China-Anteil an Mobilfunk-Infrastruktur? - Regierung hat keine Ahnung
Auch in Deutschland wurde über Jahre hinweg intensiv darüber diskutiert, ob und in welchem Umfang Technik aus China in kritischen Telekommunikations-Infrastrukturen eingesetzt werden darf. Bei den Behörden weiß man aber nicht einmal, was der Stand ist.
Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU hatte in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung Informationen darüber eingefordert, welchen Anteil Hardware chinesischer Anbieter an den Kernnetzen der verschiedenen Betreiber hat. Denn gerade hier ist das Risiko, dass sensible Informationen abgegriffen werden können, besonders ausgeprägt. Daher wurde von den Netzbetreibern bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass hier möglichst keine Systeme von Huawei und Co. eingesetzt werden.
Dabei handelte es sich aber durchaus auch um eine Selbstverpflichtung, wie sie die Wirtschaft gern eingeht, um gesetzliche Auflagen zu vermeiden. Ob diese wirklich eingehalten wird, dazu kann die Bundesregierung im Grunde nichts sagen. "Zu dem jeweiligen prozentualen Verhältnis von Komponenten chinesischer und übriger Hersteller in deutschen Mobilfunk- und Festnetzen liegen der Bundesregierung keine abschließenden Informationen vor", erklärte man.
Die chinesischen Hersteller bestritten immer wieder, Hintertüren in ihren Systemen zu haben, mit denen Informationen ausgeleitet werden könnten. Nachprüfen lässt sich dies aber kaum. Denn um die Systeme zugänglich zu halten, müssen keine offensichtlichen Zugangspunkte eingefügt werden, die in einem offengelegten Quellcode offensichtlich wären. Es würde genügen, einen dezenten und kaum zu erkennenden, scheinbaren Programmierfehler einzubauen, der mit einem Exploit ausgenutzt werden kann.
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Dabei handelte es sich aber durchaus auch um eine Selbstverpflichtung, wie sie die Wirtschaft gern eingeht, um gesetzliche Auflagen zu vermeiden. Ob diese wirklich eingehalten wird, dazu kann die Bundesregierung im Grunde nichts sagen. "Zu dem jeweiligen prozentualen Verhältnis von Komponenten chinesischer und übriger Hersteller in deutschen Mobilfunk- und Festnetzen liegen der Bundesregierung keine abschließenden Informationen vor", erklärte man.
Schutz bietet nur der Ausschluss
In verschiedenen anderen Ländern ist der Einsatz chinesischer Technologie in den Mobilfunknetzen inzwischen klar untersagt. Hierzulande ziehen sich die Betreiber aber darauf zurück, einen Unterschied zwischen Kernnetz und dem Zugangsnetz zu machen. Im Kernnetz werden tatsächlich die Informationen verarbeitet - also Metadaten generiert und Gespräche durchgeleitet. Das Zugangsnetz besteht im Wesentlichen aus Antennen und zugehörigen Systemen, von denen aus weniger Spionage-Gefahr ausgeht.Die chinesischen Hersteller bestritten immer wieder, Hintertüren in ihren Systemen zu haben, mit denen Informationen ausgeleitet werden könnten. Nachprüfen lässt sich dies aber kaum. Denn um die Systeme zugänglich zu halten, müssen keine offensichtlichen Zugangspunkte eingefügt werden, die in einem offengelegten Quellcode offensichtlich wären. Es würde genügen, einen dezenten und kaum zu erkennenden, scheinbaren Programmierfehler einzubauen, der mit einem Exploit ausgenutzt werden kann.
Zusammenfassung
- Fraktion fordert Infos zum Anteil chinesischer Anbieter an Kernnetzen.
- Selbstverpflichtung der Netzbetreiber, keine Systeme von Huawei und Co. einzusetzen.
- Bundesregierung weiß nicht, ob Verpflichtung eingehalten wird.
- In anderen Ländern ist Einsatz chinesischer Technik untersagt.
- Chinesische Hersteller bestreiten Hintertüren in ihren Systemen.
- Nachprüfung kaum möglich, da keine offensichtlichen Zugangspunkte eingebaut.
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