"Worst in Show": Die schlimmsten Produkte der Elektronikmesse CES

Große Messen sind nicht nur geeignet, neue Produkte zu sehen, die das Publikum staunen lassen - es gibt daneben meist auch sehr viele Fehlschläge zu sehen. Auf der CES wurden die schlechtesten Beiträge nun auch gesondert prämiert.
Comic, Fail, Kopf, Gesicht, Peinlich, Facepalm, Face Palm, schämen, Omg, Peinlichkeit, sich an den Kopf fassen, sich an den Kopf greifen, Face-Palm, Schande, Shame, Scharm, embarrassment, Pop Art
Die "Worst in Show"-Zeremonie der Elektronikmesse in Las Vegas fand in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Veranstalter ist der Reparatur-Dienstleister iFixIt, der neben der Reparierbarkeit auch einige andere schwierige Themen in den Fokus rücken will. Daher werden Produkte in mehreren unterschiedlichen Kategorien gekürt.

Datenschutz

Der Datenschutz ist ein Dauerbrenner-Thema in der IT-Branche. Die Preisvergabe wurde hier von der bekannten Bürgerrechts-Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) übernommen. Diese verwies einleitend darauf, dass Produkte, die mit der Cloud kommunizieren, meist nicht nur den Dienst an ihrem Nutzer im Sinn haben. Fast immer geht es den Anbietern auch oder gar in erster Linie darum, Daten zu sammeln und diese für andere Zwecke zu vermarkten. Aus der Werbung lässt sich dieses Geschäftsmodell aber normalerweise nicht ablesen.

Entsprechend sollten sich Nutzer bei allen Cloud-verbundenen Produkten fragen, warum das dahinterstehende Unternehmen ihre Daten haben möchte. Das gilt insbesondere auch für den diesjährigen Preisträger: Den Wethings U-Scan. Dabei handelt es sich um einen Sensor, den Nutzer in ihre Toilette hängen können. Anschließend werden Analyse-Daten des Urins direkt in die Cloud geladen. Der Nutzer bekommt hier einige Auswertungen gezeigt, was darüber hinaus mit den Informationen geschieht - darüber schweigt der Anbieter dezent.

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Umwelt

Dem US-Verbraucherschutz-Magazin Consumer Reports oblag es, den umweltschädlichsten CES-Beitrag ausfindig zu machen. Die Wahl fiel hier auf das Displace Windows TV. Dabei handelt es sich um ein Display, das als komplett kabellos beworben wird. Das heißt aber eben auch, dass der Nutzer gar keine Möglichkeit hat, es per Kabel mit Strom zu versorgen. Das geht stattdessen ausschließlich über vier Batterien - was selbst bei wiederaufladbaren Akkus auf Dauer eine sinnlose Ressourcen-Verschwendung erahnen lässt.

Reparierbarkeit

CES: Worst of ShowEmber Mug 2+ Wohl auch ein Kandidat für die Umwelt-Kategorie ist der Sieger beim Negativ-Preis in Sachen Reparierbarkeit. iFixIt selbst kürte hier die "Ember Mug 2+". Dabei handelt es sich um eine Tasse, die den Kaffee unterwegs warm halten soll. Was jeder beliebige Thermo-Becher schafft, wird hier von einem 200-Dollar-Produkt umgesetzt, das mit einem nicht wechselbaren Akku arbeitet. Fragt man den Hersteller nach einer Möglichkeit, einen nicht mehr funktionierenden Stromspeicher auszutauschen, bekommt man statt einer Antwort nur einen Rabatt-Coupon für eine neue Ember Mug. "Das Interessante daran ist, dass die Leute sich so sehr um ihren 200-Dollar-Kaffeebecher sorgen, dass die neueste Funktion die Unterstützung von 'Find My iPhone' ist. Es schadet also nicht nur der Umwelt, sondern spioniert auch aus, wo man sich gerade befindet", so iFixIt-Chef Kyle Wiens.

Sicherheit

In der Kategorie Sicherheit findet sich immer wieder ein breites Spektrum an möglichen Preisträgern. Denn es gibt hier Unmengen vernetzter Produkte, auf denen minderwertige und fehleranfällige Software läuft, die nicht regelmäßig gepflegt wird. Durchsetzen konnte sich in diesem Jahr die Smart-TVs von Roku. Paul Roberts, Gründer von SecuRepairs.org verwies darauf, dass Smart-TVs ohnehin ein Problem sind - denn hier handelt es sich um Geräte mit vielfältigen Überwachungs-Möglichkeiten, die selten gut vor Angriffen von Außen geschützt sind. Roku tat sich dabei besonders hervor, weil das Unternehmen weder Patches kommunizierte noch überhaupt den Eindruck erweckte, dass Fehlermeldungen bei ihm ankommen.

Zu guter Letzt

CES: Worst of ShowNeutrogena SkinStacks Kategorie-unabhängig wird letztlich auch der "Who Asked For This"-Preis vergeben. Sieger ist hier das Kosmetik-Unternehmen Neutrogena mit seinen SkinStacks. Dabei handelt es sich um Süßigkeiten-Gummis, die personalisiert von einem 3D-Drucker erzeugt werden. Über die genaue Zusammensetzung entscheidet eine KI, die auf Basis einer Gesichtsanalyse in einem Videochat den Bedarf an Nährstoffen für eine bessere Haut ermitteln soll. "Warum nur Vitamine verkaufen, wenn man auch proprietäre Nachfüllpackungen und biometrische Datenerfassung einbauen kann?", lautete der Kommentar der Jury.

CES 2023 Alle News und Videos der Las Vegas-Messe Siehe auch:

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