Google-Forscher müssen ihre pessimistische Klimastudie revidieren

Vor sieben Jahren traten zwei Google-Ingenieure mit einer Studie zum Klimawandel an die Öffentlichkeit, die damals einiges an Aufsehen erregte. Jetzt melden sie sich mit neuen Daten zurück und räumen ein, damals ziemlich falsch gelegen zu haben. In der 2014 veröffentlichten Studie kamen die Forscher nach einer Datensammlung über vier Jahre zu dem Schluss, dass es zwar gut sei, massiv auf erneuerbare Energien zu setzen - doch am Ende werde das nicht reichen, um die Emmissionen von Treibhausgasen schnell genug zu senken. Allerdings erklärten sie, trotzdem optimistisch zu sein. Es brauche zwar einen fundamental anderen Ansatz, um die Klimakatastrophe aufzuhalten, doch ihre Erfahrungen in der Tech-Branche hätten sie gelehrt, dass den Wissenschaftlern und Ingenieuren am Ende immer eine Lösung einfalle.

"Wir sind froh, nun sagen zu können, dass wir bei einigen Sachen falsch lagen", erklärten sie nun. Über die Jahre hinweg haben sie ihre Computer-Modelle immer weiter mit Daten gefüttert und mit der Zeit zeigte sich hier ein anderes Bild als vor sieben Jahren. Es sei ihnen inzwischen möglich, deutlich positiver in die Zukunft zu schauen.

Denn die Datenbasis der Jahre 2011 bis 2014 führte damals zwar im Grunde zu den richtigen Prognosen, doch haben sich inzwischen einige Grundlagen geändert. "Vor allem sind die Erneuerbaren-Energien-Systeme schneller im Preis gesunken, als wir erwarteten, und ihre Nutzung liegt ebenfalls über den Vorhersagen von 2014", führten sie nun aus.

Eine der heftigsten Entwicklungen habe es dabei bei den Akku-Technologien gegeben, die in den kommenden Stromnetzen für Pufferspeicher benötigt werden. Hier sind die Preise bereits jetzt auf einem Niveau angekommen, mit dem man in der ersten Studie noch für das Jahr 2050 rechnet. Zusammen mit anderen Elementen und den Fortschritten dabei, die verschiedenen Technologie-Pfade sinnvoll miteinander kombinieren zu können, lassen sich inzwischen ganz andere Entwicklungen absehen.

Auf Grundlage der neuen Daten sind die beiden Google-Forscher jetzt der Ansicht, dass es gar keine bahnbrechenden neuen Erfindungen mehr braucht, um einen klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft hinzubekommen. Dies sei mit den heute verfügbaren Technologien, der wirtschaftlichen Entwicklung, einigen kleineren Innovationen wie Flugzeugen mit Wasserstoff-Antrieben und den entsprechenden politischen Weichenstellungen möglich, hieß es.

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