Itanium wirkt lange nach: Streit um 3 Mrd. $ endet schlecht für Oracle
Eine der inzwischen ältesten Auseinandersetzungen zwischen zwei großen Tech-Konzernen dürfte jetzt zu Ende sein. Oracle unterliegt erneut vor Gericht und wird dem ehemaligen Partner Hewlett Packard Enterprise (HPE) 3 Milliarden Dollar überweisen müssen.
Der Rechtsstreit begann vor inzwischen zehn Jahren. Im Jahr 2011 stellte Oracle die Weiterentwicklung seiner Software für Systeme ein, die auf Intels Itanium-Prozessoren basierten. Damit setzte sich der Software-Konzern aus Sicht HPEs über gegenseitige Vereinbarungen hinweg. Und da Oracle auch die letzten größeren Produkte lieferte, die überhaupt den Kauf eines Itanium-Rechners sinnvoll erscheinen ließen, brach das Geschäft mit der Plattform entsprechend schnell zusammen - wofür Hewlett Packard nun Schadensersatz sehen wollte.
In den Vereinbarungen zwischen den Partnern sicherte Hewlett Packard ursprünglich zu, weiter Itanium-Server herzustellen, die dann im Paket mit Oracle-Produkten verkauft werden. Im Gegenzug sollte Oracle auch sicherstellen, dass seine Produkte weiterhin für die Plattform bereitgestellt werden. Der Software-Konzern sah dies aber als relativ unverbindliche Absichtserklärung an, während Hewlett annahm, es handelte sich um eine feste Zusage.
Die einzige Chance, die Oracle nun noch bleibt, wäre der Oberste Bundesgerichtshof der USA. Dafür müsste der Konzern aber erst einmal nachweisen, inwieweit durch den Rechtsstreit und die bisherigen Urteile Bundesrecht betroffen ist. Das dürfte in solch einem zivilrechtlichen Streit recht schwierig werden. Bei HPE darf man sich also durchaus darauf freuen, jetzt doch noch einmal Milliarden-Einnahmen aus dem Itanium-Geschäftsbereich zu bekommen, der schon seit Jahren gestorben ist.
Siehe auch: Ein letztes Mal: Intel startet seinen allerletzten Itanium-Prozessor
In den Vereinbarungen zwischen den Partnern sicherte Hewlett Packard ursprünglich zu, weiter Itanium-Server herzustellen, die dann im Paket mit Oracle-Produkten verkauft werden. Im Gegenzug sollte Oracle auch sicherstellen, dass seine Produkte weiterhin für die Plattform bereitgestellt werden. Der Software-Konzern sah dies aber als relativ unverbindliche Absichtserklärung an, während Hewlett annahm, es handelte sich um eine feste Zusage.
Gerichte sind sich einig
Letzteres lasen auch die Gerichte aus den Unterlagen, die von den beiden Unternehmen unterzeichnet wurden. Bereits in erster Instanz wurde im Jahr 2016 zu Ungunsten Oracles entschieden. Die gerechtfertigte Forderung des Partners wurde damals auf 3 Milliarden Dollar festgesetzt. Doch Oracle wollte sich nicht geschlagen geben. Im Sommer wurde das Urteil allerdings durch einen Obersten Gerichtshof in Kalifornien bestätigt und jetzt von einer weiteren Instanz quasi abschließend bestätigt.Die einzige Chance, die Oracle nun noch bleibt, wäre der Oberste Bundesgerichtshof der USA. Dafür müsste der Konzern aber erst einmal nachweisen, inwieweit durch den Rechtsstreit und die bisherigen Urteile Bundesrecht betroffen ist. Das dürfte in solch einem zivilrechtlichen Streit recht schwierig werden. Bei HPE darf man sich also durchaus darauf freuen, jetzt doch noch einmal Milliarden-Einnahmen aus dem Itanium-Geschäftsbereich zu bekommen, der schon seit Jahren gestorben ist.
Siehe auch: Ein letztes Mal: Intel startet seinen allerletzten Itanium-Prozessor
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