Versand "empfindlich stören":
Verdi gegen Amazon zu Weihnachten
Alle Jahre wieder hofft Verdi zum Weihnachtsfest, mit Streiks einen Hebel für Verbesserungen für Beschäftigte bei Amazon zu finden. In diesem Jahr sollen sieben Versandzentren in ganz Deutschland "empfindlich gestört" werden. Die Auswirkungen bleiben aber wohl überschaubar.
Anlass für den Streikaufruf sieht Verdi in der Weigerung des neuen Deutschland-Chefs von Amazon, Rocco Bräuniger, einen rechtsverbindlichen Tarifvertrag für die Beschäftigten abzuschließen. "Herr Bräuniger hat in einem Interview angekündigt, dass er den gewerkschaftsfeindlichen Kurs seines Vorgängers Ralf Kleber fortsetzen will", so die Kritik von Orhan Akman, bei Verdi zuständig für den Versandhandel. "Die Gesetze unseres Landes gelten auch für hier tätige US-Konzerne. Verdi wird nicht zulassen, dass Amazon eine tariflose Zone bleibt", so Akman weiter.
"So zahlt der Konzern seinen fest angestellten Versandmitarbeiter*innen ("Pickern") zuletzt ein Weihnachtsgeld von nur 400 Euro, während die Beschäftigten in anderen Handelsunternehmen oft mit einem guten Tausender mehr nach Hause gehen", so Verdi zum Branchenvergleich. Bei "Leads" (Vorarbeiter*innen) sei der Unterschied noch gravierender: Amazon bezahlt hier zu Weihnachten 600 Euro, bei einer vergleichbaren Stelle mit Tarifbindung sind es über 1800 Euro.
Gegenüber Golem gibt Amazon an, dass man keine Auswirkungen für Kunden erwartet. Zum Lohnstreit liefert der Konzern nur bekannte, allgemeine Aussagen zu Verdienstmöglichkeiten.
Siehe auch:
In sieben Amazon-Standorten wird gestreikt
Es ist ein Kampf, der seit Jahren andauert und auch zu diesem Weihnachtsfest in die nächste Runde geht: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte an sieben Versandzentren von Amazon dazu aufgerufen, mit Beginn der Nachtschicht zum Montag (20.12.) die Arbeit niederzulegen. Der Streik betrifft die Standorte Graben bei Augsburg, Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Werne, Rheinberg und Koblenz - hier war schon in der Vorwoche an zwei Tagen gestreikt worden.Anlass für den Streikaufruf sieht Verdi in der Weigerung des neuen Deutschland-Chefs von Amazon, Rocco Bräuniger, einen rechtsverbindlichen Tarifvertrag für die Beschäftigten abzuschließen. "Herr Bräuniger hat in einem Interview angekündigt, dass er den gewerkschaftsfeindlichen Kurs seines Vorgängers Ralf Kleber fortsetzen will", so die Kritik von Orhan Akman, bei Verdi zuständig für den Versandhandel. "Die Gesetze unseres Landes gelten auch für hier tätige US-Konzerne. Verdi wird nicht zulassen, dass Amazon eine tariflose Zone bleibt", so Akman weiter.
Verdi zieht den Vergleich
Amazon hatte im Sommer die jetzt von der Ampel-Koalition geplante Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro nach einem Streik von Verdi vorweggenommen. Die Gewerkschaft sieht aber auch nach diesem Schritt weiterhin ein prinzipielles Problem: In tarifgebundenen Unternehmen des Einzel- und Versandhandels liegen die Löhne und Sonderzahlungen weiter auf einem deutlich höheren Niveau."So zahlt der Konzern seinen fest angestellten Versandmitarbeiter*innen ("Pickern") zuletzt ein Weihnachtsgeld von nur 400 Euro, während die Beschäftigten in anderen Handelsunternehmen oft mit einem guten Tausender mehr nach Hause gehen", so Verdi zum Branchenvergleich. Bei "Leads" (Vorarbeiter*innen) sei der Unterschied noch gravierender: Amazon bezahlt hier zu Weihnachten 600 Euro, bei einer vergleichbaren Stelle mit Tarifbindung sind es über 1800 Euro.
Gegenüber Golem gibt Amazon an, dass man keine Auswirkungen für Kunden erwartet. Zum Lohnstreit liefert der Konzern nur bekannte, allgemeine Aussagen zu Verdienstmöglichkeiten.
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Amazons Aktienkurs in Euro
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