Nächstes Krypto-Beben: Die Bank Silvergate wickelt sich selbst ab

Die Krypto-Krise hat ihr nächstes Opfer gefordert: Die Kryptobank Silvergate kündigte an, alle ihre Kunden auszuzahlen und die Geschäfte anschließend einstellen zu wollen. Am Ende stünde denn eine ordentliche Liquidierung des Unternehmens. Rund um die Kryptowährungen hatte sich in den letzten Jahren eine enorme Blase aufgebaut und die Schneeball-Geschäfte der Spekulanten nahmen immer heftigere Ausmaße an. Spätestens im vergangenen November wurde mit der plötzlichen Pleite der Kryptobörse FTX aber klar, dass hinter dem ganzen Sektor nur sehr wenig Substanz zu finden ist.

Daraus erwuchs eine Vertrauenskrise, die auch schon verschiedene andere Plattformen aus dem Sektor in die Knie zwang. Auch wenn die nun angekündigte endgültige Entscheidung etwas überraschend kommt, war schon seit Wochen klar, dass die Schwierigkeiten vor Silvergate nicht Halt machen. Denn nach der FTX-Pleite hatten Kunden in kürzester Zeit gut zwei Drittel der Einlagen aus der Bank abgezogen.


Auswirkungen auf Dritte

Die Bank verfügte selbst erst einmal gar nicht über genug flüssiges Kapital, um alle Abhebungen bedienen zu können. Deshalb verkaufte das Unternehmen erst Wertpapiere und nahm auch noch einen Kredit auf. Verschiedene Kryptobörsen zogen daraufhin vorsorglich die Reißleine und erklärten, nicht mehr mit Silvergate zusammenarbeiten zu wollen. Und auch die zuständigen Behörden und die US-Regierung beobachten die Vorgänge genau, damit von hier aus nicht noch größere Probleme für das gesamte Bankensystem der USA entstehen.

Denn ob insbesondere Kredite voll zurückgezahlt werden können, ist bei einer Pleite fraglich. Hinzu kommt, dass auch verschiedene Investoren wie die Investmentgesellschaft Blackrock in das Unternehmen investiert haben und nun wohl Verluste hinnehmen müssen. Die Abwicklung der Kryptobank dürfte letztlich auch den Ruf nach einer generell schärferen Regulierung der Branche noch lauter werden lassen.

Zusammenfassung
  • Silvergate kündigt Auszahlung aller Kunden & Liquidierung an.
  • FTX-Pleite als Weckruf für Spekulanten.
  • Vertrauenskrise: Kunden ziehen Geld ab, Bank braucht Kredit.
  • Kryptobörsen stellen Zusammenarbeit ein.
  • US-Regierung beobachtet Vorgänge.
  • Abwicklung dürfte Ruf nach Regulierung lauter werden lassen.

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