Gute Idee? Stephen King verrät:
"KIs trainieren mit meinen Büchern"
Erst gestern berichteten wir, dass Forscher beweisen konnten, dass KI-Anbieter zu verstecken versuchen, dass sie ihre KIs mit urheberrechtlich geschützten Werken wie den Harry-Potter-Romanen trainieren. Nun sagt auch Stephen King, dass seine Bücher hierfür zum Einsatz kommen.
Aber (hoffentlich) Spaß beiseite: Der Bestseller-Autor hat gerade einen Gastbeitrag für The Atlantic veröffentlicht, in dem er sich mit dem Thema KI beschäftigt. Der Titel des kurzen und lesenswerten Essays: "Stephen King: Meine Bücher wurden benutzt, um KIs zu trainieren".
Der 75-Jährige schreibt gleich zu Beginn, dass wir in Zeiten leben, die man vor Jahrzehnten noch als Science-Fiction bezeichnet hätte: "Selbstfahrende Autos. Untertassenförmige Staubsauger, die Hin und Her huschen (und nur gelegentlich in Ecken stecken bleiben). Telefone, die dir sagen, wo du bist und wie du zum nächsten Ort kommst." King meint, dass wir mit all diesen Dingen leben und - wie beim Smartphone - nicht mehr ohne leben können. Er fragt sich aber am Ende der Einleitung: "Aber kann eine Maschine, die liest, auch schreiben lernen?"
King schreibt, dass es nicht schwer ist, sich einen Mord für einen Roman auszudenken. Aber ein derartiges Detail, das den Mörder fortan verfolgt, sei etwas anderes, nämlich Kreativität.
"Könnte eine Maschine diese Beule erschaffen? Ich würde sagen, nein, aber ich muss - widerwillig - diese Einschränkung hinzufügen: Bis jetzt nicht", schreibt King. "Kreativität ist ohne Empfindungsvermögen nicht möglich, und es gibt inzwischen Argumente dafür, dass einige KIs tatsächlich empfindungsfähig sind."
Nervös mache ihn das nicht, wohl auch, weil er ein bereits recht fortgeschritteneres Alter erreicht habe, so King. Die Sache erinnere ihn jedenfalls an den Roman Colossus von D. F. Jones: "Darin wird der weltumspannende Computer empfindungsfähig und sagt seinem Schöpfer, Forbin, dass die Menschheit ihn mit der Zeit lieben und respektieren wird. (So wie vermutlich viele von uns ihre Telefone lieben und respektieren.) Forbin schreit: 'Niemals!' Aber der Erzähler hat das letzte Wort, und ein einziges Wort reicht aus: 'Niemals?'"
Siehe auch:
Heutige KIs sind erst der Anfang - aber wovon?
Ob das wohl gutgeht, wenn man künstliche Intelligenzen in die literarisch-menschlichen (aber freilich brillanten) Abgründe von Stephen King blicken lässt und sie damit trainiert? Wir werden es sehen, aber wenn Skynet irgendwann einmal auf "Ideen" kommt, dann wird hoffentlich keiner fragen: Wie sind KIs bloß darauf gekommen?Aber (hoffentlich) Spaß beiseite: Der Bestseller-Autor hat gerade einen Gastbeitrag für The Atlantic veröffentlicht, in dem er sich mit dem Thema KI beschäftigt. Der Titel des kurzen und lesenswerten Essays: "Stephen King: Meine Bücher wurden benutzt, um KIs zu trainieren".
Der 75-Jährige schreibt gleich zu Beginn, dass wir in Zeiten leben, die man vor Jahrzehnten noch als Science-Fiction bezeichnet hätte: "Selbstfahrende Autos. Untertassenförmige Staubsauger, die Hin und Her huschen (und nur gelegentlich in Ecken stecken bleiben). Telefone, die dir sagen, wo du bist und wie du zum nächsten Ort kommst." King meint, dass wir mit all diesen Dingen leben und - wie beim Smartphone - nicht mehr ohne leben können. Er fragt sich aber am Ende der Einleitung: "Aber kann eine Maschine, die liest, auch schreiben lernen?"
(Noch) Unterschied: Kreativität
King meint, dass man nicht schreiben kann, ohne selbst viel zu lesen. Das machen die KIs auch, dennoch stellt sich aber auch eine Frage, nämlich "ob man eine Summe erhält, die größer ist als die Teile, wenn man sie wieder ausschüttet." Er beantwortet sie auch, nämlich mit einem Nein. Er nennt als Beispiel eine Szene aus einem seiner nächsten Bücher, in dem er einen Mord (von hinten) beschreibt, der aber eine Besonderheit hat, nämlich eine Kugel, die nicht ganz aus dem Opfer austritt, sondern eine kleine Beule in der Stirn hinterlässt.King schreibt, dass es nicht schwer ist, sich einen Mord für einen Roman auszudenken. Aber ein derartiges Detail, das den Mörder fortan verfolgt, sei etwas anderes, nämlich Kreativität.
"Könnte eine Maschine diese Beule erschaffen? Ich würde sagen, nein, aber ich muss - widerwillig - diese Einschränkung hinzufügen: Bis jetzt nicht", schreibt King. "Kreativität ist ohne Empfindungsvermögen nicht möglich, und es gibt inzwischen Argumente dafür, dass einige KIs tatsächlich empfindungsfähig sind."
"Kann und will ich nicht verhindern"
King meint, dass er diese Entwicklung mit einer "gewissen schrecklichen Faszination" beobachtet. Er stellt sich schließlich auch die Frage, ob er versuchen soll, den KI-Anbietern seine Texte zu verbieten? Er verneint das: "Nicht einmal, wenn ich es könnte. Ich könnte genauso gut König Knut der Große sein, der der Flut verbietet, hereinzukommen. Oder ein Luddit, der versucht, den industriellen Fortschritt aufzuhalten, indem er einen Dampfwebstuhl in Stücke hämmert."Nervös mache ihn das nicht, wohl auch, weil er ein bereits recht fortgeschritteneres Alter erreicht habe, so King. Die Sache erinnere ihn jedenfalls an den Roman Colossus von D. F. Jones: "Darin wird der weltumspannende Computer empfindungsfähig und sagt seinem Schöpfer, Forbin, dass die Menschheit ihn mit der Zeit lieben und respektieren wird. (So wie vermutlich viele von uns ihre Telefone lieben und respektieren.) Forbin schreit: 'Niemals!' Aber der Erzähler hat das letzte Wort, und ein einziges Wort reicht aus: 'Niemals?'"
Zusammenfassung
- KI-Anbieter trainieren ihre Algorithmen mit urheberrechtlich geschützten Werken
- Stephen King bestätigt, dass seine Bücher für KI-Training genutzt werden
- King veröffentlichte einen Essay zu KI in The Atlantic
- King bezweifelt, dass KIs Kreativität entwickeln können
- Er beobachtet die Entwicklung vn KIs mit "schrecklicher Faszination"
- King lehnt es ab, KI-Anbietern die Nutzung seiner Texte zu verbieten
- Erinnert ihn an den Roman Colossus, in dem eine KI empfindungsfähig wird
Siehe auch:
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