Digitalfunk: Der Bundeswehr droht das nächste Milliarden-Desaster
Bei der Bundeswehr bahnt sich das nächste Material-Desaster an. Aus dem Sondervermögen des Bundes wurden für einen Milliardenbetrag digitale Funkgeräte angeschafft, die nun aber gar nicht in Fahrzeuge verbaut werden können und erst einmal ins Lager wandern.
Für das Geld werden digitale Funkgeräte angeschafft, die zukünftig in rund 34.000 Fahrzeugen vom Geländewagen bis zum Panzer eingesetzt werden sollen. Der Hersteller ist Rohde & Schwarz. Wie die Tageszeitung Welt nun berichtet, können die Geräte aber überhaupt nicht in die Fahrzeuge eingebaut werden, da dafür verschiedene Anpassungen nötig wären.
Diese reichen von der Beschaffung passender Adapterplatten bis hin zum Einbau ausreichend leistungsfähiger Batterien und Lichtmaschinen. Dem Vernehmen nach müssen die fraglichen Anpassungen in über hundert verschiedenen Fahrzeugtypen vorgenommen werden. Bis dies erfolgt ist, wandern die gelieferten Funkgeräte erst einmal ins Lager, wann sie dann wirklich zum Einsatz kommen, kann noch niemand sagen.
Der Zeitplan ist dabei ohnehin knapp. Denn der Beschaffungsauftrag wurde direkt und ohne europaweite Ausschreibung an Rohde & Schwarz gegeben. Dagegen klagt der französische Konkurrent Thales jetzt. Wie diese Sache ausgeht, lässt sich aktuell nur schwer abschätzen.
Siehe auch:
Einbau nicht möglich
Das Beschaffungsprojekt "Digitalisierung landbasierter Operationen" (D-LBO) kann insgesamt auf ein finanzielles Volumen von rund 5 Milliarden Euro kommen. Bisher sind vom Bundestag die ersten 1,3 Milliarden Euro genehmigt worden, darüber hinaus gibt es auch schon eine Option über weitere 1,5 Milliarden Euro.Für das Geld werden digitale Funkgeräte angeschafft, die zukünftig in rund 34.000 Fahrzeugen vom Geländewagen bis zum Panzer eingesetzt werden sollen. Der Hersteller ist Rohde & Schwarz. Wie die Tageszeitung Welt nun berichtet, können die Geräte aber überhaupt nicht in die Fahrzeuge eingebaut werden, da dafür verschiedene Anpassungen nötig wären.
Diese reichen von der Beschaffung passender Adapterplatten bis hin zum Einbau ausreichend leistungsfähiger Batterien und Lichtmaschinen. Dem Vernehmen nach müssen die fraglichen Anpassungen in über hundert verschiedenen Fahrzeugtypen vorgenommen werden. Bis dies erfolgt ist, wandern die gelieferten Funkgeräte erst einmal ins Lager, wann sie dann wirklich zum Einsatz kommen, kann noch niemand sagen.
Die Zeit drängt
Die Zeit drängt allerdings. Denn die Bundeswehr hat sich verpflichtet, 2025 zumindest eine Division - diese besteht aus drei Brigaden mit insgesamt 15.000 Soldaten und der zugehörigen Ausrüstung - in einer Form bereitstellen zu können, mit der sie in den NATO-Strukturen operieren kann. Bis dahin müssen zumindest rund 10.000 Fahrzeuge mit der entsprechenden Funktechnik ausgestattet sein.Der Zeitplan ist dabei ohnehin knapp. Denn der Beschaffungsauftrag wurde direkt und ohne europaweite Ausschreibung an Rohde & Schwarz gegeben. Dagegen klagt der französische Konkurrent Thales jetzt. Wie diese Sache ausgeht, lässt sich aktuell nur schwer abschätzen.
Zusammenfassung
- Bundeswehr kauft Funkgeräte, die nicht in Fahrzeuge passen
- Beschaffungsprojekt "D-LBO" hat Volumen von 5 Milliarden Euro
- Anpassungen an über 100 Fahrzeugtypen nötig
- Bis 2025 müssen 10.000 Fahrzeuge mit Funktechnik ausgestattet sein
- Beschaffungsauftrag ohne Ausschreibung vergeben, Klage von Konkurrenten
- Ungewisse Zukunft des Projekts, Funkgeräte vorerst im Lager
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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