmensterrorismus".


Ähnlich sah es auch Staatsanwalt Joshua Levy: "eBay hat sich absolut entsetzlich und kriminell verhalten. Die an dieser Kampagne beteiligten Mitarbeiter und Auftragnehmer des Unternehmens haben den Opfern die Hölle heiß gemacht, in einer erschreckenden Kampagne, die darauf abzielte, ihre Berichte zum Schweigen zu bringen und die Marke eBay zu schützen."

Die Handelsplattform wurde vom Justizministerium wegen Stalking, Zeugenbeeinflussung und Behinderung der Justiz angeklagt. Wie die New York Times berichtet, ist das ein in dieser Form höchst ungewöhnlicher Vorgang. Die daran beteiligten Personen wurden bereits verurteilt und müssen teils mehrjährige Haftstrafe absitzen.

Nun wurde das Unternehmen selbst zur Zahlung von drei Millionen Dollar verurteilt (dem Maximum für solche Fälle bzw. die sechs vorliegenden Vorwürfe), die strafrechtlichen Aspekte wurden im Rahmen einer Vereinbarung über einen Aufschub der Strafverfolgung ausgesetzt. eBay wird dabei verpflichtet, drei Jahre lang einen unabhängigen Mitarbeiter für Compliance Monitoring zu beschäftigen. Sollte es in dieser Zeit keine Auffälligkeiten geben, werden die Vorwürfe ganz fallen gelassen.

Zusammenfassung
  • eBay als Online-Riese mit dubiosen Methoden
  • Kritiker mit ekligen Mitteln eingeschüchtert
  • Führungsebene von eBay involviert und zustimmend
  • Ehepaar bekam Kakerlaken und Drohungen
  • Staatsanwalt verurteilt eBays kriminelles Verhalten
  • Unternehmen zu drei Millionen Dollar Strafe verurteilt
  • eBay muss unabhängigen Compliance Monitor einsetzen

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