Oscars verschärfen Regeln gegen Netflix, das geht wohl nach hinten los
Was macht einen guten Film aus? Das ist die Frage, die sich viele Cineasten stellen, seit Netflix und Co. an Popularität gewonnen haben. Ist es der Film selbst, oder auch, wo er zu sehen ist? Die Academy gibt nun im Hinblick auf die Oscar-Verleihung eine Antwort, und zwar letzteres.
Denn die Academy hat gestern mitgeteilt, dass man die Regeln geändert hat, welche Filme (in der Kategorie "Bester Film", danke für den News-Hinweis!) für die Oscars zugelassen werden. Konkret erschwert man es Streamingdiensten, Filme für die Preisverleihung zu qualifizieren. Wie die New York Times berichtet, ist fortan ein erweiterter Umfang im Kino erforderlich, damit eine Produktion ins Oscar-Rennen gehen darf.
Bisher musste man einen Film zumindest eine Woche lang in einer von sechs definierten Städten (New York, Los Angeles, Chicago, Atlanta, San Francisco und Miami) zeigen, um für die Preisverleihung zugelassen zu werden. Das wird nun wesentlich schwieriger, denn ab Anfang des nächsten Jahres müssen Filme eine weitere Woche - nicht später als 45 Tage nach der ersten Woche - in zehn der Top-50-Kinomärkte in den USA laufen. Zwei davon können unter bestimmten Umständen allerdings auch außerhalb der USA liegen.
Das ist eine Maßnahme, die sich klar gegen Anbieter wie Netflix, Apple und Amazon richtet, die kein Standbein im Kinogeschäft haben - im Gegensatz zu Disney, Paramount und Co. Die Frage ist allerdings, ob sich die Academy damit nicht ins eigene Fleisch schneidet.
Denn eine derartige Verschärfung macht nicht nur Streamern das Leben schwerer, sondern auch und sogar mehr den kleinen unabhängigen (Kunst-)Filmen, die es schon jetzt schwer haben, ein Publikum zu finden. Netflix zeigte sich jedenfalls unbeeindruckt und verwies darauf, dass "Im Westen nichts Neues" in 35 Kinos in 20 Städten gezeigt wurde.
Siehe auch:
Bisher musste man einen Film zumindest eine Woche lang in einer von sechs definierten Städten (New York, Los Angeles, Chicago, Atlanta, San Francisco und Miami) zeigen, um für die Preisverleihung zugelassen zu werden. Das wird nun wesentlich schwieriger, denn ab Anfang des nächsten Jahres müssen Filme eine weitere Woche - nicht später als 45 Tage nach der ersten Woche - in zehn der Top-50-Kinomärkte in den USA laufen. Zwei davon können unter bestimmten Umständen allerdings auch außerhalb der USA liegen.
Stärkung des Kinos - oder Schwächung kleiner Filme?
"Wir hoffen, dass diese erweiterte Präsenz im Kino die Sichtbarkeit von Filmen weltweit erhöht und das Publikum dazu ermutigt, unsere Kunstform im Kino zu erleben", teilte die Academy in einem Statement mit. "Nach vielen Gesprächen mit Partnern aus der Branche sind wir der Meinung, dass diese Entwicklung Filmkünstlern und Filmliebhabern gleichermaßen zugutekommt."Das ist eine Maßnahme, die sich klar gegen Anbieter wie Netflix, Apple und Amazon richtet, die kein Standbein im Kinogeschäft haben - im Gegensatz zu Disney, Paramount und Co. Die Frage ist allerdings, ob sich die Academy damit nicht ins eigene Fleisch schneidet.
Denn eine derartige Verschärfung macht nicht nur Streamern das Leben schwerer, sondern auch und sogar mehr den kleinen unabhängigen (Kunst-)Filmen, die es schon jetzt schwer haben, ein Publikum zu finden. Netflix zeigte sich jedenfalls unbeeindruckt und verwies darauf, dass "Im Westen nichts Neues" in 35 Kinos in 20 Städten gezeigt wurde.
Zusammenfassung
- Academy ändert Regeln für Oscar-Verleihung
- Ziel ist erhöhte Sichtbarkeit und mehr Erlebnis im Kino
- Maßnahme richtet sich gegen Netflix, Apple & Co.
- Könnte auch kleinen, unabhängigen Filmen schaden
- Netflix unbeeindruckt
Siehe auch:
- Im Westen nichts Neues: Deutscher Netflix-Film feiert Oscar-Erfolge
- Oscars: Apple gewinnt den besten Film, Will Smith sorgt für Aufreger
- Emmys: Netflix räumt bei TV- oder besser gesagt Streaming-Oscars ab
- "Colette": Respawn ist das erste Spielestudio, das einen Oscar gewinnt
- Oscars: Netflix ist großer Gewinner und großer Verlierer zugleich
Thema:
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