Netflix reitet sich immer weiter in einen Transphobie-Skandal hinein

Der Streaming-Dienst Netflix stellt sich selbst immer wieder gerne als weltoffen, tolerant und inklusiv dar, doch derzeit erschüttert ein Transphobie-Skandal dieses Selbstbild. Denn das Unternehmen reagiert überaus unglücklich auf Aussagen des Komikers Dave Chappelle.
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Dave Chappelle ist bekannt für seine teils derbe und direkte Art, bei der er sich kaum ein Blatt vor den Mund nimmt. Dabei gibt es auch immer wieder Witze über Minderheiten, so auch in seinem letzten Netflix-Special The Closer. Darin machte der Stand-Up-Komiker u. a. Bemerkungen über Trans-Personen und bezeichnete sich selbst als "Team TERF".

Dabei steht TERF für "trans-exclusionary radical feminist" und damit stellt sich Chappelle vereinfacht erklärt auf die Seite von Harry Potter-Autorin J.K. Rowling, die der Transphobie beschuldigt wurde, nachdem sie folgendes gesagt hat: "Das Geschlecht ist eine Tatsache. Jedes menschliche Wesen in diesem Raum, jedes menschliche Wesen auf der Erde, musste durch die Beine einer Frau gehen, um auf der Erde zu sein."

Bereits vor einigen Tagen haben sich Netflix-Mitarbeiter*innen dagegen öffentlich ausgesprochen, dass Netflix solche (und andere) Aussagen finanziert und ausstrahlt. Netflix reagiert äußerst unglücklich und suspendierte die Kritiker*innen nach Äußerungen in sozialen Medien, die viral gingen. Nach Medienberichten machte man diese Entscheidung rückgängig und versuchte sich kleinlaut rauszureden.

Zwei Mails an Mitarbeiter

Bereits am vergangenen Wochenende wandte sich Inhalte-Chef und Co-CEO Ted Sarandos per Rund-Mail an die Netflix-Mitarbeiter und verteidigte die Entscheidung, das Special zu zeigen. Nun wiederholte Sarandos das und schrieb erneut, dass er den Ärger einiger verstehen könne, aber zur Entscheidung stehe (via Variety): "Auch wenn einige Mitarbeiter anderer Meinung sind, sind wir der festen Überzeugung, dass Inhalte auf dem Bildschirm nicht direkt zu Schäden in der realen Welt führen."

Sarandos vergleicht das Ganze mit anderer medialer Gewalt: "Der beste Beweis dafür ist, dass die Gewalt auf Bildschirmen in den letzten dreißig Jahren enorm zugenommen hat, vor allem bei First-Party-Spielen (sic!), und dass die Gewaltkriminalität in vielen Ländern deutlich zurückgegangen ist. Erwachsene können sich Gewalt, Übergriffe und Missbrauch ansehen - oder schockierende Stand-up-Comedy genießen - ohne dass sie dadurch andere verletzen."

Damit hat Sarandos aber für viele schwer danebengegriffen, sie halten den Vergleich von Diskriminierung und Waffengewalt bzw. Games für gründlich misslungen - und werfen ihm vor, damit alles nur noch schlimmer zu machen.

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