Gründer des E-LKW-Startups Nikola wurde zu Haftstrafe verurteilt

Das Elektro-LKW-Startup Nikola schürte gegenüber der Öffentlichkeit viele Erwartungen in die Elektrifizierung des Gütertransports. Jetzt wurde der Gründer und ehemalige Chef des Unternehmens, Trevor Milton, zu vier Jahren Haft verurteilt.
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Milton bittet um mildes Urteil

Die Verantwortlichen bei Nikola hatten vor einiger Zeit über Fortschritte und baldige Produktstarts berichtet, die sich schlicht als Lügen herausstellten. Zwischenzeitlich zog der Aktienkurs aufgrund der Ankündigungen deutlich an. Als dann Betrugsvorwürfe aufkamen und Bestellungen storniert wurden, fiel der Wert des Unternehmens in sich zusammen.

Wie das US-Magazin TechCrunch berichtet, bat Milton vor der Urteilsverkündung um Milde und nahm in einer langen und oft verwirrenden Erklärung zu den Vorgängen Stellung. Dabei führte er unter anderem auch aus, dass er nicht wegen der Betrugsvorwürfe zurückgetreten sei. "Ich bin zurückgetreten, weil meine Frau an einer lebensbedrohlichen Krankheit litt", so Milton. "Die Wahrheit ist wichtig. Ich habe meine Frau dem Geld oder der Macht vorgezogen."


Während der Anhörung zur Urteilsverkündung sagten seine Verteidiger, dass Milton nicht versucht habe, die Anleger zu betrügen oder jemandem zu schaden. Stattdessen argumentierten sie, dass er einfach geliebt und gelobt werden wollte wie Elon Musk. Die Staatsanwaltschaft konterte und erklärte, er habe wiederholt gelogen und Kleinanleger ins Visier genommen.

Die Staatsanwälte in dem Fall warfen Milton vor, Investoren seit 2019 durch unrichtige Aussagen getäuscht zu haben, darunter die Behauptung, Nikola habe einen Lastwagen von Grund auf neu gebaut und Batterien entwickelt, die in Wirklichkeit anderswo gekauft wurden. Es gibt auch das berüchtigte Nikola-Marketingvideo, das einen LKW zeigt, der scheinbar aus eigener Kraft fährt. In Wirklichkeit rollte er einen Hügel hinunter.

Die Bundesstaatsanwaltschaft empfahl eine Haftstrafe von 11 Jahren, die Anklagepunkte hätten ihm maximal sogar 60 Jahre einbringen können. Die Regierung forderte außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 5 Millionen Dollar, die Beschlagnahmung einer Ranch in Utah und eine unbestimmte Entschädigungssumme für die Anleger. Der Richter setzte eine Haftstrafe von 48 Monaten und eine Geldstrafe von einer Million Dollar fest, gegen die Milton in Berufung gehen kann.

Zusammenfassung
  • Nikola-Gründer Trevor Milton zu vier Jahren Haft verurteilt
  • Nikola täuschte mit falschen Fortschrittsberichten
  • Aktienkurs fiel nach Betrugsvorwürfen stark ab
  • Milton bat vor Gericht um Milde wegen kranker Frau
  • Verteidigung: Milton wollte wie Elon Musk sein
  • Staatsanwälte: Falschaussagen über Nikola-Produkte
  • Richter verhängt 48 Monate Haft und 1 Mio. Dollar Strafe

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