Vorwurf: Amazon-Mitarbeiter stalkten Promis, Nachbarn und Ex-Partner

Ein Ex-Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe gegenüber Amazon. Es geht dabei um fehlenden Datenschutz, denn laut dem Mitarbeiter war es intern möglich, auf fremde Amazon-Konten zuzugreifen. So wurden Ex-Partner, Nachbarn und sogar Prominente ausspioniert.
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Das geht aus einer Recherche des Online-Magazins Wired hervor (Wired-Bericht hinter der Paywall). Der Artikel rund um den Stalker-Skandal bei Amazon wurde exklusiv für Abonnenten veröffentlicht, man kann sich aber bei Recherche-Partner Reveal News die ganze Geschichte als Podcast anhören - und diese Geschichte hat es in sich.


Ein ehemaliger Amazon-Angestellter hat ausgepackt, was seine Kollegen so während ihrer Arbeitszeit getrieben haben. Amazon-Mitarbeiter, selbst ohne besondere Verwaltungsrechte, konnten demnach beliebige Nutzer-Konten aufrufen und damit sensible Daten abrufen. Laut dem Tippgeber habe das nun wirklich jeder seiner Kollegen gemacht - und das in ganz unterschiedlichem Ausmaß. So haben viele Mitarbeiter einfach einmal aus Neugierde geschaut, was ihre Nachbarn oder auch der Ex-Freund in letzter Zeit bestellt haben.

Amazon "weiß" dabei eine Menge über seine Kunden, die diese Fakten sicherlich nicht öffentlich sehen wollen. Als Beispiel nennt Reveal News, dass Amazon weiß, welche Artikel man bestellt, welche Filme man streamt, welche Bücher gelesen wurden. Dadurch können geheime Vorlieben, Fetische und Krankheiten herausgelesen werden; allesamt Dinge, die privat bleiben sollten.

Kanye West ausspioniert?

Andere Angestellte gingen dabei weiter und suchten speziell nach den Kunden-Konten von Prominenten. Eines dieser ausgespähten Opfer sei demnach der Rapper Kanye West. Auch Schauspieler und Politiker wurden so gestalkt. Laut dem Bericht wurde das Ganze von Amazon mittlerweile unterbunden und die Zugriffe eingeschränkt. Allerdings heißt es von dem Tippgeber, dass Amazon diesen Datenschutz-Skandal bewusst geheim gehalten und nur intern untersucht haben soll.

Amazon bestreitet den Vorwurf des Ex-Mitarbeiters. In einer Stellungnahme hieß es:

"Das Unternehmen hat in technologische Tools und Verfahren investiert und wird dies auch weiterhin tun, die den Zugriff auf die Daten beschränken, die für die Erfüllung eines bestimmten Auftrags entscheidend sind. Wir haben strenge Richtlinien für den angemessenen Zugang zu Kundendaten und verlangen von allen Kundendienstmitarbeitern, dass sie Schulungen absolvieren und die Einhaltung dieser Richtlinien bestätigen. Wir gehen allen Beschwerden über Verstöße nach und ergreifen entsprechende Maßnahmen. Wir weisen die Behauptung, der Missbrauch dieser Privilegien sei ‚üblich‘, entschieden zurück."

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