Principia falsch übersetzt:
Newton war revolutionärer als gedacht
Über Jahrhunderte wurde einer der Schlüssel-Inhalte in den Werken Isaac Newton womöglich falsch übersetzt. Ein Sprach- und Mathematikphilosoph würde dies gern richtigstellen, da es den großen Begründer der mechanischen Physik in einem anderen Licht erscheinen ließe.
Laut Hoek wird auf dieser Grundlage Newtons Trägheitsgesetz so interpretiert, dass ein Objekt sich in einer geraden Linie bewegt oder in Ruhe bleibt, wenn keine äußere Kraft auf es einwirkt. Eigentlich habe Newton aber festgestellt, dass jede Bewegungsänderung eines Körpers auf äußere Kräfte zurückzuführen ist.
In der Praxis macht diese etwas andere Interpretation eigentlich keinen Unterschied. Drückt man das ganze ´mathematisch aus, kommt im Grunde jeweils das Gleiche heraus. Für Hoek hat die korrekte Übersetzung hier aber durchaus eine Auswirklung darauf, wie Newtons Weltsicht und Arbeit genau eingeschätzt wird.
Newton erläuterte das Trägheitsgesetz beispielsweise anhand eines Kreisels. Dieser dreht sich zwar scheinbar immer weiter - wird aber letztlich doch langsamer, weil die Reibung an der Luft ihn bremst. "Mit diesem Beispiel", schreibt Hoek, "zeigt uns Newton ausdrücklich, dass das erste Gesetz, so wie er es versteht, für beschleunigte Körper gilt, die Kräften ausgesetzt sind - das heißt, es gilt für Körper in der realen Welt."
Dies wiederum verdeutlicht, wie revolutionär die Ideen Newtons in seiner Zeit wirklich waren. Denn die Gelehrten vor ihm befassten sich meist mit recht theoretisch-philosophischen Überlegungen zu bestimmten Problemfeldern. Das Erste Newtonsche Gesetz gilt hingegen für alle Objekte von winzigen Gegenständen auf der Erde bis hin zu ganzen Galaxien.
Siehe auch:
Nur ein unbedeutendes Detail?
Der Philosoph Daniel Hoek von der Virginia Tech hat sich mit dem Original der "Principia" beschäftigt, in der Newton seine Erkenntnisse niederschrieb. Dieser verfasste das Werk im Jahr 1687 allerdings in lateinischer Sprache. Die erste englischsprachige Übersetzung gab es dann 1729 - und bereits diese enthielt den Fehler.Laut Hoek wird auf dieser Grundlage Newtons Trägheitsgesetz so interpretiert, dass ein Objekt sich in einer geraden Linie bewegt oder in Ruhe bleibt, wenn keine äußere Kraft auf es einwirkt. Eigentlich habe Newton aber festgestellt, dass jede Bewegungsänderung eines Körpers auf äußere Kräfte zurückzuführen ist.
In der Praxis macht diese etwas andere Interpretation eigentlich keinen Unterschied. Drückt man das ganze ´mathematisch aus, kommt im Grunde jeweils das Gleiche heraus. Für Hoek hat die korrekte Übersetzung hier aber durchaus eine Auswirklung darauf, wie Newtons Weltsicht und Arbeit genau eingeschätzt wird.
Revolutionäres Werk
Die bisher gültige Variante kommt eher aus der Theoerie heraus. Die zweite ist deutlich praxisnäher, da es in der Realität keine Körper gibt, auf die keine äußeren Kräfte einwirken. Das zeigt sich auch an den Praxisbeispielen, mit denen der große Naturforscher seine Erkenntnisse in der Principia veranschaulicht.Newton erläuterte das Trägheitsgesetz beispielsweise anhand eines Kreisels. Dieser dreht sich zwar scheinbar immer weiter - wird aber letztlich doch langsamer, weil die Reibung an der Luft ihn bremst. "Mit diesem Beispiel", schreibt Hoek, "zeigt uns Newton ausdrücklich, dass das erste Gesetz, so wie er es versteht, für beschleunigte Körper gilt, die Kräften ausgesetzt sind - das heißt, es gilt für Körper in der realen Welt."
Dies wiederum verdeutlicht, wie revolutionär die Ideen Newtons in seiner Zeit wirklich waren. Denn die Gelehrten vor ihm befassten sich meist mit recht theoretisch-philosophischen Überlegungen zu bestimmten Problemfeldern. Das Erste Newtonsche Gesetz gilt hingegen für alle Objekte von winzigen Gegenständen auf der Erde bis hin zu ganzen Galaxien.
Zusammenfassung
- Schlüsselinhalt von Isaac Newtons Werken möglicherweise falsch übersetzt
- Sprach- und Mathematikphilosoph Daniel Hoek korrigiert Übersetzungsfehler
- Newtons Trägheitsgesetz wurde bisher ungenau interpretiert
- Korrekte Übersetzung hat Einfluss auf Newtons Weltsicht und Arbeitseinschätzung
- Newtons Interpretation ist praxisnäher und bezieht äußere Kräfte mit ein
- Newtons Ideen waren revolutionär und gelten für alle Objekte
Siehe auch:
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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