Staatstrojaner-Anbieter greift trotz Verbots wieder WhatsApp-Nutzer an
Der Messengerdienst WhatsApp hat nach eigenen Angaben einen gezielten Phishing-Angriff aufgedeckt und gestoppt, der mit der israelischen Spionagesoftware-Firma NSO Group in Verbindung stehen soll.
Das Unternehmen erklärte, es habe mehrere technische Hinweise identifiziert und die Aktivitäten aufgrund von Ähnlichkeiten zu früheren, der NSO Group zugeschriebenen Phishing-Kampagnen zuordnen können. Zudem seien von den Angreifern Testkonten und Gruppen eingerichtet worden. Diese habe man inzwischen deaktivieren können, weitere Gegenmaßnahmen seien eingeleitet.
Der Konflikt zwischen WhatsApp und der NSO Group, einem bekannten Hersteller von Staatstrojanern, reicht mehrere Jahre zurück. Bereits 2019 hatte der Messenger-Anbieter Klage eingereicht, nachdem bekannt geworden war, dass eine bis dahin unbekannte Sicherheitslücke ausgenutzt worden war, um Spionagesoftware auf Geräte von Nutzern zu schleusen.
Im Dezember 2024 entschied ein Gericht, dass die NSO Group für die damaligen Angriffe haftbar ist. Einige Monate später sprach eine Jury WhatsApp Schadenersatz in Höhe von mehr als 444.000 Dollar zu und verhängter Strafzahlungen von 167 Millionen Dollar gegen NSO. Gegen dieses Urteil legte das Unternehmen Berufung ein. Im Oktober 2025 reduzierte ein Richter die Strafzahlung zwar auf vier Millionen Dollar, bestätigte jedoch zugleich eine dauerhafte Unterlassungsverfügung. Diese untersagt der NSO Group dauerhaft, WhatsApp oder dessen Nutzer anzugreifen.
Rückendeckung erhält WhatsApp von zivilgesellschaftlichen Organisationen: Kürzlich reichten fast ein Dutzend Gruppen eine Stellungnahme bei einem Berufungsgericht ein, um die bestehende Unterlassungsverfügung zu verteidigen. Darüber hinaus kündigte WhatsApp eine größere finanzielle Unterstützung für die "Spyware Accountability Initiative" an. Der Fonds fördert Projekte, die den Missbrauch von Überwachungssoftware aufdecken, bekämpfen und verhindern sollen.
Siehe auch:
Messenger-Dienst leitet Gegenmaßnahmen ein
Der Angriff soll dabei sogar gegen eine gerichtliche Anordnung verstoßen haben, die dem Unternehmen ausdrücklich untersagt, WhatsApp-Nutzer ins Visier zu nehmen. Wie der Betreiber des Messenger-Netzwerks am gestrigen Montag mitteilte, handelte es sich um eine Social-Engineering-Kampagne, bei der Nutzer durch manipulierte Nachrichten zum Anklicken schädlicher Links verleitet werden sollten.Das Unternehmen erklärte, es habe mehrere technische Hinweise identifiziert und die Aktivitäten aufgrund von Ähnlichkeiten zu früheren, der NSO Group zugeschriebenen Phishing-Kampagnen zuordnen können. Zudem seien von den Angreifern Testkonten und Gruppen eingerichtet worden. Diese habe man inzwischen deaktivieren können, weitere Gegenmaßnahmen seien eingeleitet.
Der Konflikt zwischen WhatsApp und der NSO Group, einem bekannten Hersteller von Staatstrojanern, reicht mehrere Jahre zurück. Bereits 2019 hatte der Messenger-Anbieter Klage eingereicht, nachdem bekannt geworden war, dass eine bis dahin unbekannte Sicherheitslücke ausgenutzt worden war, um Spionagesoftware auf Geräte von Nutzern zu schleusen.
Im Dezember 2024 entschied ein Gericht, dass die NSO Group für die damaligen Angriffe haftbar ist. Einige Monate später sprach eine Jury WhatsApp Schadenersatz in Höhe von mehr als 444.000 Dollar zu und verhängter Strafzahlungen von 167 Millionen Dollar gegen NSO. Gegen dieses Urteil legte das Unternehmen Berufung ein. Im Oktober 2025 reduzierte ein Richter die Strafzahlung zwar auf vier Millionen Dollar, bestätigte jedoch zugleich eine dauerhafte Unterlassungsverfügung. Diese untersagt der NSO Group dauerhaft, WhatsApp oder dessen Nutzer anzugreifen.
Gericht wird angerufen
Nach Ansicht von WhatsApp wurde genau diese Anordnung nun missachtet. Das Unternehmen kündigte deshalb an, beim zuständigen Bundesgericht die Ahndung des mutmaßlichen Verstoßes zu beantragen. Die NSO Group versucht ihrerseits weiterhin, die gerichtliche Verfügung aufheben zu lassen. Sie argumentiert, das Verbot verursache dem Unternehmen einen nicht wiedergutzumachenden Schaden.Rückendeckung erhält WhatsApp von zivilgesellschaftlichen Organisationen: Kürzlich reichten fast ein Dutzend Gruppen eine Stellungnahme bei einem Berufungsgericht ein, um die bestehende Unterlassungsverfügung zu verteidigen. Darüber hinaus kündigte WhatsApp eine größere finanzielle Unterstützung für die "Spyware Accountability Initiative" an. Der Fonds fördert Projekte, die den Missbrauch von Überwachungssoftware aufdecken, bekämpfen und verhindern sollen.
Zusammenfassung
- WhatsApp hat einen gezielten Phishing-Angriff aufgedeckt und gestoppt, der mit der israelischen NSO Group in Verbindung stehen soll
- Der Angriff soll gegen eine dauerhafte gerichtliche Unterlassungsverfügung verstoßen haben, die der NSO Group Angriffe untersagt
- Bereits 2019 reichte WhatsApp Klage ein, nachdem eine Sicherheitslücke zur Installation von Spionagesoftware genutzt worden war
- Im Oktober 2025 bestätigte ein Richter die dauerhafte Unterlassungsverfügung, reduzierte aber die Strafzahlung auf vier Millionen Dollar
- WhatsApp beantragt nun die Ahndung des mutmaßlichen Verstoßes gegen die gerichtliche Anordnung beim Bundesgericht
- Zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen WhatsApp und verteidigen die bestehende Unterlassungsverfügung vor dem Berufungsgericht
Siehe auch:
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