DE-Alert: Warnungen per Cell-Broadcast starten in nächsten Monaten

Mit dem schon lange diskutierten System für pauschale Alarmmeldungen an alle Mobiltelefone geht es nun endlich voran. Die Bundesnetzagentur hat die technische Richtlinie für das Verfahren unter dem Titel "DE-Alert" bereitgestellt.
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Spätestens seit der Flutkatastrophe des letzten Jahres ist im Grunde klar, dass die Verbreitung offizieller Warnungen über Smartphone-Apps einen zu kleinen Empfängerkreis erreicht. Denn die fraglichen Anwendungen werden ohnehin nur von einem vergleichsweise kleinen Teil der Mobilfunknutzer installiert, hinzu kommt, dass die Datenverbindungen in Krisenfällen oft als erstes ausfallen.

In anderen Ländern verteilen die Behörden daher Warnungen über das Cell-Broadcast-Verfahren. Dabei werden Textnachrichten einfach an alle Mobiltelefone geschickt, die in den zuvor definierten Funkzellen eingebucht sind. Auf diese Weise kann mit minimalem Aufwand eine maximale Menge an Nutzern erreicht werden. In Deutschland entschied man sich aus unerfindlichen Gründen aber vor längerer Zeit für ein App-basiertes Warnsystem.

Pro Netzbetreiber zwei CBCs

Doch nun kommt Cell-Broadcast zwangsläufig - hierzulande unter der Bezeichnung DE-Alert. Wie Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, ausführte, habe man mit der Veröffentlichung der technischen Richtlinie nun die Grundlagen gelegt, nach denen die Mobilfunkbetreiber ihre Netze zu konfigurieren haben. Bis Juni sollten die Infrastrukturen nun dafür eingerichtet werden, entsprechende Mitteilungen zu verschicken.

Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass jeder Mobilfunk-Netzbetreiber zwei Cell Broadcast Center (CBC) betreibt, um bei einem Ausfall stets Redundanz gewährleisten zu können. Um die Warnungen zu empfangen, müssen sich Nutzer nicht extra anmelden. Wenn die zuständigen Sicherheitsbehörden den Versand von Mitteilungen auslösen, werden diese automatisch auf jedem Mobiltelefon zugestellt, das aktuell auf Empfang ist.

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