Deutsche Spielebranche mit massiven Förder-Kürzungen konfrontiert

Die deutsche Spielebranche sieht den Standort in Gefahr, wenn die geplanten Kürzungen von staatlicher Seite durchgezogen werden. Auch hier steht Deutschland spürbar in Konkurrenz zu anderen Ländern, die das Potenzial stärker ausschöpfen wollen.
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Massive Kürzung

Seit einigen Jahren entwickelt sich die Gaming-Branche in Deutschland durchaus sehr dynamisch. Aktuell kommt man hier auf rund 900 Unternehmen mit etwa 12.000 Beschäftigten. In den letzten drei Jahren stieg die Zahl der Firmen damit um 46 Prozent, bei den Mitarbeitern ging es um 20 Prozent nach oben. Wie Felix Falk, Chef des Branchenverbandes Game, gegenüber der Welt erklärte, könne man dies auch auf die staatliche Förderung des Wirtschaftszweigs zurückführen.

In einem Strategiepapier der Bundesregierung wurde es auch als Ziel definiert, dass Deutschland Leitmarkt für Computerspiele wird. Und dies keineswegs als Selbstzweck oder weil die Branche so unterhaltsam ist. Vielmehr ist längst klar, dass der Sektor mit seiner Innovationskraft auch eine Sogwirkung auf viele andere Wirtschaftsbereiche ausüben kann. Daher stellte man aufseiten des Bundes zuletzt noch 70 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung, um die Branche auf verschiedenen Ebenen zu fördern.

Planungssicherheit schwindet

Wie viele andere Bereiche greift aber auch hier der Rotstift, den Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Bundeshaushalt ansetzt. 2024 soll der Fördertopf nur noch mit 48,7 Millionen Euro gefüllt werden. "Dieses Hin und Her in der deutschen Förderpolitik ist Gift für den Standort", kritisierte Falk diese Pläne. Er verwies darauf, dass Länder wie Kanada, Großbritannien oder Frankreich schon seit Jahren mehr als Deutschland täten, um die Gaming-Branche voranzubringen - mit einigen Erfolgen.

Der Chef des Branchenverbandes befürchtet, dass die Kürzungen dazu führen werden, dass Entwicklungsprojekte entweder nicht beendet oder ins Ausland verlagert werden. Denn die Arbeiten an einem modernen Computerspiel dauern in vielen Fällen mehrere Jahre, sodass die Gesamtförderung über einen längeren Zeitpunkt gestreckt wird. Wenn nun plötzlich Gelder wegbrechen, mit denen die Entwickler bereits geplant haben, wird es schwierig, die wirtschaftliche Zukunft von Studios zu garantieren.

Zusammenfassung
  • Spielebranche fürchtet um Standort wegen staatlicher Kürzungen
  • Aktuell rund 900 Unternehmen mit 12.000 Beschäftigten in der Branche
  • Bundesregierung hat Ziel, Deutschland zum Leitmarkt für Computerspiele zu machen
  • Staatliche Förderung bisher bei 70 Millionen Euro jährlich
  • Geplante Kürzung auf 48,7 Millionen Euro im Jahr 2024
  • Branchenverband warnt vor Verlagerung von Projekten ins Ausland

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