FBI ermittelt Nutzer illegaler Staatstrojaner:
Ups, das waren wir selbst
Die US-Bundespolizei nahm nach Medienberichten, dass eine US-Behörde den für illegal erklärten Staatstrojaner Pegasus eingesetzt habe, Ermittlungen auf. Nun konnte der Täter gefunden werden: Es handelt sich um das FBI selbst.
Allerdings verkaufte NSO das Tool unter anderem auch an diverse autoritäre Regierungen, die dieses zur Überwachung von Oppositionellen und Journalisten einsetzten. Ende 2021 setzte die Biden-Regierung NSO daher auf die Embargo-Liste. US-Unternehmen und erst recht den Behörden des Landes war es damit untersagt, weiterhin Geschäfte mit der Firma zu machen.
Entsprechend wurde man an den zuständigen Stellen hellhörig, als bekannt wurde, dass US-Behörden das Tool in einer bestimmten Variante noch immer einsetzten - in den Presseberichten wurden allerdings, aus Gründen des Quellenschutzes, keine weitergehenden Informationen veröffentlicht. Doch führten Ermittlungen das FBI jetzt zum Ziel - und die Fahnder fanden heraus, dass eine andere Abteilung in der eigenen Behörde beteiligt war, berichtet die New York Times.
Das FBI behauptet nun, dass es das Programm unwissentlich nutzte und dass Riva Networks die Behörde getäuscht hat. Als man Ende April herausfand, dass Riva das Spionagetool in ihrem Auftrag eingesetzt hatte, kündigte Christopher A. Wray, der Direktor des FBI, nach Angaben von US-Beamten den Vertrag. Doch wirft die Sache Fragen auf - insbesondere, warum das FBI überhaupt ein so problematisches Werkzeug von einer privatwirtschaftlichen Firma besorgen und betreiben lässt und dann noch, um Informationen aus dem Ausland, konkret wurden Zielpersonen in Mexiko bespitzelt, heranzuschaffen.
Siehe auch:
Strittiger Hersteller
Pegasus wurde von der israelischen NSO Group entwickelt und galt lange als mächtigste Malware, die staatliche Behörden für die Überwachung von Zielpersonen bekommen können. Immerhin konnten mit dem Trojaner selbst die gut geschützten Mobile-Plattformen Android und iOS infiltriert werden, was nur relativ wenigen Konkurrenzprodukten im gebotenen Umfang gelang.Allerdings verkaufte NSO das Tool unter anderem auch an diverse autoritäre Regierungen, die dieses zur Überwachung von Oppositionellen und Journalisten einsetzten. Ende 2021 setzte die Biden-Regierung NSO daher auf die Embargo-Liste. US-Unternehmen und erst recht den Behörden des Landes war es damit untersagt, weiterhin Geschäfte mit der Firma zu machen.
Entsprechend wurde man an den zuständigen Stellen hellhörig, als bekannt wurde, dass US-Behörden das Tool in einer bestimmten Variante noch immer einsetzten - in den Presseberichten wurden allerdings, aus Gründen des Quellenschutzes, keine weitergehenden Informationen veröffentlicht. Doch führten Ermittlungen das FBI jetzt zum Ziel - und die Fahnder fanden heraus, dass eine andere Abteilung in der eigenen Behörde beteiligt war, berichtet die New York Times.
Fragen aufgeworfen
Diese hatte die Malware aber nicht selbst erworben. Stattdessen lief alles über ein Subunternehmen namens Riva Networks, das Beschaffung und Betrieb im Auftrag der Bundespolizei übernommen hatte. Die Daten, die von dem Trojaner ausgespäht wurden, gingen dann direkt an die Behörden-Mitarbeiter.Das FBI behauptet nun, dass es das Programm unwissentlich nutzte und dass Riva Networks die Behörde getäuscht hat. Als man Ende April herausfand, dass Riva das Spionagetool in ihrem Auftrag eingesetzt hatte, kündigte Christopher A. Wray, der Direktor des FBI, nach Angaben von US-Beamten den Vertrag. Doch wirft die Sache Fragen auf - insbesondere, warum das FBI überhaupt ein so problematisches Werkzeug von einer privatwirtschaftlichen Firma besorgen und betreiben lässt und dann noch, um Informationen aus dem Ausland, konkret wurden Zielpersonen in Mexiko bespitzelt, heranzuschaffen.
Zusammenfassung
- FBI nutzte trotz Embargo illegalen Staatstrojaner Pegasus.
- Entwickelt von israelischer NSO Group, infiltriert Android und iOS.
- Nutzung über Subunternehmen Riva Networks, Daten direkt an FBI.
- Direktor Wray kündigt Vertrag, FBI behauptet, von nichts zu wissen.
- Ermittlungen der US-Bundespolizei laufen weiter.
Siehe auch:
- FBI knackt wichtigstes Spionagetool des russischen Geheimdienstes
- FBI warnt eindringlich vor öffentlichen Smartphone-Ladestationen
- FBI und Europol zerschlagen Struktur hinter Hive-Erpressungs-Trojaner
- Hackerin findet per Zufall vertrauliche, ungesicherte FBI-"No Fly List"
- Krimi um den GTA-6-Leak geht weiter: Jetzt schaltet sich das FBI ein
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