Forscher stellen eine essbare und wiederaufladbare Batterie vor
Wenn es zukünftig vorkommt, dass Kinder eine Batterie verschlucken, die eines ihrer Spielzeuge antreibt, muss das kein Grund zu elterlicher Panik mehr sein. Denn Forscher haben Stromzellen aus komplett essbaren Materialien entwickelt.
Was ein Forscher-Team des italienischen Instituts für Technologie (IIT) in Mailand jetzt vorstellte, ist die erste wiederaufladbare Batterie, die aus ungiftigen, essbaren Komponenten entwickelt wurde. "Angesichts des Sicherheitsniveaus dieser Batterien könnten sie in Kinderspielzeug verwendet werden, bei dem ein hohes Risiko des Verschluckens besteht", so Mario Caironi, ein leitender Forscher am IIT. Dies ist jedoch nicht die einzige Anwendung, die die essbaren Akkus abdecken könnten.
Auch in der Medizintechnik können die Systeme große Fortschritte bringen. Denn aktuell müssen Systeme, die man ins Körperinnere implantiert, mit Bedacht eingesetzt werden - denn ihre Stromquellen bestehen zum Teil aus giftigen Substanzen. Auch hier wären die neuen Systeme eine gute Option. Ebenso überall sonst, wo die Anwender zugunsten einer höheren Umweltfreundlichkeit auch mal auf etwas Leistung verzichten können.
Der entscheidende Stoff für die Batteriekathode ist dabei Quercetin, ein Farbstoff, den man beispielsweise in Mandeln und Kapern findet. Die Anode besteht hingegen aus Riboflavin - das man besser als Vitamin B2 kennt. Die Forscher verwendeten außerdem Nori, den essbaren Seetang von Sushi-Rollen, als Separator und eine Lösung auf Wasserbasis (wässriges NaHSO4) als Elektrolyt. Weitere Bestandteile sind Aktivkohle, Bienenwachs, etwas Blattgold und Methylcellulose.
Mit dieser Kombination dürfte die Batterie nicht gerade ein Geschmackserlebnis darstellen, was letztlich auch nicht erwünscht ist: Die Forscher wiesen mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass es der Wiederaufladbarkeit des Stromspeichers schadet, wenn dieser aufgegessen wird.
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Auch in der Medizintechnik können die Systeme große Fortschritte bringen. Denn aktuell müssen Systeme, die man ins Körperinnere implantiert, mit Bedacht eingesetzt werden - denn ihre Stromquellen bestehen zum Teil aus giftigen Substanzen. Auch hier wären die neuen Systeme eine gute Option. Ebenso überall sonst, wo die Anwender zugunsten einer höheren Umweltfreundlichkeit auch mal auf etwas Leistung verzichten können.
Inhaltsstoffe kennt jeder
Für viele Anwendungen reicht die gelieferte Strommenge noch nicht aus. Derzeit kann die essbare Batterie 48 Mikroampere Strom für etwas mehr als 10 Minuten liefern. Damit kann sie problemlos den Strombedarf eines medizinischen Miniaturgeräts oder einer kleinen LED decken. "Diese Batterien sind keine Konkurrenz zu gewöhnlichen Batterien - sie werden keine Elektroautos antreiben - sondern sie sind für essbare Elektronik und vielleicht einige andere Nischenanwendungen gedacht, daher ist ihr Hauptvorteil die Ungiftigkeit", so ITT-Forscher Ivan K. Ilic.Der entscheidende Stoff für die Batteriekathode ist dabei Quercetin, ein Farbstoff, den man beispielsweise in Mandeln und Kapern findet. Die Anode besteht hingegen aus Riboflavin - das man besser als Vitamin B2 kennt. Die Forscher verwendeten außerdem Nori, den essbaren Seetang von Sushi-Rollen, als Separator und eine Lösung auf Wasserbasis (wässriges NaHSO4) als Elektrolyt. Weitere Bestandteile sind Aktivkohle, Bienenwachs, etwas Blattgold und Methylcellulose.
Mit dieser Kombination dürfte die Batterie nicht gerade ein Geschmackserlebnis darstellen, was letztlich auch nicht erwünscht ist: Die Forscher wiesen mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass es der Wiederaufladbarkeit des Stromspeichers schadet, wenn dieser aufgegessen wird.
Zusammenfassung
- Forscher haben essbare Batterien entwickelt, die v.a. für Kinderspielzeug geeignet sind.
- Essbare Batterien bestehen u.a. aus Quercetin, Riboflavin, Nori, Aktivkohle, Bienenwachs u. Methylcellulose.
- Die Batterien liefern 48 Mikroampere Strom für 10 Minuten.
- Essbare Batterien können auch in der Medizintechnik eingesetzt werden.
- Für Anwendungen, die mehr Leistung benötigen, sind sie nicht geeignet.
- Essen sollte man die Batterien nicht, da sie sonst nicht mehr wiederaufladbar sind.
- Der Vorteil der essbaren Batterien ist die hohe Ungefährlichkeit.
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