Aktiver Wikipedia-Autor wurde enttarnt und in Belarus festgenommen
Einer der aktivsten Autoren der russischsprachigen Wikipedia, Mark Bernstein, ist in Belarus festgenommen worden. Zuvor kursierten Daten zu seiner Identität und seinen jüngsten Aktivitäten auf der Enzyklopädie-Plattform in einem Telegram-Channel.
Wie aus einem Bericht der im Ausland gehosteten belarussischen Publikation Zerkalo hervorgeht, erfolgte die Verhaftung bereits am 11. März. Ein Video der Festnahme wurde in dem fraglichen Kanal, der vor allem russische Regierungs-Propaganda verbreitet, ebenfalls geteilt. Dieses soll direkt von Mitarbeitern der belarussischen Behörden eingestellt worden sein - wahrscheinlich als Beleg, dass es sich lohnt, Personen auf diesem Weg anzuschwärzen.
Bernstein wird beschuldigt, "gefälschtes antirussisches Material" zu verbreiten. Als Beleg dient hierfür lediglich ein angehängter Ausschnitt des Bearbeitungs-Logs des russischsprachigen Wikipedia-Artikels zum Angriff auf die Ukraine. In diesem soll der Betroffene Änderungen vorgenommen haben - welche das sind, ist allerdings unklar.
Für die Arbeit an dem fraglichen Artikel könnte ein Nutzer in Russland große Probleme bekommen. Denn dort ist es laut neuer Gesetzgebung nur noch statthaft, die offiziellen Aussagen der Regierung über den Krieg in der Ukraine zu verbreiten - die hier beispielsweise konsequent den Begriff Krieg vermeidet. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden. Wie es sich hier allerdings beim russischen Verbündeten Belarus verhält, ist derzeit nicht bekannt.
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Bernstein wird beschuldigt, "gefälschtes antirussisches Material" zu verbreiten. Als Beleg dient hierfür lediglich ein angehängter Ausschnitt des Bearbeitungs-Logs des russischsprachigen Wikipedia-Artikels zum Angriff auf die Ukraine. In diesem soll der Betroffene Änderungen vorgenommen haben - welche das sind, ist allerdings unklar.
Fleißiger Nutzer
Bernstein gehört zu den 50 aktivsten Nutzern der russischen Wikipedia-Ausgabe. Rund 200.000 Edits gehen bisher auf sein Konto. Nutzer, die in diesem Umfang auf der Plattform arbeiten, steuern allerdings oft nicht die tiefgehenden Fach-Informationen bei, sondern kümmern sich um Formatierungen, Rechtschreib-Korrekturen und vieles mehr, was notwendig ist, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.Für die Arbeit an dem fraglichen Artikel könnte ein Nutzer in Russland große Probleme bekommen. Denn dort ist es laut neuer Gesetzgebung nur noch statthaft, die offiziellen Aussagen der Regierung über den Krieg in der Ukraine zu verbreiten - die hier beispielsweise konsequent den Begriff Krieg vermeidet. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden. Wie es sich hier allerdings beim russischen Verbündeten Belarus verhält, ist derzeit nicht bekannt.
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