Google-KI soll jetzt auch Magnetfelder in einer Fusionsanlage steuern

Eine besondere Herausforderung liegt bei Kernfusions-Anlagen darin, das Plasma stabil in einem Magnetfeld festzuhalten. Dies ist aufgrund der chaotischen Vorgänge eine komplexe Aufgabe - doch mit einem speziell geschulten KI-System soll sie lösbar sein. An einem solchen arbeitet man bei DeepMind, dem KI-Unternehmen aus dem Alphabet/Google-Konglomerat. Die KI-Technologie DeepMind kennt man bisher von verschiedenen Google-Projekten, die durchaus beeindruckende Ergebnisse hervorbrachten. Allerdings ist beispielsweise die Erkennung von Objekten auf Bildern dann doch etwas anderes, als Magnetfelder zu steuern, um ein extrem energiereiches Plasma unter Kontrolle zu halten.

Bei dem Projekt arbeitet das Unternehmen nun laut eines Berichtes des US-Magazins Wired mit dem Swiss Plasma Center zusammen. Das gemeinsame Forscher-Team hat die Ergebnisse der Entwicklungsarbeit jetzt in einem Paper im renommierten Journal Nature veröffentlicht. In diesem wird beschrieben, wie die KI für ihre Aufgabe trainiert wurde, einen wichtigen Teil der Steuerung des TCV zu übernehmen.

Eine heiße Angelegenheit

Dabei handelt es sich um eine Fusions-Anlage nach dem Tokamak-Konzept. 19 Magnetspulen erzeugen hier das Feld, in dem sich das Plasma befinden soll. Diese müssen so gesteuert werden, dass die extrem heiße Materie nicht mit den festen Wänden des Systems in Berührung kommt, denn es gibt kein bekanntes Material, das einem so heißen Plasma standhalten würde.

Trainiert wurde die KI, indem sie erst einmal lernte, wie die Magnetfelder sich überhaupt auf das Plasma auswirken. Von da an konnte die KI in Simulationen trainieren, wie sie die Steuerung immer besser hinbekommt - was nicht einfach ist, da die Felder um das Plasma herum nicht starr, sondern ständig in Bewegung sind. Sollte sich das DeepMind-System in der schweizerischen Anlage bewähren, könnte es zukünftig auch im deutlich größeren Fusions-Projekt ITER zum Einsatz kommen.
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