Gravitation: Leonardo da Vinci war dichter an Einstein als Newton

Neue Analysen alter Aufzeichnungen zeigen jetzt, dass bei der Erforschung der Gravitation eine direkte Linie zwischen dem Renaissance-Genie Leonardo da Vinci und dem modernen Physiker Albert Einstein besteht.
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Bisher gelten Galileo Galileis Gesetz des parabolischen Falls aus dem Jahr 1604 und die universellen Gravitationsgesetze Isaac Newtons als erste grundlegende Arbeiten zu dem Thema. Diese haben zwar die Bewegungen in mathematischen Formeln beschrieben, sodass man theoretisch mit dieser Kraft arbeiten konnte. Womit man es hier aber im Kern zu tun hatte, dazu gaben weder Galilei noch Newton irgendwelche Antworten.

Das tat dann erst mehrere hundert Jahre später Albert Einstein. Er erkannte, dass die Schwerkraft gar nicht so seltsam und geheimnisvoll ist. Mit dem Äquivalenzprinzip schrieb er 1907 nieder, dass es im Grunde keinen Unterschied zwischen der Wirkung der Schwerkraft und der bekannten Beschleunigung eines Körpers gibt. Etwas später klärte die Allgemeine Relativitätstheorie dann, dass man es hier nicht mit der geheimnisvollen Wirkung einer unsichtbaren Kraft zu tun hat, sondern sich die Gravitation schlicht aus der Krümmung der Raumzeit ergibt.


Früh dabei

Wie sich nun herausstellte, malte da Vinci im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert nicht nur atemberaubende Meisterwerke wie das letzte Abendmahl und die Mona Lisa, sondern führte auch eigene Gravitationsexperimente durch. Jahrelang hatte er Gleichungen und Zeichnungen über die schwer fassbare Kraft, die uns auf der Erde verankert, in altitalienischer Sprache in Notizbücher wie den kürzlich veröffentlichten Codex Arundel gekritzelt, wie Forscher des California Institute of Technology mitteilten.

Er tat dies sogar in seiner charakteristischen gespiegelten Schreibschrift - da Vincis ist bekannt dafür, alles Mögliche aus Gründen der Geheimhaltung rückwärts geschrieben zu haben. Als sich die Wissenschaftler inhaltlich mit den Notizen befassten, sahen sie, dass er auf der richtigen Spur war. Da Vinci begann hier bereits, einen Zusammenhang zwischen Schwerkraft und Beschleunigung herzustellen, wie es Einstein später ebenfalls tat. "Die Tatsache, dass er sich mit diesem Problem auf diese Weise auseinandersetzte - in den frühen 1500er-Jahren - zeigt, wie weit sein Denken seiner Zeit voraus war", sagte Mory Gharib, Professor für Luftfahrt und Medizintechnik am Caltech.

Zusammenfassung
  • Neue Analysen zeigen Verbindung zwischen Leonardo da Vinci und Albert Einstein.
  • Galilei und Newton beschrieben Bewegungen in mathematischen Formeln.
  • Einstein erkannte, dass Schwerkraft nicht geheimnisvoll ist.
  • Da Vinci führte Gravitationsexperimente durch.
  • Er sah Zusammenhang zwischen Schwerkraft & Beschleunigung.

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