Nach Zensur-Drohung: Wikipedia-Downloads aus Russland explodieren
Vielen Nutzern in Russland ist offenbar sehr bewusst, dass das Moskauer Regime die Zensur von unbequemen Inhalten immer weiter ausbaut. Sie versuchen derzeit auf die Schnelle, lokale Kopien wichtiger Angebote wie etwa der Wikipedia anzulegen.
Die zuständige Behörde hatte bereits Anfang März damit gedroht, den Zugang zu der Online-Enzyklopädie über russische Provider zu sperren. Immerhin sind hier diverse Informationen zu finden, die sich nicht mit den offiziellen "Wahrheiten", die vom Kreml verbreitet werden, decken. Bisher wurde dieser Schritt noch nicht vollzogen, allerdings kommen die Einschläge näher und die Zensurbehörde kümmert sich erst einmal um verschiedene andere Angebote - wie etwa die Plattformen des Meta-Konzerns.
Die Drohung hatte allerdings Wirkung. Nutzer haben die Möglichkeit, sich eine komplette Kopie des aktuellen Stands der Wikipedia herunterzuladen. Und seit Anfang März gehen die Download-Zahlen aus dem russischen Teil des Netzes deutlich nach oben. In den ersten zwei Wochen des Monats wurden 105.889 Downloads verzeichnet, das entspricht im Vergleich zu den ersten beiden Januar-Wochen dieses Jahres einer Steigerung um über 4000 Prozent, berichtet das US-Magazin Slate.
"Wir hatten etwas Ähnliches im Jahr 2017 beobachtet, als die Türkei die Wikipedia blockierte", sagte Stephane Coillet-Matillon von Kiwix, einem Monitoring-Unternehmen, das die Reichweite der Enzyklopädie misst. "Aber das hier ist nun eine andere Dimension."
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Die Drohung hatte allerdings Wirkung. Nutzer haben die Möglichkeit, sich eine komplette Kopie des aktuellen Stands der Wikipedia herunterzuladen. Und seit Anfang März gehen die Download-Zahlen aus dem russischen Teil des Netzes deutlich nach oben. In den ersten zwei Wochen des Monats wurden 105.889 Downloads verzeichnet, das entspricht im Vergleich zu den ersten beiden Januar-Wochen dieses Jahres einer Steigerung um über 4000 Prozent, berichtet das US-Magazin Slate.
Bisher unbekannte Dimension
Es gibt eigentlich immer Nutzer, die sich Kopien anlegen - aktuell umfasst der Download der russischen Sprachversion allerdings 29 Gigabyte, so dass die meisten User es dann doch lieber dabei belassen, bei Bedarf auf die Online-Fassung zuzugreifen. Laut den Statistiken entfallen weltweit normalerweise nur rund 2 Prozent der Downloads auf russische User. Aktuell ist deren Anteil auf 42 Prozent gestiegen."Wir hatten etwas Ähnliches im Jahr 2017 beobachtet, als die Türkei die Wikipedia blockierte", sagte Stephane Coillet-Matillon von Kiwix, einem Monitoring-Unternehmen, das die Reichweite der Enzyklopädie misst. "Aber das hier ist nun eine andere Dimension."
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