Apple hat sich bei der 5G-Modem-Entwicklung völlig überschätzt

Bei Apple war man offenbar von der ziemlich erfolgreichen Entwicklung eigener SoCs für Smartphones und inzwischen auch die Computer-Serien regelrecht berauscht. Umso härter dürfte das bisherige Scheitern beim Versuch, eine andere Kernkomponente selbst zu bauen, sein.
Chip, Apple Logo, Apple Chip, generic, Apple Soc, Midjourney, Apfel, Allgemein, generisch, Apple CPU

Schwieriger als erwartet

Es deutete sich bei einer kürzlich verkündeten Kooperationsvereinbarung bereits an: Apple wird auch in den kommenden Jahren Mobilfunk-Modems für seine Geräte bei Qualcomm einkaufen. Das bedeutet, dass man es bisher nicht geschafft hat, selbst einen adäquaten Chip zu entwickeln. Ein aktueller Bericht des Wall Street Journals gibt nun etwas genauere Einblicke, wo die Probleme liegen.

Denn eigentlich dürfte das Vorhaben durchaus machbar sein. Immerhin hatte Apple nach einem Rechtsstreit mit Qualcomm schleunigst die Modem-Entwicklungsabteilung Intels übernommen und mit ihr einige tausend Ingenieure, die sich in dem Bereich auskennen. Man könnte annehmen, dass dies gepaart mit Apples sonstiger Innovationskraft inzwischen zu Ergebnissen hätte führen müssen.


Die Entwicklung eines 5G-Modems, das auch mit den unzähligen 2G-, 3G- und 4G-Mobilfunkfrequenzen, die weltweit genutzt werden, funktioniert, erwies sich jedoch als viel schwieriger als erwartet. Die Bemühungen wurden außerdem durch unrealistische Ziele und Fristen erschwert, hieß es. Es soll - zumindest in dem Bereich - auch an einer globalen Führung mangeln, um die getrennten Entwicklungsgruppen in den USA und im Ausland zu leiten.

Drei Jahre zurück

Die Prototyp-Chips, die Apple im letzten Jahr getestet hat, waren letztlich langsam und "im Wesentlichen drei Jahre hinter dem besten Modem-Chip von Qualcomm". Das Fazit des Berichts lautet entsprechend: "Apple fand heraus, dass der Einsatz von Tausenden von Ingenieuren, und eine erfolgreiche Strategie für die Entwicklung des Computergehirns seiner Smartphones und Laptops, nicht ausreichte, um schnell einen überlegenen Modemchip zu produzieren."

Dies ist für das Apple-Management nicht einfach. Denn: "Sie hassen Qualcomm bis aufs Blut", wie Edward Snyder erklärte, ein Experte für die Mobilfunkbranche und Geschäftsführer von Charter Equity Research. Allerdings hat nicht nur Apple Probleme bei der Entwicklung von Modems. Auch Huawei, das jetzt im Mate 60 Pro auf Qualcomm verzichten musste, verbaut einen Chip, der viel Strom verbraucht und das Gerät bei intensiven Datentransfers aufheizt.

Zusammenfassung
  • Apple scheitert bei Entwicklung eigener Mobilfunk-Modems
  • Weiterer Einkauf von Modems bei Qualcomm trotz Konflikten
  • Übernahme von Intels Modem-Entwicklungsabteilung brachte keinen Erfolg
  • Entwicklung eines 5G-Modems erwies sich als schwieriger als erwartet
  • Prototyp-Chips von Apple waren langsamer als Qualcomms Modems
  • Mangel an globaler Führung in der Modem-Entwicklung bei Apple
  • Auch Huawei hat Probleme bei der Modem-Entwicklung

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Apples Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!